121 Mandoline
Manier 122
Mandoline, f.(Pl.-n/): Kleines lautenartiges Tonwerkzeug mit 4 u. mehr Metallsaiten. Im 18. Jh. Mandoline(Schiller an Goethe 1, 115), Mandolin, aus frz. mandoline f., von glbd. frz. mandole f.(neben ält. mandore), ital. mandola, mandora, im Volksmunde umgestaltet aus frz. pandore, ital. pandüra, pandöra f., wie span. bandola neben pandurria f. Diese aus glbd. gr.-spätlat. pandara, gr. navdoõpa f. Nanége(spr.-eze), f.(Pl.-n): Reitbahn. ÜUber glbd. fra. manege f. aus ital. maneggio. 1791 bei Roth.
Manen, Pl.: Geist, Seele eines Verstorbnen, im 18. Jh. bei Schiller u. Goethe, aber bei Opitz 1, 109 in lat. Form, aus glbd. lat. manes Pl.
mang, adv. u. präp.: unter, zwischen. Nd. u. md. 1645 bei Zesen Ibrahim 1, 477. Md. im 14. Jh. manc u. inmanc(mit Dat.), im Sachsen- spiegel Vorr. 252 mang, mnd. mang, mank, manlce(n)t, afries. mong, asächs. an gimang«da- zwischen, darunter»(eig. Akk. von gimang n. «Schar, Haufen), entspr. ags. on-(ge)mang, ge- mang, amang, engl. among«darunters. S. mengen.
Mange, f.(Pl.-n) u. 1Mangel(östr. nur 50), f.(Pl.--): Glättrolle für Wäsche, urspr. große, mit Steinen beschwerte Walze, in den Fabriken selbst von Pferden gezogen u. doppelt aufeinandergehend, zum Plätten, Glätten und Glänzendmachen der Kattune u. Linnen(so noch 1755 bei Richey). Mhd. mange f., im 12. Jh. mango m. Maschine zum Schleudern von Steinen im Kriege», aus glbd. mlat. manga, mango, mangana f., älter manganum n., manga- nus m., von gr. ud νᷓ vov n.«Wurfmaschine». Durch niederschnellende Steinkästen schleu- derten diese Kriegswerkzeuge das Steinge- schoß ab(s. die Abbildungen bei Schultz höf. Leben ² 2, 376 ff.), nach ihnen benannte man die mit Steinkästen beschwerten Glättmaschinen, rollen,-walzen für Weberwaren, im dritten Viertel des 15. Jh. in Nürnberg mang f., u. später die Glättrolle für Wäsche, 1664 bei Duez Mange od. Mangelpreß f., 1715 bei Amaranthes Mangel u. Mandel f., was noch dial. fortlebt. 4BL. mangeln, v.: mit d. Glättwalze glätten, 1716 bei Ludwig mangeln u. mandeln, 1664 bei Duez mangen, mängeln, mnd. mangeln, spüt- md. im 15. Jh. Maugen.
* Mangel, m.(-S, Pl. Mängel): das Fehlen. Mhd. mangel m. neben seltnem manc, mang m. f. (auch Gebrechen). mangeln, v.: nicht da sein, nicht haben, so daß Unvollkommenheit entsteht, mhd. mangel(e)n«Mangel leiden, entbehren, vermissen», ahd. mangolön, ndl.
mangelen neben mhd. mangen, ahd. mangõn «ermangeln, entbehreny und ahd. mir mengit «mir mangelt». Wohl urverw. mit lat. mancus «verstümmelt, verkrüppelt, gebrechlich), lit. menlcas«gering, schwach, nicht ausreichend, aind. mamkũg«schwankend, schwächlich». Vgl. Zupitza 135. 43L. mangelhaft, adj., 1497 mangelhafft(Weist. 2, 569).
Mangfutter, n.: Futter aus untereinander gemengtem Getreide. 1691 bei Stieler. Zgs. mit Mang m.(bei Stieler), auch mengl. mang, mong«Mischung». Mangkorn, n.: gemengtes Getreide, 1457 thür. gemangkorn(Weist. 3, 623, zu mhd. gemanc m.«Gemengen), mangallorn Weist. 1, 677, mnd. mankckorn n. Vgl. mengen.
Mangold, m.(-s, Pl.-e): das Rübenge- wächs beta vulgaris, mhd. man(e)golt m. Un- erklärt. Ahd. kommt als Eigenname Managold, Manigold, von ahd. manag«viel» u. waltan vor. Doch ist unklar, wie sich der Pflanzen- name dazu verhält. Entl. in ital. Mundarten komask. menegold, piemont. manigot.
Manichäer, m.(-s, Pl. wie Sg.): Schuld- fordrer. Studentenausdruck, 1707 bei Menantes 588 Mahnichäer. Umged. aus lat. Manichœusm. «Anhänger des Mani, der in Persien eine heid- nisch-christliche Sekte stiftete und 276 getötet wurdey. Die Manichcœi, mhd. Manachéi, waren noch im Mittelalter als Ketzer verhaßt u. den Heiden u. Juden gleichgeachtet(vgl. Berthold v. Regensburg 1, 402, 15).
Manie, f.(Pl.-n): Wut, unbezwingbare Sucht wonach. Im 18. Jh. aus gr.-lat. mania, gr. uavia f.«Raserei, Wut, Giery, von gr. haivecgor rasen, wüten).
Manier, f.(Pl.-en): Behandlungs-, Hand- lungs-, Lebensart; gute Lebensart(1663 bei Schuppius 606); die dem Künstler eigentüm- liche Art zu arbeiten(1774 bei Sulzer, auch tadelnd im Gegensatze zur Natürlichkeit). Mhd. maniere f.«Weises, md. mandre, ndrhein. im 13. Jh. maneir f., älternhd. auch monler (Teuerdank 93a, Ringwaldt I. Wh. 98), manier (Franck Weltb. 228 b). Aus frz. manière, ital. maniera f.«Art u. Weisen, eig.«Handhabung, Benehmeny, vom lat. Adj. manadrius«zu den Händen gehörig», zu lat. manus f.«Hand)y. Die urspr. Bed. Bewegung der Hände, Ge- bärdenspiel» noch in der Kölner Gemma 1511 J5 gestus, en manijr off(od.) eyn ghelaet. 4BL. manirſiert, adj.: gekünstelt, ver- künstelt(bei Kant und Winckelmann, auch maniert 1774 bei Sulzer). manierlich, adj.: wohlgesittet, höflich, in der Kölner Gemma


