Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
67-68
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67 liederlich

Lind 68

awiliup n.«Danksagung». Lat. Iaus, Iaudis f. Loby, ir. Tüad Gespräch, Rede», die man verglichen hat, stimmen nicht im Auslaut. Die Verbindung mit abg. Ijuts«wildy, gr. Acco f.«Wuty(aus*last]) ist ansprechend, vgl. Btr. 30, 299. Urspr. L. wohl«Gesangstrophes; was wir Lied nennen, bezeichnete man im Anord. mit dem Pl. Höd und ebenso im Mhd. meist mit dem Pl. liet. 4BL. liedeln, v.: Lieder, Liedchen singen od. dichten, 1774 bei Klopstock Gelehrtenrep. 272. ZUS. Lieder- buch, n., mhd. liederbuochn. Liedertafel, f., als Name von Männergesangvereinen, der erste 1808 von Zelter in Berlin gestiftet mit Anspielung auf Artus' Tafelrunde. liederlich, adj: allzu leichthin nach Halt, Sinn und Tun. Mhd. liederlich«leicht und zierlich in Wuchs, Bewegung» usw., dann cleicht, unwichtig, gering»(Nicl. v. Wyle 81, 6), endlich«unachtsam, leichthin, leicht- fertig, locker an Sitten). Mit Bezug auf die letzte Bed. umgedeutet auf Luder(Stieler 1691), daher im 18. Jh. Läderlich geschrieben. Dazu ags. dre«schmutzig, schlecht) und mit Ablaut lotter(s. Lotterbube). Nach Uhlen- beck Btr. 26, 302 urverwandt mit abg. jatu «wildy, gr. AEcca f.«Wuty. Von andern zu gr. eXeUepoc, lat. liber«freiy gestellt unter Ansatz von idg. ¹leuth. Beides unsicher. 4 L. Liederlichkeit, f., spätmhd. Iiederlicheit f. «Unachtsamkeit, Leichtsinn», auch«Freigebig- keit». Liederjahn, Liederian, m.(-(els, -e), 2gs. mit Jahmn«Johann». Ostmitteldeutsch. Liedlohn, m.: Dienstboten-, Taglöhnerlohn. Mhd. lit-, lidlön m. n., entweder zgs. mit dem in den altdeutschen Gesetzen latinisiert vor- kommenden litus, lidus, lito m. chöriger Diener», oder, da Liedlohn im 16. Jh. auch vom Ehrensold des Arztes u. a. steht, zu ahd. lit«Gang, Weggang»(in ablid«Abgangs, dalit, uzgilit«Ausgang», s. ledig), eig.«der nach Beendigung der Arbeit gezahlte Lohn). liefern, v.: aus seiner Gewalt zu Handen geben. Im 15. u. 16. Jh. li(e)bern und li(e)fern, lüfern, um 1400 levern, mnd.-mndl. leberen, aus gleichbd. frz. liνrer, ital. liverare, livrare, von lat. lberãre«frei, los machen, entledigenꝰ, zu lat. liber frei. Vgl. Livree. Davon Lieferänt, m.(-en, Pl.-en), 1714 bei Wächtler Livrante. Lieferung, f., zu Anfang des 16. Jh. leberung, ybrung, lieferung. liegen, v.(Prät. lag, Konj. läge, Part. gelegen, Imp. liege): auf seiner größten Fläche oder Seite ruhen. 1482 im Voc. theut. s 8 b

liegen, aber bei Luther und noch im 17. Jh. ligen, mhd. ligen, frühmhd. Iiklcen, ahd. lig(g)an, md. lihen, lien, lin; dazu asächs. liggian, mnd. und mndl. liggen, afries. liga, lidsa, lidaia, ags. liegan, engl. lie, anord. liggja, schwed. ligga, dän. ligge, got. ligan. Urverwandt mit lat. lectus m.«Bett», gr. Aéxoc n., Aékrpov n. Lager, Betty, äxoxoc f.«Ehefrau», Rexcb f. Wöchnerin», NAéxoc m. Hinterhalt, Versteck, XExro, Xékaro ger legte sich, lagerte sich), air. lige n. Betty, abg. lesti«sich legen? (Präs. 1⁹), loνe n. Bett. Vgl. Lage, Lager, legen. 48L. Liegenschaft, f.: liegendes Gut, zu Anfang des 19. Jh. gebildet.

Liesch, n.(-es, Pl.-e), auch Liesche, f., eine Blütenkolben tragende Grasart. Schweiz.- oberhess. Spätmhd. liesche, ahd. lisca, lesc f., Rietgras, Farny(Zfd W. 3, 271); dazu mnd. lésch«Ried, Schnittgras, Schilf», mndl. Iiessch, nndl. li(e)s, lisch n. Aus dem Germ. entl. ital.'sca f.«Halmꝰ, frz. laãche f.«Riedgras». ZUS. Lieschgras, n., 1741 bei Frisch.

Liese, Frauenname, aus Elisabeth(s. d.).

Lift(els, Pl.- u.-s): Fahrstuhl, Auf- zug. In neurer Zeit aus glbd. engl. lift von ko lift, s. 3lichten.

Likör, m.(-s, Pl.-e): Gewürzbranntwein. 1776 bei Wagner Kinderm. 6 Ligueur, aus glbd. frz. liqueur m., von lat. liguor m.«5lüssig- keit», zu lat. liquére«flüssig sein». Daher in der ältern Heilkunde(Paracelsus usw.) Liquor cheilender Safty, 1710 bei Nehring liqueuer.

lila, adj.(ohne Flexion): fliederblau, blaß- violett. 1791 bei Roth Lilak, 1801 bei Campe Lilas(spr. lila)«EFliederfarbey. Aus fra. lilas, port. lilä, ital. span. liälac m.«span. Flieder, Syringey, aus pers. nãlaã«blau» über arab. IMTlak.

Lilie, f.(Pl.-n), die Blume lilium. Mhd. lilje, ahd. lilja f., liljo m. Aus dem Pl. Iilia des lat. Mlium n. Mhd. auch gilge, gilje f. m., noch bayr. Gilgen f., els. Jilge, nach glbd. ital. giglio m., rätorom. giglia f. Vgl. Btr. 22, 219.

Limöne, f.(Pl.-/): Zitrone. In der 1. H. des 16. Jh.(Bock 380). Aus glbd. ital.- mone m., frz. limon m., von pers. Nimun«Zitro- ne(nbaum)». 43 L. Limonäde, f.(Pl.-n): Zitronensaft mit Wasser und Zucker, 1709 bei Hübner Limonade, 1687 bei Hohberg Landleben 1, 329 Limonada f., aus frz. limo- nade, ital. limonata f.

Lind, n.: Baumbast zum Flechten. In der Wetterau. 1540 bei Alberus dict. Gg 42 lindt n., 1485 in den Weist. 3, 455 lint, im

Voc. ex quo 1469 lynt, baste, mhd. 1400 lint