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Leumund 58
Lettner, m.(-v, Pl. wie Sg.): die Empor- kirche, der Letter(s. d.). Mhd. lettener, 1429 leckner m.(Lesepult auf dem Chore der Kirche), aus mlat. lectionarium n. Buch mit den beim Gottesdienste nötigen Lesestückeny.
letz, adj.: link, verkehrt. Obd. Mhd. letze, lez, ahd. lezzt; in md. Mundarten lätsch (1664 bei Duez letsch). Verw. mit laß(s. d. und latsch).
Ietzen, v., in verletzen. Noch älternhd. letzen, mhd. letzen(Prät. laete, lezte)«laß machen, aufhalten, hemmen, hindern, schä- digen, kränken, endigen, begrenzen, wovon ausschließen, berauben», ahd. lezjan, lezzan (Prät. lezida, lazta)«aufhalten, beunruhigen, quälen, schädigen»; dazu asächs. lettian(Prät. letta, latta), ndl. letten, afries. letta, ags. lettan, engl. let, anord. letja(Prät. latta)«urück- halten, hemmen, hindern), got. latjan«träge machen, aufhalten). Zum Adj. la(s. d.).
*letzen, v.: erfreuend aufrichten, laben. Mhd. letzen(s. 1letzen in andrer Bedeutungs- entwicklung) u Ende bringen, befreien, eine Freundlichkeit wofür erweisen(eig. eine letze cein Abschiedsgeschenk, Abschiedstrunk, Ab- schiedsmahl), erfreuend aufrichten, erfrischen, refl. sich ergötzen, sich etwas zugute tun). 4BL. Letzung, f.: Abschiedsmahl(Stieler 1691), Erquickung.
letzt, superl. Adj.: kein andres Ding der- selben Art weiter nach sich habend. Im 15. Jh. letzt(Voc. theut. 1482 s 7 5b u. 83), letcæt und zugleich bis gegen Ende des 17. Jh. letst, welche Formen, vorzüglich die erste (letzt), aus dem Nd. ein- und durchgedrungen sind, denn schon asächs. lezt(lezto), laat(laato), vollständiger letist; dagegen mhd. lest neben dem ältermhd. lezzist, ahd. lagzöst, lezist, lezzest und lezist, lecist; dazu asächs. auch lasto, mnd. latest, last, gewöhnlich lest, ndl. lest, afries. letast, lest, ags. Iœtest(Adv. latost, latest) neben lœætemest(mit doppelter Super- lativendung), engl. last. Das Wort ist der Sup. von mhd. ahd. lag, asächs. lat«zurück- bleibend, saumselig, spät(s. 1 6). Der Komp. zu dem gleichsam wieder als Positiv betrach- teten Wort, letztere, ist nhd., 1626 bei Zincgref Apophth. 1, 62, Moscher. Phil. 2, 101. 4B. letzthin, adv., bei Wieland, Lessing. letztlich, adv., 1581 bei Fischart Bienk. 1482.
Letzte, f., in: auf die L., zu guter Letzt. Bei Luther 5, 1² L. f.«Endeꝰ, 3, 4932«Ab- schiedsmahl», 2, 514 zur L.«noch einmal
vor dem Aufhören», 1593 bei H. J. v. Braun-
schweig 193 zu guter I., 1618 bei Sandrub 56 (Ndr.) auff die letæt. Nebenform von mhd. letze f. Hinderung, Ende, Abschied, Abschiedsge- schenk» zu mhd. letzen(s. 2letzen).
Leu, m.(-en, Pl.-en), dichterisch für Löwe(s. d.), bei A. Gryphius, P. Fleming 140 und Brockes Löu, bei P. Gerhard und 1678 bei Krämer Leu, schon mhd. leu m.
Leuchse, f.(Pl.-n): Stemmleiste eines Leiterwagens. Bayr.-schwäb.-schweiz. Anfang des 15. Jh. bei Diefenbach gl. 590 b liuchsen,
lewwchsen, 1482 im Voc. theut. s 7 b leuchse; thür. Lise, rhein.-hess. Liehse f., Lisse, Liese
1753 bei Zincke öcon. Lex. 1683. Wohl ur- verw. mit glbd. tschech. lisné, poln. Iusnia, russ. Husnjä f., oder sind diese entlehnt? Leuchte, f.(Pl.-n): durchsichtiger ge- schlossener Lichtbehälter zum Leuchten. Im 15. Jh. leuchte, mhd. liuhte, md. läüchte f., zuerst Helligkeit, Glanz», dann Leucht- apparat, ahd. Iôuhta f., zunächst«Glutpfanney, besonders zum Leuchten. Von leuchten, v.: licht machen, Licht von sich geben und ver- breiten. Mhd. liuhten, md. läüchten, ahd. kiuhtan; dazu asächs. liohtian, leohtan, ags. léohtan, got. liuhtjan«leuchten». Vgl. licht. 4BL. Leuchter, m.: Lichtgestell, mhd. liuhtœre, ndrhein. im 14. Jh. Lãchter m. ZUS. Leuchtgas, n., seit den 20 er Jahren des 19. Jh. Leuchtkäfer, m.: Johanniskäfer, 1794 bei Nemnich. Leuchtkugel, f., 1716 bei Wolff Mathemat. Lex. 782. Leuchtturm, m., 1757 in Eggers Kriegslex. 2, 57. Leuer, f. bayrisch für 1 Lauer(s. d.). leugnen, v.:(die Wahrheit wovon) in Abrede stellen. Bei Luther leugnen, 1561 bei Maaler löaugnen, im 16. u. 17. Jh. auch laugnen, laugen(noch bayr. õst. laugen), mhd. lougen(en), spätmhd. auch leuken, ahd. Ioug(a)nen; dazu asächs. lognian, mnd. lochen(en), lolcen, ndl. loochenen, ags. lôgnian, got. laugnjan cleugnen⸗ u. galaugnjan«verborgen sein», anord. leyna cverbergen». Von ahd. lougna f.«Verneinung, Leugnung» anord. laun f.«Heimlichkeit», glei- chen Stammes wie lügen(s. d.). Leumund, m.(-e, ohne Pl.): laute öffent- liche Meinung von jemand. Mhd. liumunt, gekürzt liumat, liumet, liumat, liumt, liumdle, leumde usw., md. lümunt, ahd.(h)liumaunt, liument m.; daher im ältern Nhd. Leumufth (1591 bei Fischart Bodin. 305 b), Leumd m., Leumde f.(bei Schottel, Stieler, vereinzelt schon ahd. Iianant f.), umgedeutet Leut- mundt m.(1562 bei Mathesius Sar. 1 b). Zu


