Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
133-134
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133 Marmel

Mars 134

kat m., ndl. markt, afrs. market, merkeet, engl. market, anord. markadr m., schwed. marknad, dän. marked. Aus lat. mercätus m.«Handel, Markt), von lat. mercäri«Handel treibenꝰ, zu lat. meræ f.(Gen.-Cis)«Wares, woher auch ital. mercato, fra. marché m.«Marktꝰ. 4B2. markten, v.: den Markt beziehen, Markt halten, Handel treiben zu Verkauf od. Kauf(noch bayr.); durch Handel Geld ein- nehmen(bei Luther 1, 142 5); bis ins Kleinliche handeln, feilschen(1557 bei Montanus Weg- kürzer Kp. S8). Mhd. marketen«Handel treibeno, 1482 im Voc. theut. b6 b marckten, älternhd. auch marken. ZUS. Marktflecken, m.: Ort mit dem Rechte, Markt zu halten, Anfang d. 14. Jh. bei Ködiz 87, 24 markctfleche. Markt- helfer, m.: Gehilfe beim Packen und Fort- schaffen der Marktgüter, 1756 im Leipziger Avanturier 1, 47. Marktmeister, m.: Auf- seher über das städt. Marktwesen, im 13. Jh. marcmeister bei Diefenb.-Wülcker. Markt- platz, m., 1716 bei Ludwig. Marktpreis, m., 1731 bei Zincke öcon. Lex. Marktschiff, n.: Schiff auf einem Fluß, um die Besucher des Wochenmarktes hin u. her zu führen, mhd. mark(e)t-, merktschif n. Marktschreier, m.: auf Märkten umherziehender, seine Ware od. Geschicklichkeit laut anpreisender Mann, Scharlatan, 1663 bei Schuppius 422 Marcke- schreger; dazu Marktschreieréi, f. und marktschreierisch, beide 1734 b. Steinbach. Marktstück, n.: auf dem Markt gekauftes u. von diesem hergegebnes Geschenk. Markt- tag, m.: mhd. mark(et)tac m. Marktvogt, m:: Marktmeister, 1701 Leipziger Stadtordn. 432.

Marmel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Marmor. Bei Luther Marmel, bei Neukirch 1, 27 u. o. Marmol, mhd. marmel, mermel, ahd. marmul, einmal marmul m., mndl. marmer. Aus lat. marmor n., gr. upuopoc m., welches letzte zuerst Stein, Felsblock überhaupt bedeutet. Vgl. Marmor, Märbel. 4BL. marmeln, adj.: marmorn(s. d.), mhd. marmelin, mer- melin. ZUS. Marmelsäule, f., bei Luther Marmelseule, mhd. marmel-, mermelstl f. Marmelstein, m., mhd. marmel, mermelstein, frühmhd. marmilstein; dazu ags. marm(an)- stän m.; dazu marmelsteinern, adj., mhd. marmel-, märmelsteinin.

Marmeläde, f.,(Pl.-n): mit Zucker ver- dickter und in flache Schachteln usw. ge- gossener Saft von Früchten, 1626 bei Hulsius Schiff. 6, 27. Aus glbd. frz. marmelade f. (eig. Quittenmus) und dies aus span. merme-

lada f., von gr. Jat. melinélun, gr. ueXiunkov n.: «Honigapfel, Quittes(gr. ue«xi n.«Honig» und ufXov n.«Apfel»). Die Quitten kochte man nämlich mit Honig, wie später mit Zucker, zu einem dicken Safte ein.

Marmor, m.,(-s, Pl. wie Sg.): harter, weiß- glänzender Kalkstein. Bei Luther Tob. 13, 21 Marmor und um 1480 im Voc. inc. teut. y4 b das Adj. marmorsteinen; dafür mhd. marmel, ahd. marmal(s. Marmel). Aus glbd. lat. marmor n., gr. Hdpuapocm. 4BL. mar- morn, ad., ahd. marmorin, marmerin, dafür mhd. marmelin, älternhd. marmeln(s. d.). marmorieren, v.: nach Marmorart bemalen, 1728 bei Sperander marmoriren, bayr. mar- weliern(s. Märbel), aus lat. marmorre«mit Marmor überziehen.

marõde, adj.: nachzügelnd, abgemattet, entkräftet. Aus der Soldatensprache des 30- jähr. Krieges. 1664 bei Duez Marrodebruder, Freybeuter, 1669 im Simpl. Merode-Bruder. Nicht, wie dort angegeben, von dem aus dem 30-jähr. Krieg bekannten Obersten v. Merode, sondern aus dem frz. militärischen Ausdruck marode f. cunerlaubte Plünderung durch Nach- zügler», von frz. maraud, im 15. Jh. marault m. «Bettler, Taugenichts». Marodéur(spr. ör), m.(8, Pl.-e): plündernde Nachzügler, aus frz. marodeur m. marodieren, v.: als Nach- zügler(unter dem Scheine der Entkräftung) zurückbleiben, um unerlaubterweise zu plün- dern oder Beute zu machen, 1757 in Eggers Kriegslex., aus glbd. frz. maroder, marauder.

Maröne, f.(Pl.-n): die große edle Kastanie. 1687 bei Hohberg 1, 579. Aus ital. marrone m., franz. marron m., spätgr. udpaov n.

Maroquin(spr. ke), m.(1s, Pl.-s): nar- biges, gefärbtes Ziegenleder, Saffian. 1783 bei Jacobsson. Aus glbd. frz. maroguin m.(1664 bei Duez marroquin), eig. marokkanisches Leder. Marötte, f.(Pl. ⸗n): Narrheit, Grille; Lieblingstorheit. Bei Goethe an Schiller 5, 9. Aus glbd. frz. marotte«Puppe, Spielzeug, Steckenpferdy, ursp.«Narrenzepter mit einem Puppenkopfe», von frz. Marion Mariechen?, dann ckleines Mädchen»(vgl. Marionette).

Marquis(spr. marki), m.(Gen. u. Pl. wie Nom.): ein Adelstitel in Frankreich, urspr. Markgraf. Mhd. markis m., aus frz. arquls, ital. marchese m., von mlat. marchensis m. «Markgrafy, eig. Adj. zu dem aus dem Germ. überkommenen mlat. marc(h)a f.(s. 1 Mark). Marquise, f.: Markgräfin, aus frz. marchise f.

Mars, m. f.(Gen.-es, Pl.-eſn]): Mastkorb.

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