Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
129-130
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129 Marille

Mark 130

Frauenname. Mhd. Maria, Marja, Marje(Gen. den, jen, Mergen), ahd. Maria, Marja(Gen. iun, jun), got. Maria, Marja, auch Mariam. Aus kirchlich gr.- Jat. Marla, Märia, gr. Mapia u. in der Septuaginta Mapidu, von hebr. Mirjãm. ZUS. Marienbild, n.: Bild der Jungfrau Maria, der Mutter Jesu. Bei H. Sachs Maria- bild, Mergenbild. Marienfaden, m. und Mariengarn, n.: fliegender Sommer, nach der spinnend gedachten Jungfrau Maria be- nannt. Marienglas, n.: Gipskristall, 1777 bei Adelung(s. Frauenglas). Mariengras, n.: weißer Klee, bei Adelung. Mariengroschen, m.: 8 Pfennige geltende Silbermünze mit dem Bilde der Jungfrau Maria, vom 16. bis ins 19. Jh. in Niedersachsen und Westfalen. Marien- käfer, m.: das rote schwarzpunktierte Käfer- chen coccinella, bei Adelung 1777, auch Marien- kãälbchen genannt. Marienpantoffel, m. und Marienschuh, m.: die Pflanze cypripedium calceolus, 1777 bei Adelung Marienschah, 1741 bei Frisch Marienpantoffel, im 15. Jh. Marien schuchlin bei Diefenb.-Wülcker. Marien- rose, f.: die Pflanzen lychnis dioeca u. alba, Anfang des 15. Jh. Maria rosen bei Diefenb. nov. gl. 177 b, das dim. Märgenröõßlin 1546 bei Bock 47 b, Marienröslein 1712 bei Hübner.

Marille, f.(Pl.-n): Aprikose. 1605 bei Hulsius dict. Marille u. Morelle, 1644 bei Duez 30 Merille, Mellele, 1534 bei Cordus Marelle. Wahrscheinlich umgestaltet aus glbd. ital. armellino m., u. dies aus armeniacum (malum«armenischer Apfel»). Vgl. Marelle.

Marine, f.(Pl.-n/): Seemacht, Flotte. 1712 bei Hübner; 1703 bei Wächtler«das Seewesen, Seeverfassung». Aus glbd. frz. marine f., von dem substant. F. des lat. Adj. martnaus das Meer angehend», zu lat. mare n.«Meery.

marinieren, v.: in Essig mit Gewürz einmachen, eig. einen Seegeschmack geben. 1678 bei Krämer mariniren, aus glbd. frz. mariner, ital. marinare einsalzen), von lat. marlnus(s. Marine).

Marionétte, f.(Pl.-n): an Drähten ge- zogne Theaterpuppe mit beweglichen Gliedern. 1703 bei Wächtler. Aus glbd. frz. marionette f. (bei Duez 1664 marionnette«Gaucklerspuppes), eig.«Mariechen», von frz. Marion.

1 Mark, f.(Pl.-en): Grenze; Grenzland, provinz; Unterabteilung eines Gaues; abge- grenzter Grund und Boden als Bezirk; Gleich- berechtigten gemeinsam gehöriges geschloßnes Wald-, Weidegebiet. Mhd. mMarke f., auch marc(h) in den obigen Bed., ahd. marc(h)a f.

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

Grenzey; dazu asächs. marca f.«Gebiet», ndl. mark(e)«Grenze, Grenzland), afrs. mer(i)ke f. &Grenze, Bezirk», ags. mearc f.«Grenze, Ziel, Gebiet»(engl. mark, march), anord. mörk f. (Gen. markar)«Wald»(große Walder bildeten im Altertum oft Völkerscheiden), schwed.- dän. marlkt, got. marka f. Grenzey. Urverw. mit lat. margo m. f.«Rand, Ende, Grenze), awest. marozu-«Grenzey, npers. marz Land- strich», ir. mruig, bruig«Mark, Landschafty, kymr.-korn.-bret. bro«Gegend, Bezirky. Aus dem Germ. entl. ital. marca, span. marcha, frz. marche f.«Grenze». 4BL. Märker, m. (*s, Pl. wie Sg.): aus einer Mark Gebürtiger, Markbewohner; Berechtigter an einer Mark, einem Markwalde. Mhd. merker m. Dazu Märkerding, n.: Rüge-Gericht der versam- melten Märker(in der 2. Bed.), Forst- und Waldgericht, im 15. Jh. merkerding, zgs. mit mhd. ahd. dinc n. Gerichty. Markung, f. (Pl.-en): Grenzbestimmung, Grenze(spätmhd. markung, ahd. marchunga f.); abgegrenztes Gebiet(im 16. Jh. bei Götz v. Berlichingen 225). Vgl. marken. ZUS. Markgenosse, m.: Mit- berechtigter an einer Mark, einem Markwalde, 1741 bei Frisch. Markgraf, m.: Fürst einer Mark, eines Grenzlandes, mhd. marcgrãve, ahd. marcgraãvo m. urspr.«königlicher Richter und Verwalter eines Grenzlandes»; davon Mark- gräfin, f., mhd. marcgrãvinne, marcgrœvinne, im 12. Jh. marchgrevin f., und Markgraf- schaft, f., mhd. marcgräfschaft f. Mark- scheide, f.(Pl.-n): Grenzscheide, bes. zweier Zechen, mhd. marcscheide f.; davon Mark- scheider, m.: der eine Zeche abzugrenzen versteht, in der kursächs. Bergordnung von 1554 Marckscheider, 1564 in der trier. Berg- ordnung 4, 4 Markschieder, Mitte des 14. Jh. im Iglauer Bergrecht S. 36 Tomaschek mar- scheider, S. 69 marckscheider. Markscheide- kunst, f.: Kunst, eine Zeche durch Vermes- sung über und unter der Erde abzugrenzen, die unterirdische Geometrie, 1686 Voigtel Marckscheide-Kunst. Markstein, m.: Grenz- stein von Grund u. Boden, mhd. u. ahd. marc- stein m., and. markstén m.

2 Mark, f.(Pl. wie Sg., schon mhd. Tristan 8217 22 marc): ein Gold- oder Silbergewicht von 24 Karat Gold, 16 Lot Silber(eine feine M.«eine Mark reines unvermischtes Gold od. Silber?); als Rechnungsmünze bis 1873 in Hamburg Mark Banko gleich 15, in Lübeck M. Courant gleich 12 preuß. Silbergroschen; im Reichsmünzgesetz vom 9. Juli 1873 die als

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