Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
113-114
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113 Majolika

Makrele 114

Majestätsbeleidigung, f., 1741 bei Prisch. Majestätsverbrechen, n., bei Wiel. 10, 335. Majölika, f.(Pl.-en): bemaltes glasiertes Gefäß aus feinem Ton(Goethe 34, 1, 296 von 1797). Von der Insel Majorca verpflanzte sich diese urspr. arabische Kunstfertigkeit im 15. Jh. nach Mittelitalien, wo sie den Namen majolica f. erhielt. Bei Stalder 1812 schweiz. Majolilcer-, Majolãchen-Geschirr.

Majör, m.(-s, Pl.-e): Befehlshaber eines Bataillons usw., der zunächst höbre Offizier über dem Hauptmann und Rittmeister. Im 16. Jh.(1577 bei Henricpetri Generalhistorie 181) aus glbd. magor des spanischen Heer- wesens, 1617 im Teutsch. Michel 10 als Mode- wort(im 17. Jh. auch Majeur), statt der frühern Benennung Oberstwachtmeister, die als Höf- lichkeitsform noch im 19. Jh. gebraucht wurde. Span. mayor m. von lat. maior«größer?. ZUS. Majörsecke, f., bei Ladend. Beleg von 1873.

Majorän, Meiran,(so öst. ausschließlich) m.(-S, Pl.-e): die Gewürapflanze origanum majorana. Mhd. im 14. Jh. maiorän m.(Voc. opt. Nr. 43, 133), spüter auch mayorãn, mayerön, meyrõne, meyrôn, spätahd. maiolan(vgl. Zfd W. 6, 188), aus der mlat. Benennung mahorana f., einer Umbildung des gr.-lat. Namens der Pflanze amaracus m. f., amaracum n. und(mit An- knüpfung an maior) maioracus m., gr. Aαρσασs m. und d́uαᷣοov n. Im Mhd.(vielleicht im Gedanken an meie, meige«Main) umgebildet in meigramme m., noch bayr. Maigram m. Ndl. 1598 bei Kilian maiolegne, maghelegne, margheleyne, frz. marjolaine f., engl. marjoram «Majorany». Im gewöhnlichen Leben betont man seit dem 17. Jh. Mäjoran, Méiran.

Majorät, n.(-Iels, Pl.-e): das Vorzugs- recht des Altesten, dann das nur auf den Altesten vererbliche Familiengut. Im 17. Jh. aus glbd. mlat. majoratus m., von lat. maior «größer, ältery. ZUS. Majorätsherr, m.

majorénn, adj.: großjährig, mündig. In lat. Form 1703 bei Wächtler. Aus glbd. mlat. majorennis, von lat. mdior«größer, älter» u. annus m. Jahr». Davon Majoren- nität, f., 1703 bei Wächtler nach nlat. ma- jorennitas f.(Nehring 1694).

Majorität, f.(Pl.-en): die Stimmenmehr- heit. 1791 bei Roth. Aus mlat. majoritas f. cüberwiegende Größe», von lat. maãior«größr.

Majuüskel, f.(Pl.-en): großer Buchstabe. Aus mlat. majuscula(näml. lätera«Buchstabes), dem F. des lat. Adj. ma⁵ᷣu⁵ cetwas größer', Dim. von mäãior größery. Vgl. Minuskel.

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

Makadam, m. n.(bayr. nur n.)(-S, Pl.-e): eine nach dem von Mac Adam(17561836) erfundnen System gebaute Landstraßendecke.

Makel, m.(-s, Pl. wie Sg.): verunreinigen- der Fleck, unschön Machendes. Mhd. bei Frauenlob von Adams Sündenfall. Aus lat. macula f.«Flecken, Schandfleck»(vgl. 2 Mal). Bei Frisch 1741 F., bei Stieler 1691 Ntr. ZUS makellos, adj., 1776 bei Maler Müller 2, 184.

imäkeln, v.: kleinlich tadeln, bekritteln. 1769 bei Herder krit. Wälder 2, 12 mäckeln, aus glbd. nd. mäkeln, das sich durch Beob- achtung des Feilschens u. Krittelns der Makler aus 2mälceln entwickelt hat(bei Goethe 26, 176 markten und m.). 43L. Mäkelei, f., bei Schiller(an Goethe 5, 15) Mäckeley. Mäkler, m.: Krittler, nd. mälceler.

mäkeln, makeln, v.: den Unterhändler machen, Maklergeschäfte treiben. 1691 bei Stieler mäkcelen, aus glbd. nd. mäsceln, ndl. malcelen, bei Kilian 1598 maeckelen, zu nd. maken«macheny». Mäkler, Makler, m. (s, Pl. wie Sg.): Unterhündler. 1691 bei Stieler Mälsler neben Mäker(auch bei Schottel 1663 Mälcker), 1663 bei Schupp 206 Makeler, 1647 bei Olearius pers. Reis. 3, 14 Meckler, 1650 bei Moscherosch Phil. 1, 384 Mackler; dazu 1477 clev. makelare, mekeler, mnd. mekeler, malkeler, ndl. 1598 maeckelaer, auch obd. 1470 mecheler m.«Unterkäufer, Mäklery u. mechele f. «Kupplerin⸗. Von machen, mnd. maken nebst malcer, meker m.«Macher»(s. d.).

Makkaröni, Pl.: gerollte Nudeln. Aus glbd. venez. Pl. macaroni, ital. maccherone m. «Fadennudel?, von ital. maccare«quetschen, kneteny». Im 18. Jh. Vgl. Makrone.

makkarönisch, adj., in makkaronische Poesie: Poesie in lateinischer Sprache, ver- setzt mit Wörtern einer andern Sprache, die lateinisch gebeugt werden. Name(nach den macaroni, der Leibspeise der Italiener, vornehmlich der Landleute, s. Makkaroni, daher 1582 bei Fischart Garg. 31 Nuttelverse d. h.«Nudelversey) und Poesie aus Italien, wo der Paduaner Typhis Odaxius(Tifi degli Odasi 1488) als Erfinder dieser Dichtart sein Carmen macaronicum herausgab. Die erste Anwendung in Deutschland 1494 bei Brant Narr. 52, 34 u. 1527 bei Murner Ketzer- kalender(Scheibles Kloster 10, 207), das erste makkaronische Gedicht bei uns ist ein 154650 gedichtetes Pasquill(Gödeke Gr. ² 2, 511).

Makréle, f.(Pl.-/): der Heringe fressende Seefisch scomber scombrus; im Binnenlande

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