Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
97-98
Einzelbild herunterladen

97 Lunze

Lüster 98

den, was andre einem tun wollen», nach dem scharfen Geruch der glimmenden Lunte, der den unsichtbaren Schützen verrät, 1663 bei Schottel er reucht lunten, mndl. lont ruiken.

Lunze, f.: Eingeweide, bes. vom Wild. Weidmännisch. Bei Luther. Vielleicht aus *Iangeze zu Lunge.

lunzen, v.: leicht und leise behaglich schlummern, besonders über die gewöhnliche Schlafzeit oder außer derselben. Mhd. lunzen; davon älternhd. im 16. Jh. Lanze f.«faules Weibsbild, Beischläferin» noch kärnt.schweiz. Lunze f.«träge Person, Bettlägeriny, kärnt.- schweiz.-els. Lunal m.«nachlässiger Menschy. Unerklärt.

Lupe, f.(Pl.-/): Vergrößerungsglas zum Halten. 1801 bei Campe Loupe, aus frz. loupe f. ckreisförmige Geschwulst unter der Haut, sogenannte Wolfsgeschwulsty, dann nach der Ahnlichkeit von dieser«die(kreisförmige, auf beiden Seiten erhaben geschliffene, ein- gefaßte) Glaslinse zum Halten?, von lat. lupa f.«Wölfin».

lüpfen, lupfen, v.: ein wenig in die Höhe heben. Obd. lapfen(auch bei Wieland

u. Goethe), mhd. lupfen, lüpfen«in die Höhe heben», intr.«sich erheben, sich schleunig

bewegen». Herkunft dunkel. Im Nhd. ver- mengt u. verdrängt durch glbd. lüften(s. d.).

Lupine, f.(Pl.-n): Wolfs-, Feigbohne. 1731 bei Zincke öcon. Lex., aus glbd. mlat. lapina f., lat. lupinaus m. u. lupinum n., von lat. Laupus m.«Wolf.

Luppe, Lüppe, f.: Mittel zum Gerinnen- machen, s. Lab.

Lurch, m.(-es, Pl.-e): Kröte. 1663 bei Schottel Lorch; bei Frisch 1741 u. bei Bürger 327(aus dem Nd.) Lork. In erweitertem Sinne 1836 bei Oken 6, 419 Amphibien oder Lurche.

Lurre, f.(Pl.-n): falsches Vorgeben, Lüge. Nd. 1743 bei Richey, wo auch Lurrendreyer «Betrüger, der einen falschen Vorwand fein zu drechseln weiß. Dazu ndl. lorrendraajer «Schmuggler, Betrüger», schwed. lurendräjare Schmugglery, dän. larendreier«betrügerische u. listige Person». In der ndl. RA. ieman einen loer draajen«einem eine Nase drehenꝰ, soll loer auf asächs. ludera«Fetzen, Lumpen» und das ganze auf die Verfälschung des Tau- werks beim Seiler zurückgehen, eig.«Lumpen drehenv statt«guten Stoffes», dann«betrügeny. Vgl. Falk-Torp.

Luser, s. Loser.

Lust, f.(Pl. Lüste): heftiges Verlangen;

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

sinnliche Begierde(bes. biblisch im Plur.); angenehme Empfindung mit Streben nach dem Gegenstande; auch der Gegenstand und die Außerung dieser Empfindung. Bei Luther, Fischart, Moscherosch, Harsdörffer und noch obd. M., mhd. last m. und f.(Pl. Iäste), md. lust f.(Pl. laste), ahd. Iast f.(Pl. lasti, selten lusta); dazu asächs.-afries. Iust f., ags. lest m., engl. list, lust, anord. Iyst f. und losti m., got. lastus m. Die schwache Form Lusten m. im 16. Jh. bei Alberus usw. und noch in Mitteldeutschland, loste im mrhein. Voc. ex quo von 1469, noch wetterau. Loste m. Viel- leicht urverw. mit aind. lãlasa-«begierigy, abhi-lagati begehrt», gr. Maiecéaucbegehreny, Xdt, ich will», lat. lasciuis«ausgelassen, lustigy. RA. Die Lust büßen: sein Verlangen befriedigen(bei Luther Ps. 78, 29 f. u. o.). 4BL. Lustbarkeit, f., mhd. lustbœrecheit, md. lustbérkeit f.«Freude, Wohlgefallen», zum spätmhd. Adj. lustber«Wohlgefallen erregend, reizend. lüsten, v. imp.(mich lüstet), mhd. lüsten, lusten, ahd. lastjan, lusten, asächs. lustjan«verlangend erfreuen»(nur unpers.). lüstern, adj., bei Luther; dazu Lüstern- heit, f., 1691 bei Stieler. lüstern, v., 1678 bei Krämer lüsteren, im 15. Jh. bei Diefenb. gl. 387 blustern. Lustierung, f.: Erlustigung, ergötzlicher Zeitvertreib, 1540 bei Alberus dict. Qd 3 ½ lusteerung f. Iustig, adj., mhd. lustec, lustic«Wohlgefallen erregend, anmutig, angenehm, heiter, vergnügt, begierig; davon

Lustigkeit, f., 1470 lustigkeit, mhd. lustekeit,

md. lusticheit f. Lüstling, m., im 17. Jh. Harsdörffer bei Schottel(1663) 371 b Lustling. lustsam, adj., nur noch altertümlich bei Uhland, mhd. Ius(f)sam, ahd.-asächs. lustsam canmutig, lieblichy, got. lustusams«ersehnt. ZUS. Lustgarten, m., bei Luther Pred. Sal. 2, 5, Franck Weltb. 1534 S. 232 a. Lust- haus, n., spätmhd. Iusthüs n. Lustreise, f., 1641 bei Schottel 355. Lustseuche, f.: krank- hafte Begierde nach fleischlicher Lust(bei Luther 1. Thess. 4, 5), dann die Franzosen- krankheit(bei Drollinger 60 vom J. 1726). Lustspiel, n.: Komödie, 1536 auf Bücher- titeln(s. Gottsched nötiger Vorrat 1, 75). Lustwald, m., 1537 bei Dasypodius, 1527 in Städtechron. 29, 42, 6. Lustwandel, m.: Spaziergang, ein von Zesen(adriat. Rosen- mund S. 269) gebildetes Wort, ebenso wie lustwandeln, v. spazieren gehen(ebd. S. 218).

Lüster, m.(-e, Pl. wie Sg.): Glanz, Schimmer; feines Schmelzglas; Kronleuchter

7