Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
125-126
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125 Manna

mantschen 126

höhe» zu Ende des 15. Jh. bei Harff Pilger- fahrt 142, 34). Mannsmensch, m.: Manns- person, bei Voß Id. 6, 36 aus nd. Mannsminsch, minsche. Mannsperson, f., 1512 bei Reuchlin klare Verstentnus mans person. manns- toll, adj., mhd. mannes tol(Liedersaal 2, 587, 91). Mannstreu, f.: die Pflanze eryn- gium, 1500 manstrüa bei Brunschwyg Destil- lirung, benannt nach der Wirkung der Wurzel, welche zur Stärkung der Mannheit oder Zeu- gungskraft des Mannes gebraucht wurde. Mannsvolk, n., 1677 bei Butschky Pathmos 304 das Mannes Volk.. Mannszucht, f. 1551 bei Schmeltzl Saul 5, 62(Ndr.) Manzucht. Manna, n.(-s): ein gelber süßlicher Baum- saft(der Manna-Esche), der in kleinen durch- sichtigen Körnchen in Kalabrien und Sizilien gesammelt wird, in der Sinai-Wüste aber der dicke rötliche Saft, der aus den Spitzen des Strauches tamarix mannifera fließt. Mhd.-ahd. mannã n., ags.-got. manna, aus biblisch-gr. Jat. manna, von arab. mann, eig.«Geschenk, Gabe. mannbar, Männchen usw., s. Mann. mannig, adj., seltene Form für manck(s. d.) bei Goethe 1, 178; sonst nur in Zss. mannig- fach, adj., md. im 14. Jh. manicvach. man- nigfalt, adj., nur noch dichterisch, mhd. manec-, manicvalt, ahd. manag-, manigfalt(Adv. ahd. manacfalto, mhd. manecvalde); dazu asächs. managfald, ags. manigfeald, anord. margfaldr, got. managfalps«vielfältigy; dazu mannig- falten, v.: vervielfältigen(bei Herder ält. Urkunde 1, 57), mhd. manecvalten, ahd. manae- falton und manacfaldan. mannigfaltig, adj., mhd. manec-, manicvaltic, manicveltic, md. manichvaldech, ahd. manag-, manac-, manig- faltig cvielfältig; dazu Mannigfaltigkeit, f., mhd. anicvaldicheit,-valtekeit f. ſs. Mann. männiglich, Männin, Mannlehen usw. Manöver, n.(-S, Pl. wie Sg.): künstliche Wendung, Heer-, Schiffsschwenkung, Heeres- übung, Kunstgriff. Im 18. Jh.(bei Goethe Br. 3, 239 manoeuvres, 20, 178 Manbver) aus frz. manoeuvre f.«Hand, Kunstgriffy usw., 2gs. aus lat. manas f.«Hand» u. opera f.«Arbeit». manövrieren, v., im 18. Jh.(Goethe 33, 289 manõuvriren) nach frz. manoeuvrer. Mansärde, f.(Pl.-n): Dachstube. Aus frz. mansarde f., urspr.«gebrochnes Dachy, 1712 bei Hübner«frantzösisches Dach à la Mansardey, 1717 bei Nehring Mansarde, benannt nach dem Erfinder, dem französischen Baumeister Fran- gois Mansard(1598 1666). manschen, s. mantschen.

Manschéster, m.(-s): baumwollner Samt. Im 18. Jh. Erfunden in Manchester in England und zuerst dort gewoben. manschéstern, adj.: aus Manschestersamt, 1778 in Stillings Wanderschaft 148.

Manschétte, f.(Pl.-n): Handärmel, Hand- krause. 1703 bei Wächtler, aus glbd. frz. manchette f., von frz. manche f.«Armel», aus lat. manica f.«Armel', zu lat. manus f. Hands. RA. Manschetten haben«Furcht haben», 1798 bei Laukhard Schilda 1, 302, urspr. nach dem behutsam ängstlichen Auftreten des geputzten Manschettenträgers, die Manschetten zittern ihm, 1781 bei Fischer Burschiade 16.

Mantel, m.(-s, Pl. Mäntel): weites am Halse zusammengehaltnes Uberkleid; verhül- lende Überdeckung worüber; vorspringender Mauerteil über dem Kamin(1687 bei Hohberg 1, 33 b); Form zum Einguß(Schiller Glocke 339, 1757 bei Eggers Kriegslex. 1, 500); von einem zusammengefalteten Stücke Tuch im Handel der vordere Teil, der durch die Presse ein schönres Ansehen erhält und, um das Ganze geschlagen, zur Schau ausgelegt wird (1777 bei Adelung). Mhd. mantel, mandel m. (Pl. mentel), md. auch«Schirm für Belage- rungswerkzeuge», im 15. Jh. md. mantil cäußere Bekleidung eines Gebäudes⸗, ahd. mantal, mandal, mantil m.; dazu mnd.-ndl. mantel, afrs.-ags. mentel, anord. mõttull m. Aus mlat. mantellus m., lat. mantellum, manlélum n., von span. lat. mantum n., mantus m.«Mantel), woher auch span. ital. manto, ital. mantello, frz. manteau m. RA. den M. nach dem Winde kehren, schon mhd. ZUS. Mantelkind, n.: uneheliches durch spätere Heirat legitimiertes Kind, eig. dadurch, daß die Mutter es bei der Trauung unter den Mantel nahm, 1686 bei Speidel Speculum 2, 247, mnd. mantelkint. Mantelsack, m.: länglicher runder Reise- sack zunächst zum Mitführen des Mantels zu Pferde, 1514 bei Keisersberg Schiff d. Pen. 11 mandelsack. Mantelstück, n.: von einem Tuchstück der Teil, an dem sich der Umschlag, der Mantel befindet;(bildlich in der Wetterau) das Beste von Wertvollem.

Mantille(Spr.-ihje), f.(Pl.-n): leichter dünner Frauenumhang zum Staate. 1715 bei Amaranthes Mandille. Aus glbd. frz. man- tille f., von span. mantilla f.«Schleiertuch der spanischen Frauen über den Kopf bis zum Gürtel», zu lat. mantum(s. Mantel).

man(t)schen, v.: durcheinander mengen, bes. flüssige Speisen. 1691 beiStieler manschen,