Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
145-146
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145 Matrize

Matthias 146

Gesellschaftsglieder, d. Einkünfte eines Amtes; Aufnahmeschein auf einer Hochschule. 1579 in Sibers Junius Matrickel als Schulausdruck, bei Comenius 1640 u. Duez 1664 Matrickel u. Matricul, aus lat. mετicula f. cöffentliches Verzeichnis», dem Dim. von glbd. lat. mãtriæ f., eig.«Mutter, Gebärmutter, Stammy, zu lat. mäter f.«Muttery. Matrikulärbeitrag, m.: Beitrag der deutschen Staaten zum Reichs- haushalt. Aus dem alten Reich übernommen.

Matrize, f.(Pl.-n): Form, in der die Let- tern(Druckbuchstaben) abgegossen werden; Prägestock usw. 1711 bei Rädlein Matritze, Matrise, aus glbd. frz. matrice f., urspr.«Ge- bärmutter», dann«das, worin etwas erzeugt wirdy, von lat. matriæ(s. Matrilel!). Abge- kürzt unter Einfluß des lat. mater«Mutter» Mater. 1791 bei Roth.

Matröne, f.(Pl.-/): ehrwürdige, alte Frau. 1516 Matron(Germania 29, 353), aus lat.- tröna f. verheiratete Frau, bes. von vor- nehmen Standes», von lat. mdter f.«Mutterꝰ?.

Matröse, m.(-n, Pl.-n): Schiffsmann, Schiffsknecht. 1616 bei Wallhausen Kriegs- manual Matrose, 1636 bei P. Fleming 104 Madrose, aus glbd. ndl. matroos, woher auch dän.-schwed. matros, von frz. matelot, afrz. matenot m.«Matrose», das aus ndl. maatgenotm. «Mahlgenosse», anord. mötunautr m. Tisch-, Schiffsgenossey entlehnt ist(s. Maal). Dafür mhd. marncere, marner m.«Schiffsmann», aus mlat. marincrius, frz. marinier m.

1IMatsch, m.(es, Pl.-e): das Verlieren des Kartenspiels, dann des Billard- u. Kegel- spiels; matsch! Spiel verloren! Im 18. Jh. Mätsch im 16. und 17. Jh. aber Martsch (Fischart Garg. 42, Opel-Cohn 30 jähr. Krieg 327 Martesch). Aus dem glbd. ital. Spiel- ausdruck far od. dar marcio«einen Matsch machen, alle Stiche im Kartenspiel verlieren?, vom ital. Adj. marcio«faul, verfault, ver- dorben». matschen, v.: jem. matsch machen, ihn im Spiel gänzlich besiegen, im 17. Jh. martschen(im Simpl. 384), marschen(Opel- CGohn 30 jähr. Krieg 319, 1 von 1634), ital. marciare. Daher bayr. schweiz.(r)tschen, kärnt. mal(r)tschen,«quetschen».

² Matsch, m.(-es): wässerige, breiige Masse, 1731 bei Schnabel Insel Felsenburg Vorr., verschieden von 1M. matschen, v.: in etwas Flüssigem, Weichem herumwühlen. Mundartlich, Nebenform zu manschen. mat- schig, adj.: breiig, halbflüssig, bei Campe.

matt, adj.:(vom König im Schachspiel)

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

zuglos und damit überwunden; an Kraft er- schöpft; fast biszur Wirkungslosigkeitschwach oder unkräftig; nicht poliert(bei den Metall- arbeiten); wenig Absatz findend(Börsenspr). Das mhd., mnd., mndl. Adj. mat, urspr. eine Art Interj., taucht zuerst in der 2. H. des 12. Jh. auf u. zwar als Ausdruck(Zuruf) im Schachspiele, dann auf dieses anspielend u. bald in allgemeinem Begriffe. Aus dem rom.- frz.-prov. mat, ital. matto, span.-port. mate, mlat. mattus, von dem arab. mäüt«er ist ge- storben», verbunden mit pers. schäh«König» in dem arab.-maurischen Schachspielausdruck schäh mät«der König ist gestorben(tot)y. Als Subst. Matt, n., 1575 bei Fischart Garg. 42, aber frühmhd. mat m. das Matt im Schach- spieb(wie span. mate m.), dann«Erschöpfungy. Vgl. Schach u. schachmatt. 431. Matt- heit, f., im 18. Jh.; Mattigkeit, f., 1574 bei Horscht Geheimnisse der Natur 4, M.

1 Matte, f.(Pl.-n): üppiges Grasland, Wiese. Alem. Mhd. ma(t)te, im 15. Jh. bei Wolkenstein matze f., ahd. mato in malo- screcch m.«Wiesenhüpfer, Heuschreckey; dazu 1475 clev. mate, andfrk. mada, mnd. mede u. mathe, f., nndl. mat n., afries. mede, mengl. mederve, midene, engl. meddow, meadl, ags. mãũd, mũdave f. Vielleicht von mähen(s. d.), als die zu mähende, gegenüber der Weidewiese.

Matte, f.(Pl.-n): grobe, von Stroh, Binsen, u. dgl. geflochtne Decke. Mhd. matte, im 15. u. 16. Jh. auch matz(e), ahd. matta f.; dazu mnd. matte f., ndl. mat n., ags. meatte f., aus glbd. lat. matta f., woher auch ital. Matta, frz. natte f.

3 Matte, f.(Pl. ·n): zersetzte geronnene Milch. Md. früh im 15. Jh. matten), maden f. (Diefenbach gl. 205, nov. gl. 152 b, 1540 bei Alberus dict. gg 3 b Kees math, nndl. mat te) f., dafür thür. Matz m. Dasselbe Wort erscheint im Rom,, frz. ma(t)te«geronnene Milchy, maton &Käsekucheny, katal. αα αnahmkäsev, ital. mattone Backsteino, lombard. natta«schlechter Käse», span.-port. nata«Rahmp gleichsam die auf der Milch liegende Decke, wahrscheinlich aus lat. matta f.(s. 2Matte).

Matthäus, Mannsname, md. Mathéus, von gr.-Jat. Matthœus, biblisch-gr. Margœtoc. Schon bei Luther gekürzt Matthes, vgl.*Matz und Matthias. RA. Es ist Matthäi am letzten «es ist gar aus, zum(schlimmen) Ende ge- kommen,(1775 bei Bürger Ged. 185), eig. im Evang. Matthäi am letzten Kapitel, das mit den Worten der Welt Ende» schließt.

Matthias, Mannsname, md. Mathias, aus

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