Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
119-120
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119 mampfen

Mandelkrähe 120

licher Elefant. Bei Pfeffel poet. Vers. 9, 100 vom Jahre 1803 Mammalh m., 1838 bei Oken 7, 1182 Mammont, nicht Mammuth. Aus russ. mamont, wie der Russe Ludloff das Riesentier 1696 zuerst benannt hat nach der einheimischen Bezeichnung der Jakuten und Tungusen. mampfen, v.: undeutliche Laute hören lassen, eig. mit vollem Mund. Bei Klopstock 2. gramm. Gespräch. Vgl. mummeln, mumpfeln. Mamséll, f.(Pl.-s,-en). Im 18. Jh. (Gellert 3, 13, Lessing 1, 384) nach frz. Sitte ehrende Bezeichnung junger bürgerl. Mädchen, gekürzt aus frz. mademoiselle f.«Fräulein», eig.«mein Fräuleiny. Jetzt«Dienstmädchen, das über den andern Mädchen steht, Leiterin des Milch- u. Hauswesens auf Gütern». man, Pronomen der 3. Person, durch das ohne Bezug auf ein bestimmtes Subjekt ausgesagt werden soll, was zugleich von mehreren Personen gelten kann. Ebenso steht schon im Mhd. der man, ein man u. bloßes man, im nächsten Satze darauf bezügliches er, im Ahd.-Asächs.-Ags. man, eig.«irgend- ein Menschy. Im Got. ist das Subst. manna nur mit der Verneinung ni«niemand» pro- nominal gebraucht. Ebenso frz. on, afrz. om «man), aus afrz. hom, lat. homo«Mensch). ²man: nur, aber. Bei H. von Kleist zerbr. Krug 7, aus dem nd. Volksmunde, mnd. men, man«nur, sonderny, dän.-schwed. men«son- dern, aber», entstanden aus asächs. neuwan caußer, mhd.-ahd. ni-wan«nichts als, nur. zwan ist Ntr. eines Adj. wan cfehlend. manch, adj.: der eine und andre, bes. von vielen. Bei Luther manch nach dem Md., mhd. manec, manic, manc, daneben maneg, manig, umgelautet menic, menig, md. manich, manch, ahd. manag; dazu asächs. manag, maneg, mnd. mannich, mennich, ndl. menig, afries. manich, monich, ags. manig, monig, mœnig, engl. mang, anord. mangr, gew. margr, got. manags«vielꝰ, im Mhd. schon der heutige unbestimmte pro- nominale Begriff. Urverw. mit abg. maunogä «viely, air. menic häufig). Vgl. mannig, Menge. 4BL. mancherlei, eig. zusammen- gerückte Gen. Pl.(s.-lei), mhd. maniger leie(n), im Voc. ex quo 1469 mancherleg. manchmal, adv., eig. Akk. Sg., bei Luther(Mark. 7, 3). Mandarin, m.(- u.-en, Pl.-eln]): chine- sischer höhrer Staatsbeamter. 1694 bei Nehring. Aus glbd. port. mandarin m.(woher auch ital. mandarino, frz. mandarin), von aind. mantrin- Ratgeber» zu mantra-«Raty, aber offenbar angelehnt an lat. mandäre(s. Mandat).

Mandarine, f.(Pl.-n): kleine Apfelsine. Vielleicht zum vorigen. In neuster Zeit entl. aus glbd. frz. mandarine.

Mandät, n.(-s, Pl.-e): Bevollmächtigung, obrigkeitliche Verordnung. 1504 bei Liliencron 2, 496, 101. Aus lat. mandätum n.«Auftrag, kaiserlicher Befehl⸗, von lat. mandäre cauf- tragen, anbefehlen, bestelleny». Mandatär, m. (, Pl.-e): Bevollmächtigter, 1571 bei Rot Mandatari, aus lat. mandãtãrius m.

Mande, f.(Pl.-n): Korb ohne Henkel. Md. u. nd. 1691 bei Stieler Mand, Mann m., mnd.-mndl. u. 1477 clev. mande f., 1495 in der Kölner Gemma Fb mande u. CSb mandekijn, in der Hagenauer 1510 man, 1540 bei Alberus Manne, mrhein. u. wetterau. Mahne f., auch Mahnde, westerwäld. Mahnt, aachen. Mange f.; dazu ags. mand, mond f., engl. mand, maund Handkorb. Aus dem Germ. entl. frz. manne (pikard. mande) f.«Korb.

1 Mandel, f.(Pl.-n), östr. auch m.(-5, Pl. -In]): aufgesetzter Haufen von 15 Getreide- garben; Zahl von 15 Stück. In der 1. Bed. bei Luther Mandel m.(Ruth 3, 7) u. 1562 bei Mathesius Sar. 238 5 als Ntr.(auch bei Müller Siegfr. v. Lindenb. 1, 117 und Gotter Esther 2, 6), im 15. Jh. mandel, mantel, aber schon mlat. 1242 mandala f.(aus Cambray); in der 2. Bed. 1504 bei Liliencron 2, 509, 136 u. mnd. im 15. Jh. mandel, md. 1517 bei Trochus C als M. od. N. Dunklen Urspr. 45L. man- deln, v. intr.: Getreidemandeln ergeben(bei Voß); trans. in Mandeln setzen(1697 bei Be- sold Thesaurus 1, 660).

2Mandel, f.(Pl.-/): die Frucht des Mandel- baums; dann nach der Ahnlichkeit die Hals- drüse(1574 bei Fischart Onomast. 391, aber mandelgeschaer Diefenb. gl. 586 aus Peypus nomencl. von 1530). In urspr. Bed. mhd. mndel f. m.(auch älternhd. Mask.), ahd.-and. mandala f., aus glbd. lat. amandala neben ält. anw,gdala, gr. dνddXn f., woher auch ndl. amandel m., prov. amandola, ital. mandola, frz. amande f., engl. almond. ZUS. MNandelbaum, m., mhd. mandelboum m. Mandelberg, m.: zucker- hutartiges Backwerk von Mandeln, bei Roth 1791. Mandelkern, m., mhd. mandelkern(e)m. Mandelmilch, f., mhd. mandelmilch f.

Mandelkrähe, f.: die blaue Krähe, coracias garrula. 1753 bei Zincke öcon. Lex. Der Name, weil der Vogel zur Erntezeit, wo die Mandeln (. 1Mandel) auf dem Felde stehen, in Scharen zu uns kommt und sich gern auf diese setzt.

Daher auch Garbenkcrähe(bei Zincke).