83 Lork
löschen 84
Lork, m.: Kröte, s. Lurch.
1 Los, n.(Gen.-es, Pl. Löser): die Nachge- burt beim Vieh(hess.); Exkremente beim Wild (1687 bei Hohberg 2, 740 2 Lo6 n.), zu losen «los werden» u. 2Loszng(s. d.). Vgl. Gelos.
²Los, n.(Gen.-es, Pl.-e): bezeichnetes Stäbchen u. dgl., das zur Entscheidung, zum Ausschlag in einer Angelegenheit geworfen, gezogen wird; durch Losziehen oder werfen zuteil Gewordnes; Entscheidung durch Zu- fall. Bei Luther Los, im 17. Jh. bei Duez, Schottel usw. Loß, bei Krämer 1678 Loos (üblich in der 2. H. d. 18. und im 19. Jh.), mhd. 1ö3 n.(seltner m.), ahd.()löz n. m. Mittel(mit einem Zeichen versehnes, auf den Zufall hin geworfnes und wieder aufgenomm- nes, später nur gezognes Stäbchen) zu Schick- salsbefragung, zur Erforschung des Götter- willens, der Zukunft, dann durch Schicksals- befragung Angefallnes, ein zugeteiltes Recht, Erbteilung»; dazu asächs.-afries. hlöt m., ags. hlyt m., hlot n., hlét, hliet m., engl. lot«Loss, anord. hlaut n. Los, Anteil, das Opferblut, aus dessen Bewegungen beim Strömen und Tröpfeln ins Opferbecken die Zukunft ge- deutet wurde?, got. hlauts m.«Los, Erbschaft»; daneben ahd.(h)lug m.«ͥdurchs Los zuge- fallner Anteil, Landanteil», anord. hlatr m. Teil, Ding, Sache», hlati m. Teil». Zum Verbum mhd. liezen, ahd.(h)liozan«das Los werfen, losen, wahrsagen, zaubern, durchs Los zuteilen oder erlangen», asächs. hliotan, ags. Méolan, anord. hljöta«erlosen, erlangen?, daneben anord. hlata«durchs Los bestimmen?. Herkunft unsicher. Vgl. Schrader KZ. 30, 475, Zupitza 119. Aus dem Germ. entl. fræ. lot m.«Anteilꝰ, lotir(afrz.) c«losen»,(ufrz.) «Teilung macheny, loterie f.«Los-, Glücks- spielꝰ, ital. lotto m.«Glückstopf, Glücksspiel. Vgl. Lotterie. 4BL. losen, v.: das Los werfen oder ziehen, durchs Los bestimmen oder verteilen, mhd. lõözen(noch selten, aber im 15. Jh. nach Absterben des Zeitworts liezen rasch geliufig geworden). S. 4 Losung. ZUS. Lostag, m.: Tag, der das Geschick, namentlich die Witterung nachfolgender Tage und Zeiten vorhersagt. In Oberdeutschland. 1651 bei Colerus Hausbuch Prodromus 115 Lüßtage die sechs Tage nach dem Dreikönigs- tage, welche die Witterung des kommenden Jahres bestimmen.
los, adj.: nach Zusammenhang oder nach Verbundensein getrennt, unfest, ungebunden, der Verbindlichkeit enthoben, außer Verbind-
lichkeit gegen jem. Auch mit Gen. verbunden, schon mhd.(Tristan 292, 33), noch bei Schiller Jungfr. v. Orl. 1, 2. Mhd.-ahd. 16s«frei, ledig, befreit, beraubt»(seltner alleinstehend, meist in 2gs. Adj. auf lös, Adv. mhd. löse, ahd. 650); dazu sowohl für sich stehend als in Zss. asächs. 758, afries. lãs, ags. léas«frei wovon, ledig, leer», anord. lauss cfrei, lose, verfallen, nicht mehr gültig, schwach», got. laus ælos, leer, vergeblich, nichtigy. Zu ver- lieren, Verlust(s. d.), gr. Xow. Anders Zfd W. 11, 56. Vgl. lose. ZUS. losgehen, v.: ab- gehen, sich trennen wovon(1664 bei Duez); anfangen(1716 bei Ludwig). Iosziehen, v.: sich auf, gegen jem. in Bewegung setzen, tadeln, schelten(1654 bei Olearius).
tlöschen, v. intr.(Präs. lösche, lischlelst, er lischt, Prät. losch, Konj. lösche, Part. ge- loschen, Imp. lisch): aufhören zu leuchten, zu brennen, zu sein. Fast nur noch in den Zss. uus-, er-, verlõschen. Mhd. leschen(Präs. lische, Prät. lasch, Part. geloschen), einmal löschen, ahd. lescan(nur in ar-, irlescan), and. lescan. Nicht sicher erklärt. Vgl. IF. 18, 433, KZ. 40, 563. Kluge stellt es nicht unwahrscheinlich zu liegen, also aus*legska-. Eine ähnliche Bildung in gr. Xéc-n«Herbergen.
2löschen, v. trans.(Prät. löschte, Part. gelõscht, Imp. lösche): machen, daß etwas erlischt oder zu brennen aufhört. Fakt. zu löschen. Bei Luther lesschen, 1561 bei Maaler löschen, aber daneben im 17. Jh.(Duez, P. Fleming 118, Logau) und noch bis ins 18. Jh. leschen, mhd. leschen(Prät. leschte, laschte, laste), ahd. lescan(Part. in arlaskit, irleskit), asächs.(a)eskian. 4 BL. Löscher, m.: einer der löscht(im 15. Jh. lescher m.); Lösch- horn(bei Campe 1809). Löschung, f., 1561 bei Maaler. ZUS. Löschhlatt, n., 1664 bei Duez Leschblatt. Löschhorn, n.: horn- förmiges hohles Gefäß an einer Stange zum Löschen der Lichter, 1517 bei Trochus P 3² leschehorn, mnd. 1417 loschehorn bei Diefen- bach n. gl. 200 b; scherzweise von einer großen Nase, schon um 1500 bei H. Folz(Weim. Jahrb. 2, 120). Löschpapier, n., 1664 bei Duez Leschpapier.
slöschen, v.:(ein Schiff, dessen Ladung, Ware) ausladen. Seemannsausdruck, aus glbd. nd.-ndl. Iossen, dun. Iosse, schwed. lossa. 1716 bei Ludwig. Schon mnd. 1368 lossen«ent- laden, ausladen?, eig. los«leer machen?(s. 1os); ndl. Iossen, schwed. lossa bedeuten zu-
gleich«lösen, losmachen).


