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m.(Jen, Pl.-en): Gelehrter, der Schriftstellerei Ergebener, 1571 bei Rot Literat. Aus lat. lteräãtus«schriftkundig, wissenschaftlich ge- bildet, gelehrt». Literatür, f.(Pl.-en): Wissenschaftskunde, Bücherkenntnis, Schrif- tentum, Gesamtheit der schriftlichen Geistes- erzeugnisse, 1571 bei Rot Literatur, von lat. terãtura f.«Buchstabenschrift, Sprachkunst»; damit zgs. Literatúrgeschichte, f. bei Goethe 29, 148, dafür 1773 bei Lessing 9, 2 Litterär-Geschichte, 1799 Eichhorns Literar- geschichte u. 1805 Geschichte der Literatur.
Litéwka, f.(Pl.-en): blusenartiger Waffen- rock. Aus poln. litezoka, eig.«die Litauerin. In neurer Zeit im Heere.
Litfaßsäule, f.(Pl.-n): Anschlagssäule. Nach Litfuß, der solche Säulen zuerst aufstellte.
Lithogräph, m.(-en, Pl.-en): Stein- drucker. Aufgekommen nach der 1799 von Aloys Senefelder in München gemachten Er- findung der Steindruckerei, der Erfinder selbst bediente sich des Ausdrucks Steindrucker- kunst. Lithographie, f.(Pl.-n): Stein- druckerei, Steindruck. lithographieren, v. Alle zsgs. aus gr. NGoc m. Stein? u. pdqeiv ceingraben, zeichnen, schreiben.
litterär usw., frühere Schreibung für litiräãr usw.(s. d.).
Litürg, m.(-en, Pl.-en): den Gottesdienst leitender Geistlicher. Aus gr. Jat. Mturgus m. cöffentl. Diener, Staatsdienerꝰ, gr. Xerroup'röcm. «gemeinnütziger Arbeiter», zsgs. aus dem gr. Adj. Xerroc«das Volk betreffend, öffentlichy, und einer Bildung von gr. prov n.«Werk, Arbeit». Liturgie, f.(Pl.-en): vorschrifts- mäßige Ordnung des Gottesdienstes in Ge- beten usw., aus kirchenlat. Iitargia f.«Kirehen- dienst, Amt der heil. Messe, heilige kirchliche Handlung», von gr. Xerroupria f.«Staatsamty. 1728 bei Sperander. litürgisch, adj., nach kirchlich-mlat. liturgicus, gr. Xerroupruc adj. 1791 bei Roth.
Litze, f.(Pl.-en): dünne runde Schnur. Mhd. litze f.(vereinz. litsche)«Schnur, Schnur als Schranke, Gehege, Tuchleiste», über das Roman.(ital. liccia f.«Sperrseil, Schranke?, liccio m.«Aufzug beim Webenꝰ, span. 71208 Aufzug an Geweben⸗, frz. lice f.«Turnier- platz») von lat. löcium n. die Enden des Auf- zuges, Faden des Gewebes, Fadeny.
Liutgard, Frauenname, ahd. Liutgart.
Livrée, f.(Pl.-n): Bedientenkleidung mit Abzeichen. Aus frz. livrée, ital. livrea, span. librea f.«Kleidung, die der Herr, zunächst
der König bei großen Hoflagern seiner Diener- schaft gab, eig. Geliefertes», zu liefern(s. d.). Das frz. L. kam erst im 17. Jh. zu uns neben älterm Liberey(Franck Chron. 228, noch 1749 bei Hagedorn neue Fab. 55), im 16. bis tief ins 18. Jh. Liverey(noch bei Schiller Räuber 2, 2 in der Bed.«Leibfarbe»), Livrey(noch 1815 bei Uhland und bei Heine Livrei), 1580 bei Fischart Hütlein 840 Lieferei, im 15. Jh. lieberey, librei f.«Abzeichen an der Kleidung»(selbst hoher Personen). Die Schrei- bung Livree erst in der 2. H. d. 18. Jh., Liveree schon 1641 bei Garzoni Schauplatz 6993, Liberee bei Abr. a. S. Clara(† 1709). 2.US. Livréebedienter, m. 1777 bei Adelung, aber 1788 bei Haas teutsch.-franz. Wb. 2, 94 Lieber ey bediente.
Lizentiät, m.(-en, Pl.-en): wer auf Hoch- schulen, bevor er zur Doktorwürde der Fakul- tät gelangt ist, die Erlaubnis hat, seine Wissen- schaft auszuüben oder zu lehren. Bei Liliencron 4, 488 b vom J. 1549 Licentiate m., aus mlat. licentiatus, Part. Perf. Pass. von mlat. Iicenticre «Erlaubnis oder Freiheit wozu erteileny». Lizénz, f.(Pl.-en): Erlaubnis, Bewilligung, Freiheit worin; Erlaubnisschein. 1617 im Teutschen Michel 49 Licenta, aus lat. licentia f. «Erlaubnis zu tun, was man will», vom lat. Adj. licens«frei zur Tat», eig. Part. Präs. von licet«es ist erlaubt, steht frei.
Lloyd, m.(-S), als Name großer Handels., Schiffsversicherungs- und Dampfschiffahrtsge- sellschaften, auch von Zeitungen, stammt von dem Engländer Lloyd, der am Ende des 17. Jh. in London ein später in die Börse verlegtes Kaffeehaus errichtete, wo Handelsherren und Schiffsmäkler alle Seeversicherungen abschlos- sen; nach L. benannte man 1726 die Londoner Schiffahrtszeitung, dann im 18. Jh. eine große englische Handelsgesellschaft.
Lob, n.(lels, ohne Pl.): günstiges, bei- fälliges Urteil, Auszeichnung durch Beifall. Mhd. lop n. m.(Gen. 1obes), ahd. Iob n., md. lob, lab, lof; dazu asächs.-ags. Io; n. m., afries. lof«Lob, Ruhmꝰ, anord.-schwed. lof n., dän. lov Erlaubnis, Zustimmung, Lob, Lobge- dichty. Gleichen Stammes wie lieb(s. d.), glauben, erlauben, vgl. mhd. urlob, urlop, ahd. urlub neben urloup Erlaubnis». Eig. «Das Liebe, das Geschätzten. Ob lit. P'aupse ckirchlicher Lobgesangy, ãuεsinti dobpreisen verwandt sind, ist zweifelhaft. 4 BL. Ioben, v., mhd. loben, ahd. Iobõn, lobén; dazu asächs. lobõn, ags. lofian«loben, preisen?, anord. loa


