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mundartlich). Mhd. mal(e)n(Präs. mal, melst, melt, Prät. muol, Part. gemal(e)n, aber 1497 auch schon im Prät. maelte Weist. 2, 569), ahd. malan; dazu asächs. malan, mnd. malen, melen, ndl. malen(Prät. maalde), anord.-schwed. mala(Prät. möl, Part. malinn), dän. male, got. malan. Urverw. mit glbd. lat. molére, gr. uοMeiv, lit. mälti(Präs. mali), abg. mleti (Präs. meljq), air. melim«mahle», armen. malem cich zerstoßes, alb. miel«Mehl». Gleichen Stammes sind malmen, Malter, Mehl, Milbe, Mühle. RA. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, mhd. der ouch é zuo den mülen kumt, der melt ouch é(Schwabenspiegel Nr. 312, 10 Wacker- nagel). 4B L. Mahler, m.: auf der Mühle Mahlender, in dem Kinderruf an den Müller und den von den weißbestäubten Flügeln Müller genannten Kohlweißling Müller, Müller, Mahler/ Westmd. 1417 maler«Mahlgast»(Weist. 5, 612, 17), and. maleri, ndl. maler, isl. malari m. «Müller». ZUS. Mahlgang, m.: Abteilung in einer Mühle, die Vorrichtung zum Mehl- mahlen enthaltend, 1741 bei Frisch. Mahl- gast, m., spätmhd. malgast. Mahlgeld, n., mhd. mal(e)gelt n. Mahlmühle, f.: Getreide- mühle, spätmhd. malmüle f. Mahlsteuer, f.: Steuer von Gemahlenem. 1820 in Preußen eingeführt. Mahlstrom, m.: der stromartige Seestrudel an der norwegischen Küste, 1777 bei Adelung, dän. malström aus ndl. maal- stroom m. Nach Falk-Torp ist hier mahl aus holl. waal«Wirbel» entstanden. Mahlzahn, m.: Backzahn zum Mahlen oder Zermalmen der Speisen, 1777 bei Adelung.
mählich, adv.: in bequemer Ruhe und Langsamkeit, nach und nach. Nur noch im gewählten Stile bei Dichtern. Als Adj. 1445 mãächleich bei Diefenb. gl. 324 ², im Liber ord. rer. von 1429 Bl. 19 mcœlich, 1482 im Voc. theut. t Sa melich und gemelich«langsam; als Adv. spätmhd. im 15. Jh. mechlichen), 1420 md. melich(Schröer Vocabular. Nr. 2601), bei Luther 4, 44 2 mehlich u. 1. Mos. 33, 14 meilich, 1664 bei Duez meylich, aber noch 1734 bei Steinbach mächlich. S. allmählich u. gemächlich. Zu Gemach gehörig.
Mähne, f.(Pl.-n): lang herabhängendes Hals-, Kammhaar. 1642 bei Duez M., 1541 bei Frisius 495²4 Mäne, 1537 bei Dasypodius Möne f., der Umlaut erklärt sich aus älter- nhd. meng Voc. theut. 1482 t 8 b, menin f. Zimmer. Chron. ² 1, 567, 31, mänin f. 1563 in Gesners Tierbuch, noch schweiz. Mäni, Mähni f. Mhd. man(e) f. und m.(auch älter-
nhd. Man m. 1571 Heydn Plinius 202, Mahn m. Rachel Sat. 1, 332, wetterau. Mon m.), ahd. mana f.; dazu mnd. man m., afries. mona m., mndl. mane f., ndl. maan, ags. manu f., engl. mane, anord. môn f., schwed.-dän. man «Mähne». Abgeleitet sind isl. makki, schwed.- dän. manke m.«der obre dicke Hals der Last- tierey, sowie ahd. menni, asächs. meni n., ags. mene, myne m., anord. men n.«Halsschmuck». Urverw. mit lat. monile n.«Halsband, gr.- dor. Hvvoc, udv(v)oc«Halsband», kelt.-gr. uovidxnc m.«goldnes Hals- und Armband der Kelten», air. mauin, muinel«Nacken», maince &Halskettey, abg. monislo n.«Halskette, ai. mäni-(?) m. f.«Perlenschnur, Geschmeidey, manjã f. Nacken. 1
mahnen, v.:(antreibend) gedenken machen, erinnern, auffordern, mhd. manen, ahd. manõn, zuweilen manén(auch monén in ahd. farmonén, md. vermonen); dazu asächs. manon, afries. monia, ags. manian,(entl.) spätanord.-schwed. mana, dün. mane. Urverw. mit lat. monére cermahnen», lit. iꝰ⸗maniti«verstehen», aind. mändjati«ehrt, erweist EChrey, awest. man- cdenken, bedenken», ir. huanaib muintib ca monitis». Vgl. Minne. 4BL. Mahner, m., 1541 bei Frisius 5602 Maner. Mahnung, f., mhd. manunge f. ZUS. Mahnbrief, m., um 1480 im Voc. inc. teut. n 3 b manbrieff. Mahn- zettel, m., 1675 bei Weise kl. Leute 86.
Mahr, m.(-els, Pl.-e): drückender Nacht- geist, Alp. 1691 bei Stieler Mar m., Mare f., 1664 bei Duez Maar m., mhd. mar(e) m. 1., ahd. mara f.; dazu mnd. mar m. f., nnd. mτ, mor f., mndl. mare f., nndl. nachtmaer,-merrje, ags. mara m., engl. nightmare, anord. schwed. mara f., dän. mare Nachtalpy. Dazu air. moõr(r)igain«lamia», eig.«Alpkönigin»,(ur- verw. oder entl.) poln. mora, tschech. mura f. Alpy, russ. kilcimora f.«Gespensty. Halb aus dem Germ. entl. frz. cauchemar, m.«Alp- drücken»(cauche- aus lat. calcare treten, pressen*). Nicht sicher erklärt. Vgl. Btr. 23, 351; 24, 530; Schrader RL. 27.
Mahre, s. Mur(e).
Mähre, f.(Pl.-n): Stute; schlechtes, elen- des Pferd(1691 bei Stieler); liederliche Weibs- person(schon ahd. in merihun sun, mhd. merhensun«Hurensohn»). In der 1. Bed. bei Luther Sir. 33, 6 Mere(aus dem Md.), um 1480 im Voc. inc. teut. q 1* mehre, aber älter- nhd. und noch bayr.-öst. Merch, mhd. merh e), ahd.-and. mer(i)ha f.; dazu mnd. mere, ndl. mer(r)ie, afries. merrie, ags. mere, mlere f.,


