Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
111-112
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111 mähren

Majestät 112

engl. mare, anord. merr f., schwed. dän. märr «Stutey. Feminine Bildung zu mhd. marc n. «HRoß, Streitroßy(Gen.-kes), auch march(Gen. -hes), md. im 14. Jh. u. ndrhein. im 13. Jh. mar, ahd. marahn., dazu ags. mearh m.(Gen. méares), anord. marr m.«Pferd. Urverw. mit(oder entl. aus) akelt. marka«Pferd»(Pausanias 10, 19, 4), air. marc, kymr. march m. mähren, s. mären.

Mährte, s. Märte.

Mai, m.(-Lels, Pl.-e[n], dichterisch schwach- flekt. Gen.-en): der fünfte Monat im Jahre; der Blütenmonat, die Blütenzeit. Aus Maie, schon 1482 Mag, mhd. mei(g)e, meije, ahd. meio m., aus glbd. lat. Mäãjus. Dasselbe Wort in besondrer Anwendung auf die im Mai frisch grünenden Birken, Weiden usw. ist Maie, m.(9n, Pl.-n), in der 1. Bed. jetzt f.(Pl.-n): grüner Festzweig, Festbaum mit grünem, büschelförmigem Wipfel;(im Forst- wesen) ein durch den alljährlichen Safttrieb entstandner Zweigschoß(1777 bei Adelung May m.); Blumenstrauß(1541 bei Frisius 362 5 Meyen m., noch obd. Maien m.). In der 1. Bed. bei Luther Pl. Meigen, bei Duez 1664 Mey m., 1693 bei Kramer 690 b Mäyen m., bei Stieler 1691 Meye f., bei Ludwig 1716 Maye f., bei Voß Maie f., mhd. im 14. Jh. maye m.«Maibaumy, auch ital. maio, frz. ma m. Maie». 4BL. maien, v. imp.: Mal werden, grünen, mhd. meien, meigen. ZUS. Maibaum, m., 1664 bei Duez Meybaum, bei Günther 595 Mayenbaum. Maiblume, f.: die im Mai blühende glöckchenartige Blume convallaria, 1514 bei Keisersberg Schiff d. Pen. 125 maiblümlin, spätmhd. im 15. Jh. meiblume(Altd. Wälder1, 152); aber bei Luther Weish. 2, 7 Meyenblume«im Mai blühende Blumey, 1482 im Voc. theut. t 5 mayenplum «umbilicum Veneris». Maifeier, f., seit 1890 sozialistisches Schlagwort für den Weltfeier- tag am 1. Mai. Maifisch, m.: die Alse, clupea alosa, mhd. mei(en)visch(von 1382). Maiglöckehen, n.: Maiblume, im 18. Jh. Maienglocke. Maikäfer, m., 1517 bei Trochus H6 2 megenkefer, 1664 bei Duez Meykäfer. Maikraut, n.: der im Mai blühende Wald- meister, asperula odorata, erst nach 1830; früher das Schellkraut chelidonium(1546 bei Bock 43 a Meienkraut). Maitrank, m. und Maiwein, m., erst nach 1830.

Maid, f.(Pl.-e), dichterisch für Mädchen, älternhd. Meid, Meyd(Duez 1664, aber 1642 Meidlein), mhd. meit aus maget f.(s. Magd).

Mais, m.(Gen.-es): türkischer Weizen, Welschkorn. 1534 bei Franck Weltbuch 231 b Maytz, bei Münster Cosmogr.(1628) S. 1697 Mays u. S. 1737 Mais, aus frz. mais, span.- ital. maiz m., ein mit der Pflanze, die Columbus nach Europa brachte, überkommnes Wort von Haiti, wo es mahis gelautet haben soll.

Maische, f.(Pl.-e): das geschrotne u. angebrühte Malz beim Bierbrauen u. Brannt- weinbrennen. 1741 bei Frisch Maisch m.«der noch nicht lautre Wein, Most», 1687 bei Hoh- berg 1, 4864 Maisch m. die gequetschten Trauben bei der Mostbereitung», ebenso mhd. im 14. Jh. malsch m.«Traubenmeischey, 1422 meysch«mulsum, Mety, dann übertragen auf das Bier- u. Branntweinmalz mnd. Mesch, 1691 bei Stieler Meische f., 1777 bei Adelung Meisch, Mösch m., 1783 bei Jacobsson Meesch, Maisch, Meisch, Meusch m.; dazu engl. mash, mengl. mask(im maskefat«Maischfaß), ags. moεsc (in mãsc-, mãxwyrt f.«Maischwürze⸗), entl. dän. mask, schwed. mäsk m. Maische, Malzy. Kaum zu mischen(s. d.), obgleich 1557 bei Waldis Esopus 4, 19, 68 meyschen«mischen, darunterschlagen»(von Eiern unter Speisen), engl. mash zerquetschen, mischen, maischen?, mengl. maschin«mischen». Wohl aber ur- verw. mit abg. mezga f. Saft, Baumsaft. meischen, v.: Biermalz od. Branntweinmalz mit heißem Wasser begießen und umrühren zum Ausziehen des Zuckers u. Schleimes, 1691 bei Stieler meischen, 1731 bei Zincke öcon. Lex. möschen, 1783 bei Jacobsson meeschen, maischen, meischen, möschen. ZUS. Maisch- bottich, m., 1731 bei Zincke öcon. Lex. Meusch-, Möschboltich, mnd. maselkcbudde. Maischfaß, n., 1741 bei Frisch im«Wein- berg, die zerstampften Beere nach der Kälter zu führen», mengl. maskefat.

Maiß, m.(-es, Pl.-e): Holzschlag, Holz- abtrieb; abgetriebner Platz im Wald. Mhd. im 14. Jh. maiz m.«Holzabtrieb», spütmhd. meiz m.«eingemeißelter Zierat», von älter- obd. u. noch bayr. maißen, mhd. meizen, ahd. meizan, got. mäitan«hauen»(s. Meißßel).

Maitrésse, s. Mätresse.

Majestät, f.(Pl.-en): Hoheit, Herrlich- keit; Königs-, Kaiserwürde. Bei Luther 1, 456 à Maiestet, mhd. majestãt f. m., spätmhd. auch majestcœæt, aus lat. mãtestas f. Größe, Hoheit?, dann auch«Anrede an den Kaiser?(Horaz epist. 2, 1, 258 maiestas tud), von lat. mãius «großy. Davon majestätisch, adj., 1573 in Luthers Tischr. 412²2 mayestätisch. ZUS.