Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
77-78
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77 löcken

Loge 78

gebildet(s. Spitzel). Lockvogel, m., 1512 bei Murner Schelm. 5, 20.

löcken, v.: hüpfen usw., s. ²lecken.

locker, adj.: unfest zusammenhangend; sittlich unfest(1777 bei Adelung). In 1. Bed. 1640 bei Comenius 407 locker, bei Krämer 1678 locker neben lack, lucker, 1562 bei Mathesius Sar. 91 5b lucker, 1482 im Voc. theut. t 22 loger, 1561 bei Maaler lucker«mild, gütig, zu lind, fahrlässig?. Von glbd. älterm luch(s. d.). 48L. lockern, v.: locker machen(Steinbach 1734); locker werden; locker leben(Weiße Op. 2, 192, Ausg. 1764 S. 269). Lockerheit, f., im 18. Jh. bei Lavater in der Bed.«Ungebundenheit im Denken und Handelny.

Lockpfeife usw., s. ²locken.

Lode, f.(Pl.-n): junger schlank auf- geschoßner Baum, eig. einjähriger Schößling. Früher auch Lohde, Lotte, Lote, Latte, bes. in Sommerlatte, mhd. sumerlate, latte, ahd. sumarlota,-la(t)ta f.«Sommerschößling»; da- zu mnd. lode, lade, 1477 clev. laide, mnld. loote f.«Jahresschößlingy. Zu ahd. liotan, got. liudan«wachsen»(s. Leate).

Loden, m.(-e, Pl. wie Sg.): grobes Tuch, hangendes Tuchstück. Mhd. lode m.(auch Zotte, hangender Haarbüschel», so noch bei Luther Tischr. 358 ²), ahd. odo, ludo m.; da- zu and. lotho«Lodenkleid, mnd. lode,«Fetzen, Lappen», ags. loda m.«grober Wollentuch- umwurf, grober Manteb, anord. 1odi m. rauhes zottiges Uberkleid, schwed. ladd, dän. lod, laad«feine Wolle, wolliges Haary. Nicht zu anord. lodinn zottigs, da dies zu got. liudan «wachsen⸗ gehört, sondern wohl zu gr. Adcioc (aus*latjos)«rauh, haarigy.

lodern, v.: emporflammen, flackernd auf- lohen. Bei Luther Joel 2,5 loddern, 1586 bei Mathesius Syrach 1, 48² lodern, im 15. Jh. md. ludern(Diefenb. gl. 238). Dieses md. Wort ist im 17. Jh. durch die Dichter empor- gekommen. Entweder zu dem in Lode vor- liegenden Verb got. liudan«wachseny oder zu mhd. lode«Zottey, s. Lodden. Beides wegen der mangelnden Vorgeschichte unsicher. ZUS. Loderasche, f.: weiße leichte Flugasche, bei Luther Weish. 2, 3 Lodderasche.

1Löffel, m.(-s, Pl. wie Sg.): aus einer breiten Vertiefung bestehendes Schöpfgefäß mitStiel;(nach der Ahnlichkeit weidmännisch) Ohr des Hasen(mhd., Gesamtabenteuer 2, 65, 400). In der 1. Bed. mhd. leffel m., auch löffel, laffel(aber noch bei Luther u. 1691 bei

Stieler Leffel), ahd. leffil, lepfil m.; dazu mnnd. lep(p)el, ndl. lepel, isl. lepill m. Zu md. laffen, nd. lappen, ahd. laffan«lecken, schlürfeny, ags. lapian ætrinken, schlürfen⸗, urverw. mit lat. lambèere cleckeny. RA. ber den L. barbieren cbetrügen», älter«rauh behandeln?, wie die Dorfbader taten, die einen L. in den Mund steckten, um eingefallne Wangen glatt zu. machen. Im 18. Jh. studentisch. 4 B L. löffeln, v.: mit dem Löffel schöpfen oder essen(bei Zwingli 2, 1, 400); sich löffeln, studentisch für «nachtrinken». ZUS. Löffelgans, f.: Reiher mit löffelartigem Schnabel, Pelikan, 1557 bei Heußlin Vogelb. 1722 Löfpler, Löffelganß. Löffelkraut, n.: Kraut, dessen langgestielte unterste Blätter fast löffelartig gestaltet sind, cochlearia(1588 bei Tabernämontanus).

2Löffel, m.:(-S, Pl. wie Sg.): läüppischer Mensch, buhlerischer Schöntuer. Schon im 17. Jh. veraltet, aber noch schweiz.-vorarlb., els. laffel, sowie in Rotalöjffel m. sich vor- drängender, zu junger Mensch»(bei Luther 1, 3 b Rotzleffel, bei J. M. Miller Walther 265 Rotzlaffe). Spätmhd. leffel«lâppischer Menscho, 1494 bei Brant Narr. 62, 3 löffel, 1540 bei Alberus dict. y 22 Läffel. Von Laffe(s. d.). 4BL. löffeln, v.: buhlerisch, schöntuend liebhaben(1574 bei Höniger Narrensch. 98 b löfplen), im ältern nhd.«sich wie ein Narr betragen, einen zum Narren haben»(H. Sachs 5, 226). Davon Löffelei, f.: verliebtes Ge- baren,(1590 bei Ringwaldt laut. Warh. 283); Löffler, m.: Näscher in der Liebe(1575 bei Fischart Garg. 398 Lefpler).

Eog, bayr. Logg, n.(-Tels, Pl.-e): Schiffs- meilenzeiger, d. i. Werkzeug, um die Weg- länge eines Schiffes zu messen. 1782 bei Jacobsson 2, 625 Lock n. m., 6, 467 Logg n. Aus engl. log« Meßlot, Meßstangey, eig.«Block, Holzstücky, das auf anord. lãg«umgestürzter Baumy zurückgeht. E. soll aber in techni- schem Sinne arab. Tau⁵ Tafel» wiedergeben.

Logarithmus, m.(Pl.-men): eine Art Verhältniszahl. Als Erfinder wird Lord Napier angesehen, der 1614 in Edinburg einen«Ka- non der Logarithmen» herausgab. Neulat. logarithmus m., zsgs. aus gr. XAé†oc m.«Wort, Rede, Vernunft, Rechnung, Verhältnis(Pro- portion)» u. 4ε³éc m. ZLahl». Davon 10- garfthmisch, adj.

Loge(spr. lo²e), f.(Pl.-n): verschlossener Sitzplatz im Schauspielhause(1694 bei Neh- ring, 1703 im Zeit. Lex. loges, aus glbd. frz. loge f.); Versammlungsort sowie Versammlung