Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
127-128
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127 Manufaktur

Maria 128

1711 bei Rädlein mantschen, 1508 bei Alten- staig menschen, wohl nasalierte Nebenform von matschen(s. d.). 4 3L. Man(t)scher, m., bei Stieler; Man(t)scherei, f., 1778 bei Hermes Soph. Reisen 1, 420.

Manufaktür, f.(Pl.-en): Anstalt im Großen zur Anfertigung von Zeugwaren, Ge- wirken, Gewinden. 1663 pei Schuppius 58; dazu ndl. im 16. Jh. manafacture. Aus frz. und engl. nanufacture f. xkunstgerechte Hand- arbeit und Werkhaus zu derselben als einer Warey, 2gs. aus lat. manus f.«Hand» und factãra f.«zubereitung, von facére«machen). Manuskript, n.(-Lels, Pl.-e): Handschrift, besond. eines Druckwerkes. 1703 bei Wächtler, aus mlat. manuscriptum n.«mit der(eignen) Hand Geschriebnes».

Mappe, f.(Pl.-n): Papier-, Schriften-, Zeichentasche. 1741 bei Frisch die Umhüllung der Landkarten, früher die Landkarte selbst (1568 bei Mathesius Historia Christi 1, 95 b Mappe, 1571 bei Rot Map Tischtuch, Land- tafel»), 1663 bei Schottel charta davon man das geschriebene wieder ableschen kan. Von mlat. mappa mundi, fra. mappe-monde, ital. mappamondo«Weltkarte», zu lat. mappa f. Vortuch bei Tische, Serviette.

Marbel, Märbel, m.(-s, Pl. wie Sg.): kleine Schnell-, Spielkugel der Kinder, Schusser. In Thüringen(1793 bei Reinwald) u. Schwaben, auch bayr. Marwel. Urspr. Schusser aus Marmel(Marmor)», von Marbel, Marmel(1711 bei Rädlein), spätmhd. märbel, marbel, älter marmel, mermel m. Marmorp.

Märchen, s. Märe.

Marder, m.(-s, Pl. wie Sg.): das Kleine Raubtier mustela; in neurer Zeit auch über- tragen Briefmarder. Mhd. marder, auch mader u. mart m.(noch md. Mard n.), ahd. arder m.; dazu mnd. marlt(e), ags. mearp, anord. mõrdr m., schwed. mäürd, dän. maar(d). Aus dem Germ. sind frz. mart, martre, ital. martora, prov. martz, span. port. marta f.«Marder», entl. Urspr. dunkel. Vgl. aber Bezz. Btr. 15, 130 u. Falk-Torp. 4BL. mardern, adj.: aus Marderfell gemacht, mhd. marderin, merderin, märderin, meder'n.

Mär(e), f.(Pl.-n): Gerücht, Nachricht wovon; Erzählung einer Begebenheit, einer erdichteten Begebenheit; Erdichtetes. Nur noch altertümlich. Mhd. mœære f. u. n.«münd- liche Außerung, Rede, Kunde, Erzählung, Dichtung, Ereigniss, ahd. märi f. u. mãri n. Berühmtheit, Gerücht, Nachricht», afries. mére n. Kunde. Vom Adj. mhd. mare, ahd.

müri«glänzend, herrlich, berühmt, bekannty; dazu asächs. märi, ags. mäõre, anord. mœrr, got. mérs(in wailamérs«gut berufen»), in altgerm. Personennamen-merus,-meris,-ma- rus,-marius, bei lat. Schriftstellern, slaw. mérä in Vladiméräũ«Waldemar?, könnte aus dem Germ. stammen; urverw. dagegen sind kelt.-marus in Eigennamen wie Viridomarus, air. mãr, mör«großy, gr.-lεoc in erxeciupoc «speerberühmt. Vgl. Btr. 15, 431. 4 B. Märchen, n.(-s, Pl. wie Sg.): Erzühlung einer erdichteten Begebenheit od. zusammen- hängender Begebenheiten, bes. wunderbarer. Md. 1414 mergin«fabula», bei Diefenb. gl. 221 b, bei Trochus 1517 X 12 enigma, ein retelmer- chen, bei Günther 499 Schünck und Märchen, in der Bed. Dichtung als Gegensatz zu Wahr- heit 1700 bei Elis. Charl. 2, 186 Mergen n.; davon märchenhaft, adj., bei Goethe 24, 154. Märlein, n., bei Luther Luk. 24, 11 Merlin, mhd. mcœr(e)lin n.«Märchen, Erdichtetes.

Marélle, f.(Pl.-/): Weichselkirsche. 1678 bei Krämer, gekürzt aus Amarelle(s. d.). Vgl. Marille und Morelle.

mären, v.: mischend rühren; schwätzen (1707 bei Menantes 238 beschwätzen). Mittel- deutsch. Mhd. mer(e)n«Brot in Wein oder Wasser tauchen und einweichen, es so essen, dann einbrocken, mischend, umrühren», mnd. meren Brot in Wein tunken»; 1466 inmeren ceinbrocken⸗(Diefenb. nov. gl. 219²), noch wetterau. usw. einmähren Backmehl mit Sauerteig mischen zur Gärung, um Brotteig zu bereiten»; bildlich 1429 im Lib. ord. rer. 233 einmeren cetw. einrühren, anstiften», Anf. des 15. Jh. einmeren cbeabsichtigen,(Diefenb. gl. 303 2). Nach Heyne erst von Märte(s. d.) gebildet.

Margaréte, Frauenname. Mhd. Marga- réte, aus gr. lat. Margareta, von lat. margaritaf. und margaritum n., gr. napſapirnc m. Perle?, woher mhd. margarite, md. selten margaréte f. «Perley, auch als Ehrenbezeichnung der Jung- frau Maria und der heil. Elisabeth, got. mari- Kreitus m.«Perley. Gekürzt Margret, Grete, Dim. Gretchen.

Margéll, auch Mergéll, f.(Pl.-en): Mäd- chen, Magd. Ostpreußisch. Im 17. Jh. bei Prätorius preuß. Schaubühne 113 P. Von lit. mergélé, von lit.-altpreuß. mergà«Jungfrau.

Marginäle, n.(Pl. lien): Randbemerkung. Im 17. Jh. Das N. des nlat. Adj. marginalis«den Rand betreffend», von lat. margo m. f.«Randy.

Maria(Gen.-s), Marie(Gen.-/s, Pl.-n):