Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
55-56
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5⁵ Leopard

Letter 56

monat, m., ahd. Iengizinmänoth. Die von Karl d. Gr. eingeführte Bezeichnung für März.

Leopärd, m.(ren, Pl. en): das Raubtier felis leopardus. Mhd. lébart(e), liebarte), leopard, md. auch léparte, ahd. lébarto m., aus glbd. lat. leopardus m., von lat. leo m. Löwey und pardus m.«arder»(s. d.).

Leopold, Mannsname, älternhd. Lezupold, mhd. Liupolt, ahd. Liupald, aus älterm Liut- Pald, zsgs. aus ahd. liut m. n.«Volk'»(s. Leute) und Adj. pald(s. bald)«kühn, tapfer».

Lepra, f.: Aussatz. Aus glbd. gr. Xenpa f., 1813 bei Campe. Vgl. Aussatz.

Lerche, f.(Pl.-n): der Feldsingvogel alauda. Früber mit langem Vokal, 1556 bei Frisius Nomenclator 55 b Leerch, mhd. Ierche, léreche, ahd. lér a)uha f. Entst. aus der vollern Form frühmhd. léwerch, spätmhd. lovirke; dazu mud. leuwer(i)ſce, nndl. lewerik u.(an leeulo Löwey angelehnt) leeuzoe)rilt, leeuwerlc(auch ndhess. Löwveneckerche), fries. liurk, nordfries. lãs f., ags. ãννσννςe, Iõο᷑υνσνεσce f., schott. laverok, engl. lark, anord. Ieεννεu m., aschwed. larikia, schwed. Iarke, dän. Ierkce«Lerchen. Herkunft dunkel. Falk-Torp setzen laiwwazakön als germ. Grundform an. RA. eine L. schießen«kopfüber stürzen», eig.«wie eine Lerche herabstürzeny.

lernen, v.: geistig auffassen. Mhd. lernen, frühmhd. lirnen, ahd. lirnén, lernén, lernõn; dazu asächs.(mit geschwundenem /) lnön, afries. lirna, lerna, ags. leornian, engl. learn. Wie lehren(s. d.) abgel. von got. Prät. Prs. lais«ich weiß», eig.«wissend, gelehrt wer- deny. In Verbindung mit dem bloßen In- finitiv(ohne au: er lernt singen) schon ahd.; in der Bildung des Perf. und Plusquamperf. ich habe lesen lernen steht der Inf. lernen statt des Part. Prät. gelernt, nach dem Vor- bild der Verba düurfen, können usw., deren altes mit dem Inf. gleichlautendes starkes Part. Prät. man aus Mißverstand für den Inf. nahm. Lernen in der Bed. lehren» schon mhd.(md.) im 14. Jh.(ZfdA. 9, 287). Z0S. Lernbegierde, f., nach Heynatz Antib. 2, 228 (1797)«von neuern Schriftstellern gebrauchts.

Lese, f.(Pl.-/): das Aufsammeln, bes. der Weintrauben, 1716 bei Ludwig; auch in Komp. Ahren-, Blumen-, Weinlese. Von lesen, v.(Präs. ich lese, du lie(se)st, er liest, Prät. las, Konj. ldäse, Part. gelesen, Imp. lies): nacheinander sammelnd nehmen; durch Son- dern von und aus Anderem sammeln; Buch- staben zu Sinn und Bedeutung sammeln, d. h. zu Wörtern und diese zu Rede ver-

binden. Mhd. lesen(Präs. lise, Prät. las, Plur. lãsen, Part. gelesen, zuweilen Prät. lären, Part. geleren, gelarn), ahd. lesan(Präs. lisu, lisist, lisit, Prät. las, Pl. lãsun, Part. gilesan, zuweilen gileran) in allen obigen Bedeutungen; dazu nur in der Bed.«sammeln?, asächs-ags. lesan, ndl. lezen, engl. lease, anord. lesa, schwed. läsa, dän. läse, got. lisan. Urverw. mit lit. lesâ«picke aufy. Aus der urspr. Bed.«sam- meln» entwickelte sich die Bed.«Buchstaben zu Sinn und Bedeutung sammeln» durch das bei unsern Vorfahren übliche Aufnehmen und Aufsammeln ausgestreuter mit Runenzeichen zu Los und Weissagung versehner Stäbchen (s. Buchstabe). Zugleich wird aber die doppelte Bed. von lat. legere eingewirkt haben. 4B L. lesbar, adj., 1678 bei Krämer. Leser, m., mhd. lesœye, leser«Vorleser, Lehrer, Wein- leserꝰ, ahd. Iesäãri«Traubenleser». leserlich, adj., 1691 bei Stieler, für älteres leslich(1678 bei Krämer), mhd. lesenlich. Lesung, f., 1537 bei Dasypodius. ZUS. Lesart, f., 1745 bei Bodmer; bei Bürger 1312(B.) Leseart. Lese- buch, n., 1777 bei Adelung, bei Goethe noch Buch, das sich leicht liest». Lesefrucht, f., bes. im Pl., bildlich bei Platen(1839) 288. lesenswert, adj., 1716 bei Ludwig. Lese- stunde, f., 1777 bei Adelung. Lesezeichen, n.: Interpunktionszeichen(1809 bei Campe); Buchzeichen(bei J. Paul Titan 1, 137).

Letten, m.(-s, ohne Pl.): Tonerde, Töpfer- ton. Mhd. lette, ahd. letto m., daneben mhd. lieteme, ahd. liet(e); dazu isl. lecja f.«Schlamm, Koty. Vielleicht mit Schwebeablaut zu lat. latam n.«Kot, Lehm, Ton, Tonerde», ir. loth «Schmutzy. In md. Mundarten Letlich m., 1540 bei Alberus dict. r 3 lettch, bei Waldis Esop 4, 38, 52 lättich. 41. letten, adj.: aus Tonerde bestehend od. gemacht(Goethe Pro- metheus 2. Akt). letticht, lettig, adj., bei Krämer 1678 lettigt, frühmhd. lettich, ahd. lettig.

1Letter, m.(-s, Pl. wie Sg.): Lesepult auf dem Chore der Kirche; der Chor oder die Emporkirche selbst. In der 1. Bed. 1413 letter, 1383 ledter, mit tt aus ct, denn mhd. (md.) lecter, lectere, lector, ahd. lector, lectur, lectar m., aus mlat. lectorium n. Lesepult in der Kirchey». In der 2. Bed. Empor- kirchey md. um 1200 lecter m. S. Lettner.

²Letter, f.(Pl.-n): der Druckbuchstabe; aus Metallmischung gegossner Druckerbuch- stabe. 1663 bei Schottel, aus glbd. frz. lettre f., von lat. littera, litera f.«Buchstabey, woher schon mhd.(md.) litter f.