93 Luhme
Lumpen 94
laginari, mnd. logenere m., von ahd.-asächs. lugina(s. Lüge). 4BL. lügnerisch, adj., 1691 bei Stieler.
Luhme, s. Lumme.
Luise, Frauenname. Aus frz. Louise, dem Fem. von Louis(s. Luchwig).
Luke, f.(Pl.-n): bloß mit einem Laden oder einer Falltüre verschließbare Offnung an einem Gebäude, z. B. im Dache, oder für Geschütz und Treppe auf einem Schiffe. 1716 bei Ludwig Lucke, 1595 bei Hulsius Schiff. 1, 46 Lugchen«große Türens. Aus mnd. luxle f.«Boden-, Kellerluke?, ndl. Iuik n. «Fensterladen⸗(bei Kilian lagckhe Deckel, Herdluken), dän. luge, schwed. lucka f.«Fall- türe, Laden, dann mit Laden oder Falltüre verschließbare Offnungy, isländ. Iãka f. die Tür woran. Gleichen Stammes wie Lücke und Loch(s. d.).
¹Iullen, v.: mit Lippen und Zunge saugen, 1517 bei Keisersberg Brösaml. 2, 23 b lüllen, nd. laullen«saugen», ndl. lullen«aus einer Röhrkanne saugen». Daneben dial. ladeln, so daß luli vielleicht aus laud! entstanden ist. 48L. Luller, m.: Sauglappen für kleine Kinder, Lutschbeutel.
*lullen, v.: einschläfernd leise tönen oder singen. 1663 bei Schottel; dazu glbd. ndl. ollen, lullen bei Kilian 1598, engl. Iall, zu ndl. lal, lol«Ton, Klang). Wohl lautnachahmend, eigentl. lulu singen. Vgl. aber tschech. lalati, serb. Haljati«in Schlaf singen» u. a. Der Kindersprache gehört an l.«Harn lassen. lumm, adj.: locker, schlotterig, weich. Alternhd.(1528 bei Gersdorff Wundarzn. 46 und Stieler 1691) und noch schwäb.-hessisch. Entsprechend schweiz. luem, lúem cweich, matt, schlafft, zahmy, bayr. Iuemicht, luemig kraftlos, schlappy, mhd. lüeme, md. lãme, ahd. laomi«matt, sanft, mild⸗, mhd. lüemen cerschlaffeny, verwandt mit lahm(s. d.). 4BL. Iummeln, v.: schlaff, welk sein, schlaff herabhangen, 1517 bei Keisersberg Evang. 120° lumlen, noch mrhein. schwäb. Iummlicht, adj.: abgespannt, welk, schlotterig, älternhd. (1517 bei Keisersberg Evang. 1522 und 1537 bei Dasypodius lumlecht). lIummer, adj.: schlapp, schlotterig, in Bayern und am Mittel- rhein; dazu Ilummericht, lIummerig, adj.: welk, schlaff, 1669 im Simpl. 106 lummericht. Dazu älternhd. im 16. und 17. Jh. lumpen «schlaff hangen, schlaff gehen»(Grimms Wb. 6, 1294 und Diefenbach-Wülcker 745). Vgl. Lümmel.
236 limmelhaft. Ilümmeln, v.:
Lumme, Luhme, f.(Pl.-n): die Polar- ente, colymbus arcticus, 1741 bei Frisch Lomme. Aus glbd. dän. loom, schwed. lom m., anord. lömr m. Vgl. Falk-Torp.
1Lummel, m.(-s): Lendenfleisch. Alter- nhd., noch schweiz. lammel m., hess. Tammer f. &Nierenbrateny, 1664 bei Duez Lümmel n. Lungenmus». Mhd. lembel e), ahd.-and. lum- bal m., mnd. Tummelen«Teile der Eingeweidey, vielleicht Nieren; dazu ndl. bei Kilian lemmer Lendenfleischy». Mit mhd. lansbe m.«Lende, Weiche» aus lat. lambus m. Lendey, lum- bulus und lumbellas m.«kleine Lendey.
2Lummel, f.(Pl.-/): Messerklinge. Mhd. lãmel, lõmel n. f., mnd. lemmelen n., ndl. bei Kilian lemmer æKlingey, aus lat. lamella, lamina f.«Metallblatty. Noch alem.-hessisch.
Lümmel, m.(-s, Pl. wie Sg.): unge- schlachter Mensch. 1565 b. Kirchhoff Wendun- mut 296 b Lümpel m., 1654 bei Olearius pers. Rosenthal 1, 4 Lümmel, ebenso bei Schottel, Duez, Stieler, 1652 bei Scherffer Ged. 410 Limmel, 1663 bei Schuppius Lemmel, Limmel. Gewöhnlich zu nd. lummel m.«Weichling, fauler Schlingel⸗, ndl. lummel m. einfältiger, grober Mensch gestellt, abgeleitet von lumm (s. d.). 4L. Lümmelei, f., 1678 bei Krämer Lümmeley. lümmelhaft, adj., bei Krämer 1678 lümmelhafftig, 1659 bei Butschky Kanzl. sich wie ein Lümmel betragen, 1691 bei Stieler.
lummeln, lummer usw., s. lumm.
Lump, m.(-en, Pl.-en, und seit Adelung starkfl. Gen.-S, Pl.-e): armseliger Mensch in abgerissner Kleidung, erbärmlicher Mensch von niedriger Gesinnung. 1675 im Alamod. Interim 197 Lumpe m., 1678 bei Krämer Lumpe f.«schlampiges Weibsbild, 1641 bei Weckherlin F. 1, 507, 126 Lunp m. Hervor- gegangen aus mhd. Nampe m. Zeugfetzen, Lumpen»(s. d.). Eine scherzhafte Weiter- bildung ist Lumpäzius, m.(1840 bei Heine Uber Börne 275), nach der Wiener Posse Lumpaci- Tagabundus von Nestroy 1831. 4BL. lumpen, v.: wie ein Lump leben, nachlässig, liederlich, schwelgerisch leben(bayr.-schweiz.); ferner in sich nicht lumpen lassen«sich nicht für einen Lump ansehen lassen, sich anständig und freigebig zeigen», 1691 bei Stieler, in gleicher Bed. 1620 in den Schausp. der engl. Komödianten 57 sich gar nichtes lampen. Im Ndl. des 16. Jh.(bei Kilian), wie noch heute, lompen«verächtlich behandeln, hudelnꝰ.
Lumpen, m.(-s, Pl. wie Sg.): zerrissnes


