Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
87-88
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87 Lote

Löwe 88

bei Schiffern, zur Prüfung der senkrechten Linie bei Maurern und Zimmerleuten; als Gewicht ½ Pfund. Mhd. 16¼ n.«Blei, gieß- bares Metall, Metallgemisch zum Löten, Senk- blei, aus Metall gegoßnes Gewicht,(bleiernes) Gewicht»; dazu mnd. löt, lode n. Blei, Kugel, Senkblei, Gewichtsstück, Gewicht von ½ Unze, als Münze ⁄1⁶6 Mk. alter Währung od. 2 Groteny, ndl. lood n., clev. 1477 loyt, loit«Blei, Gewicht», afries. lãd n.«bestimmtes Gewicht», ags. leadn., engl. lead«Bleiy,(entl.) schwed.-dän. lod. Ob L. mit air. ludide«Bleiy urverw. od. daraus entl. ist, bleibt unsicher. Aind. lohäm cröt- liches Metall» bleibt besser fern. Vgl. Btr. 17, 437, ZfdA. 42, 168. Vgl. Kraut. 4 BL. loten, v.: das Richt- oder Senkblei brauchen, 1777 bei Adelung, schon mnd. loden. löten, v.: mitgeschmolznem heißen Metall haften machen oder fest verbinden, mhd. Iœten, mnd. loden. lötig, adj.: ein Lot wiegend, vollhaltig, in 28s. 2. B. vierzehnlötig l4 Lot wiegend», dann bei Bestimmung des reinen Metallgehaltes 414 Lot reines Metall enthaltendy. Mhd. Iœtic, lœtec, mnd. lodich«vollwichtig, vollhaltigy. ZUS. Lötkolben, m., 1642 bei Duez Löth- kolb. lotrecht, adj.: senkrecht; Lötrohr, n., beide 1777 bei Adelung.

Lote, s. Lode.

Lothar, Mannsname. Ahd. Hlothari, Lud- heri(daher der Familienname Luther), mero- wing. lat. Chlodacharius, zgs. mit hlud-= gr. xurTGC«berühmt» u. ahd. hari, heri n. Heers⸗ s. Ludavig.

Lotse, m.(-n, Pl.-n): des Grundes kun- diger Schiffsführer bei der Ein- und Ausfahrt aus dem Hafen. 1716 bei Ludwig Loots, Loths, 1693 bei Kramer ital.-deutsch. Wb. 847 b Loots- mann. Aus nd. ndl. loots, mnd. im 14. Jh. lootsman, ndl. loodsman, aufgenommen aus engl. Ioadsman, mengl. lodesman,«Steuermann', ags. lãdmann m.«Wegweiser, Führer», von ags. lãd f.«Weg, Kurs», engl. load Gang»; im 15. Jh. ebenso mnd. leidsage«Lotse, eig. Wegsager»(Lappenberg Hamb. Rechtsalt. 1, 316). Vgl. Kluge ZfdW. 9, 119. Vgl. Pilot. 4B2. Iotsen, v.: als Lotse ein Schiff führen. Bei Musäus Volksm. 4, 80 einlootsen(bildl.).

Lotterbank, f.: Bank zum Liegen in den Bauernstuben Bayerns(Schmeller 1, 1541), auch bloß Lotter f. Lotterbett, n.: Faul- bett, Ruhebettlein, Kanapee, Sofa(bei Wieland, J. Paul), im 15. Jh. lotterbet, 2gs. mit südd. lotter adj.«unfest, lockerꝰ, dann abgespannt, matt, schlapp»(s. d. folg.), wovon auch lot-

tern, v.: schlaff sein(1588 pei Tabernämon- tanus 740), schlendern.

Lotterbube, m.: nichtswürdiger Land- läufer, Gaukler. Spätmhd. loterbuobe m. eig. «umherziehender Possenreißer», dann«dem liederlichen Leben ergebner, bestimmungs- los umherziehender Menschy, zgs. mit mhd. loter, lotter, adj.«unfest, locker», dann«locker in Sinn und Wandel, gaukelhaft, leichtsinnig, leichtfertig, falsch, bösartigy, ahd. lotar«leer, gehaltlos». Alternhd. dafür Lotter, mhd. loter, lotter m.«lockrer, leichtfertiger Mensch, Taugenichts, Possenreißer, Gaukler, possen- hafter Spruchsprecher zu Unterhaltung und Schmarotzerei⸗; dazu mnd. Iodder, loder, lode- rer m. Taugenichts, Possenreißer, Spielmann, Gauklery, mndl. lodder m.«liederlicher Kerl, Lump», ags. loddere m.«Bettler», anord. lod- dari m.«Spielmann,, entl. afrz. Iodier, loudier m. « Faulenzer, Taugenichtsy. Gleichen Stammes wie liederlich(s. d.).

Lotterie, f.(Pl.-n): Glücksspiel in Losen. 1700 bei Chr. Reuter Graf Ehrenfried 3, 3 Lotterie f.(Glückstopf), aus dem seit Anfang des 16. Jh. bezeugten ndl. loterije f.(1598 bei Kilian«ZLiehung der Lose»), 1562 bei Mathesius Sar. 236a der Niderlender loth, das sie im topff und in yr lotereytt legen, und den Zettel ein loth heissen,(s. 2L.s), vgl. Niete.

Lotto, n.(‧I, Pl.-s), auch Lottospiel, n.: Zahlenlotterie. 1715 bei Amaranthes. Aufge- nommen aus ital. Iotto m.«Glückstopf, Glücks- spiel»(s. ²Los).

Louisdor, m.(-S, Pl.-S u.-e), ein fran- zösisches, zuletzt etwa 16,50 Mk. geltendes Goldstück. 1694 bei Nehring. Eig. Louisd'or, d. i.«Ludwig von Gold, goldner Ludwig». Zuerst geprägt 1640 unter Ludwig XIII.

Löwe, m.(-n, Pl.-n): der sog. König der Tiere; Schlagwort für tonangebende Persön- lichkeit nach engl. lion seit 1828, vgl. Zfd W. 9, 290. Bei Luther Lewwe, Leu und Laus, noch 1664 bei Duez Leuo, 1561 bei Maaler Löuo, 1537 bei Dasypodius Lõw, mhd. lezbe, auch leowe, leuwoe(gekürzt leu), löueoe, im 14. Jh. bereits auftauchend löwe, md. Io(u)zoe, laue, ahd. leo, lio, Ieioo, bei Notker louwo m.; dazu andfrk. leo(nur im Gen. Pl. leono), mnd. Io(u) we, Iauaoe, lewwe, mndl. le(u)eoe, leu, ndl. leeu a) m., ags. leo m. f., engl. lion(nach dem frz. lion, wie schon mengl. liun, lioun), anord. 1ed m., leön n. und m., islünd. 1n n. Aus glbd. gr.-lat. leo(Gen. leonis), gr. Aéwv m. (Gen. Xéovroc). Doch lassen sich die Formen