Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
75-76
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75 Loch

locken 76

«loben, gestattenꝰ, entl. afrz. lober«spotten», lobe«Spott?. Lober, m.: der Lobende, Lob- preisende(Spr. Sal. 27, 21, Goethe Faust 3637), frühmhd. lobäre, ahd. lobari m. lobesam, lobesan, adj.: zu lobend, preiswürdig, mhd. lobesam, san, ahd. Iobosam(Adv. lobosamo), md.(am Rhein) louesam,-san, ags. lofsum. löblich, adj., älternhd. löbelich, mhd. 1ob(e)- lich, ahd. Iob(e)lih. ZUS. 1) Mit Lob: Lob- gesang, m., mhd. lopgesanc neben lobesanc m.; dazu ahd. Iob(o)sang, asächs.- ags. lofsang, anord. lofsöngr m. Iobhudeln, v.: durch Lob plagen, übertrieben loben, von Kluge Zfd W. 7, 40 aus dem J. 1778 nachgewiesen, aber noch nicht bei Campe. Loblied, n., mhd. lobeliet n. lobpreisen, v.(Prät. lob- preiste, Part. gelobpreist und im 18. Jh. ge- lobpriesen, alles unüblich) erst bei Wieland 2, 324 vom J. 1766 u. nach lobsagen u. lobsingen gebildet. Lobrede, f., 1664 bei Duez. Lob- redner, m., 1734 bei Steinbach, dafür b. Krämer 1678 Lobsprecher. Iobsagen, v., 1494 bei Brant Narrensch. 59, 31 lob sagen. lobsingen, v., mhd.(md.) lob(e)singen. Lobspruch, m., im 15. Jh. lopspruch m. 2) Mit dem Gen.- Sg. Lobes-: Lobeserhebung, f., 1673 bei Weise Erzn. 55. 3) Mit dem Gen. des subst. Inf. Lobens-: Jobenswert, adj., bei Opitz 2, 48 lobens werth, dafür 1537 bei Dasy- podius lobszwwert. 4) Mit dem Verb loben: lobwürdig, adj., 1605 bei Hulsius; 1537 bei Dasypodius lobwirdig.

1Loch, n. m.: Hain, Busch, in Wald- und Ortsnamen, s. Lok.

2Loch, n.(-els, Pl. Löcher): worein gehender unterbrechender leerer Zwischen- raum, Höhlung, Höhle usw.; Gefängnis; After (bei Keisersberg Herr Kunig 83²). In der 1. u. 2. Bed. mhd. Joch n.(Pl. loch, löcher), vereinzelt lach(Pl. lücher), ahd. loh n.(Pl. loh, locher, luchir)«Verschluß, Höhle, Offnung'; dazu ags. loc. n.«Verschlußy, engl. lock«Schloß, Schleusey, anord. lokx n.«Schluß, Deckel, Ende», got. luks in usluls m.«Offnungy. Zu mhd. lôchen«schließen, zuschließeny, ahd. Tuhhan in bilühhan zuschließen, verschließen?, asãchs.-ags. lãcan, afries.-anord. Iãla«schlie- Beny, got.(ga)läkan einschließen, verschließen». Aus dem Germ. entl. afrz. loc ᷣSchloß, Klinkey, nfrz. loguet, ital. lucchetto m.«Klinkey. Außer- germ., aber unsichere Beziehungen bei Falk- Torp s. v. luke. 4 BL. Iochen, v.: ein Loch worein schlagen, bohren, mhd. lochen. Löch- lein, n., mhd. löchelin,

Löchel, n., mhd. bei Megenberg löchel, ahd. luahhili n.; Löchelchen, n., 1701 bei Weise überfl. Ged. 227 Löchlichen; Löcherchen, Pl., bei Brockes ird. Vergnügen 2, 465. Von dem Plur. Löcher sind abgeleitet: löchericht, löcherig, adj.: Löcher habend, mhd. loche- reht, um 1480 im Voc. inc. teut. p. 2 b locherig. löchern, v., in durch-, zerlöchern, mhd. löchern. ZUS. Lochbeutel, m.: Tischler- meißel zum Löchermachen, 1712 bei Hübner Loch-Bedel(s. 1Beutel). Locheisen, n.: ein Eisen zum Stoßen oder Schlagen eines Loches.

lochen, v.: einen Waldbaum durch einen Einschnitt oder ein eingehauenes Merkmal bezeichnen, sowie Lochbaum, Lochstein(Grenz- stein), s. 1Lache.

Lochtaube, f.: Wald-, Holztaube, 1557 bei Heußlin Vogelb. 2482 u. bei Maaler 1561 Lochtaub, 1556 bei Frisius 9422 Holtztauch, Lachtaub. Von Loch m.«Wald»(s. Loh).

Locke, f.(Pl.-n): sich ringelnder Haar- büschel. Das Fem. erst 1711 bei Rädlein, hervorgegangen aus dem schw. M. Locke (Keisersberg Schiff d. Pen. 64, Opitz Hercinie 1630 S. 51, schon md. Plur. locken Passional 294, 70 H.) neben älterm Lock m.(bei Duez, Schottel, Stieler und noch 1783 bei Schiller Fiesko 2, 15), mhd. Ioc m.(Pl. locke, löcke), ahd. Ioc(h) m.; dazu and.-afries.-ags. loc, anord. lokkr m. Möglicherweise gleichen Stammes wie mhd. u. bayr. liechen ziehen, zupfen» (s. 4 lichten). Vielleicht urverwandt mit gr. AuTodv, XNurizeiv«biegen, krümmen), XUToc f. cbiegsamer junger Zweig», lit. lagnas«bieg- sam. 4.BE. löckeln, v.: in Löcklein[mhd. löckel(in) n.] biegen, 1678 bei Krämer löckelen. locken, v.: in Locken biegen, ahd. lochön. lockicht, lockig, adj., mhd. lockeht, 1741 bei Frisch lockig.

¹llocken, s. Locke.

zlocken, v.: verführerisch anziehen oder kommen machen. Mhd. locken, lücken, lacheen, ahd. Iokõn, lokkén, lucchen; dazu mnd.ndl. locken,(ags. giloccian«emulcere»), anord.- schwed. lolha, dän. lollle«lockeny. Verw. mit lit. lugoti«bitteny, kaum aber zu lat. lacio«locke?, vgl. Walde. 4B L. Lockung, f., mhd. Iockunge, ahd. lochunga f. ZUS. Lock- pfeife, f.: die die Vögel zum Fang anlockende Pfeife des Vogelstellers, 1662 bei Stoer 3195, Schottel S. 531. Lockspeise, f., 1640 bei Comenius Lockspeiß. Lockspitzel, m., zur Verdeutschung des frz. agent provocateur

ahd. lochilin n.; 1888 vom Züricher Schriftsteller Karl Henkel