Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
131-132
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131 Mark

Markt 132

Rechnungseinheitsmünze bestimmte, preuß. Taler oder 35 Kreuzer rhein. betragende Silber- münze, von welcher 90 ein Pfund wiegen. Mhd. marke, meist marc, frühmhd. march f. «ein halbes Pfund Goldes oder Silbers», dann Geld nach diesem Gewichte, um 1430 ein mark daz ist sechsunddrissig schillinge Weist. 1, 511 vom Untermain, 1477 clev. marck 412 Schil- lingey; dazu afries. merk f.«Gewicht von 16 Lot», damm«Münzen anord. mörk f.«ein halbes Pfund Silber»(daher entl. ags. marc n.), mlat. im 9. Jh. marca f. aus dem Germ. entnommen. Eig. mit obrigkeitlichem Zeichen versehner Metallbarren, zu ahd. marcha f. «Bezeichnung, Aufschrifty(s. Mare).

3 Mark, n.(-els, Pl. ungewöhnlich-e): innre fette Masse der Knochenhöhlen; innre lockre Masse der Stämme, Aste, Stengel usw. (mhd. im 14. Jh.); saftiges Innres der Früchte (bei Frisch 1741);(nhd. bildl.) Nahrhaftes u. Bestes wovon(1. Mos. 45, 18); starke innre Kraft(Luther 6, 82 b). In der 1. Bed. mhd. marc n.(Gen.-ges), frühmhd. march, ahd. mar(a)g, mar(a)e n.(Gen. mar(a)ges); dazu and. marg, mnd. march, merch, ndl. marg, merg, afries. merg, merch n., ags. merg, mearh, meœrh n. m., engl. marrow, anord. mergr m., schwed. mürg, dän. marv. Urverw. mit glbd. abg. mozgi m., apreuß. musgeno, aw. mazga-, aind. majjän-m. 4 L. markicht, markig, adj.: voll Marlres(beides 1691 bei Stieler, dafür ahd. marghaft, marachaft); kräftig(bei Wieland 6, 242 markig, bei Schiller 3, 580 markigt). marklos, adj.: ohne Mark, ohne Kraft(bei Schiller Räuber 2, 2).

markänt, adj.: hervorstechend, auffallend. Aus glbd. frz. margaant, Part. von marquer, s. marlcieren. 1834 bei Petri.

Markart, s. Markolf.

Marke, f.(Pl.-n): Handlungs-, Waren- zeichen; Rechenpfennig u. dgl. in Vertretung des Geldes beim Spiele; Zeichen, Kennzeichen. Im 17. Jh.(1712 bei Hübner Marque) aus glbd. frz. marque, ital.-span. marca f., die aus dem Germ. entl. sind. Vgl. markieren. Das altgerman. Wort mhd. marc n.(Gen.-kes) ZZeicheny, ahd. marcha f.«Bezeichnung, Auf- schrift»(dazu mnd. mark n., ndl. 1598 marck, ags. meare f., engl. mark, anord. mark n. «Zeichen») lebt noch in bayr. March n. und wird von Krämer 1678, Stieler 1691 und Ludwig 1716 als Mark n. noch angeführt.

marken, v.: abgrenzen, bezeichnen. Ahd. marC(h)ön«abgrenzen, bezeichnen, bestimmen,

abschätzeny, mhd. in be-, vermarken«ͥdurch Marksteine abgrenzen», nd. markcen«kennzeich- nen», bes. Waren, ags. meurcian«bezeichnen?. Von ahd. marcha(s. 1Mark u. Marke).

Märker, s. ¹Mark.

Marketénder, m.(-s, Pl. wie Sg.): mit ins Feld ziehender Soldatenwirt. 1572 bei Fischart Großm. 14 Marckedenter, 1578 bei Fronsperger 113 Margedenter, bei H. Sachs Fab. 161, 15 Marckadant, bei Hortleder 705 Mercatenter im kaiserlichen Heer 1547, aus ital. mercatante, mercaddante m.«Handelsmann), zu ital. mercato, lat. mercãtus m. Markt, Handel». Die volkstümliche Form Marketäner schon 1664 bei Duez als Marckedenner. 4 BL. Marketénderin, f., 1741 bei Frisch.

Markgenosse, Markgraf, s. 1 Mark.

markieren, v.: bezeichnen, kennzeichnen, stempeln; mit Nachdruck hervorheben. 1703 bei Wächtler marquiren, aus fra. marquer, von marque f.(s. Marke). Das Part. Prät. markiert: in scharfer Zeichnung hervor- stechend, von Gesichtszügen usw. 1834 bei Petri.

Markise, f.(Pl.-n): rollbare Fensterdecke zum Schutz vor Sonnenschein, benannt nach der Marquise Pompadour(Rüdiger Zuwachs 5, 146). 1773 bei Amaranthes? Marqulse.

Markolf, m.(-S, Pl.-e): der Nußhäher, Waldschreier, im mrhein. Voc. ex quo von 1469 marckolffe, mnd. im 15. Jh. markolf, mndl. 1490 marcolf. Es ist der auf den Häher über- tragne ahd. Mannsname Marcholf, Marculf, in der Bed.«Spöttery 1519 bei Murner Geuch- mat 3721 marckolfy. Ahnlich heißt im Reineke Vos 15 u. 1777 der Häher Marçuart(daher Markart in Goethes Reineke Fuchs), dies ist der ahd. Mannsname Marahwart, Marcwart.

Markomänne, m.(-n, Pl.-n), Name eines deutschen Volksstammes, zuerst bei Cäsar de bello Gallico 1, 51 Marcomani.

Marks, ndd. Form für Wark, entstanden aus dem Gen.

Markscheider usw., s. 1 Mark.

Markt, m.(-els, Pl. Märkte): öffentliche Zusammenkunft von Kleinverkäufern und Käufern an bestimmtem Platz u. bestimmter Zeit zu Verkauf und Kauf; Platz, wo der Markt gehalten wird; Marktflecken; Markt- ware(Goethe 16, 15), Marktstück(bayr.-thür.). In diesen Bed. mhd. mark(e)t m.(im 14 Jh. auch merket, margt, marcht mit dem Pl. märgte, märcht, im 15 Jh. mark mit dem Pl. merke, thür. im 15 Jh. mart), ahd. marc(h)at m. «Handelsmarkt, Marktplatz»; dazu and. mar-