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zum Herbeiführen des Wassers bei Feuers- brünsten usw.(1470 frankfurtisch leitefaß), frühmhd. leituaz n.«onne, Faß zum Ver- führen einer Flüssigkeito, zgs. mit mhd. leite f. «Leitung, Führung, Wagenladung, Faß zum Verführen von Flüssigkeit», ahd. leita, leiti f. Leitung». Leithammel, m.: zum Anführen einer Herde abgerichteter Hammel, 1540 bei Alberus dict. X3 b Leydhamel. Leithund, m.: der an einem langen Riemen(mhd. leitrieme m.) geführte Jagdhund, der die Fährte des Wildes aufsucht, mhd. leithunt, ahd. leitihunt m. Leit- motiv, n., von einem Anhänger R. Wagners Ende der 70 er Jahre geprägt und bald zum Schlagwort geworden. Vgl. Ladendorf. Leit- stern, n.: leitender Stern, nach dem man sich auf einem Wege zu Wasser und zu Lande richtet, Polarstern, mhd. leite-, leitsterne m. (auch bildl.); dazu mnd. leidestern, engl. oadstar, lodestar, anord. leictars:jarna, dn. ledestjerne.
Leiter, f.(Pl.-n): staffelartiges Steig- werkzeug. Mhd. leiter, leitere(auch Wagen- leiter), ahd. hleitar(a),(h)leitra, leitera f., md. im 16. Jh. Letter(Adrian Mittheil. 184); dazu mndl. Ie(e)der, ndl. ladder, leer, afries. hleder, hladder, ags. hlæd)der f., engl. ladder. Stammverw. sind got. Reipra Zelty, lat. clitellae«Saumsattely. Für die Verbindung u. das Verständnis dieser Worte vgl. Meringer Idg. Forsch. 16, 120. S. a. Btr. 30, 291. Z08. Leiterbaum, m.: die beiden langen Seiten- hölzer der Leiter, mhd. leiter boum, ahd. hleitar- boum m. Leiterkarren, m.: Karren mit Leitern auf beiden Seiten, 1691 bei Stieler. Leiterwagen, m., 1678 bei Krämer.
Leitfaden, Leitfaß usw., s. leiten.
Leitkauf, öst. noch für Leikauf.
Lektiön, f.(Pl.-en): Vorlesung; Lern- stück; Lernaufgabe;(bildlich) scharfe Zu- rechtweisung(1663 bei Schuppius 7). In der 1. Bed. bei Luther Apostelg. 13, 15, md. im 13. Jh. leckiön f.«Vorlesung des Evangeliums u. Lesetextes beim Gottesdienste», auch lectie f., zugleich«Schulunterricht, Schulaufgabe», auch lecze, letzge, letze, ahd. lectja, lecz(i)a f.; dazu got. laiνεο f.(biblischer Leseabschnitt), aus lat. lectio f.«das Lesen, Vorleseny, zu lat. legere«leseny. Noch wetterau. Letzt, Leæ f. «Schulaufgabe».
Lektüre, f.(Pl.-n): das andauernde Lesen eines Gegenstandes wie dieser selbst, Lesestoff. Zu Anfang des 18. Jh. aus frz. lecture f., aber schon im 16. Jh. bei Fischart Garg. 274 Lectur f. aus mlat. lectura f., zu lat. legere lesen.
Lemming, m.(Ds, Pl.-e): kleine nordi- sche Wühlmaus, mus lemmus. Aus glbd. dän. lemming, anord. Iεᷣmingr, lömundr m. Bei Nemnich 3, 654.
Lemüre, f.(Pl.-n): abgeschiedne Seele. Aus glbd. lat. lemures Pl. Bei Goethe Faust 11512.
Lende, f.(Pl.-/): Körperteil hinter und über dem Hüftknochen. Mhd. lende, ahd. lents, lendi f.; dazu and. Pl. lendin«Nieren), afries. lenden, Pl. lendena, lenderna«Lendengegend), ags. Pl. lendenu Niereno, anord. lend f.«Lendey. Verw. lat. lumbas m. Lendey(aus*londhuos), abg. lędvija f. Lende, Niere». ZUS. Lenden- braten, m., mhd. lendebrãte, verkürzt lem- prãte, ahd. lentipräto m., ags. lendebrνd f., lendenbrda m. lendenlahm, adj., 1691 bei Stieler.
lenken, v.: durch mittelbares oder un- mittelbares Wirken die Veränderung der Rich- tung bestimmen. Mhd. lenken(Prät. lancte) cbiegen, wenden, richteny, md. auch lengen (zugleich intrans.«sich biegen»). Zu Lanke (s. d. und Gelenk!). 4BL. lenkbar, adj., bei Campe aus Voß. Lenker, m., 1691 bei Stieler(ebenso Lenkerin). lenksam, adj., bei Wieland 7, 198 vom J. 1772; davon Lenk- samkeit, f., bei Kant 3, 84 vom J. 1766. Lenkung, f., 1691 bei Stieler.
Lenõre, s. Eleonore.
Lenz, m.(-es, Pl.-e): Frühling. Mhd. schwachb. lenze(Gen.-en), ahd. lenzo m.(Gen. -in) neben starkem lenzin m.; dazu mnd. lenten, nd. lente m., ags. lencten, len(g)ten m.(engl. lent«Fastenzeit»). Aus ahd. lengizin, mit mänöth Lenzmonat», daneben ahd. u. früh- mhd. langez, langiz m.«Frühling», woher noch bayr. Läng(e), Längßen, Längßing neben Lünz(ing), kärnt. Langaß, Langiß, schweiz. Langsi m.; dazu alem. im 16. u. 17. Jh. die Kollektivbildung Glentz n.(auch m.), im 14. Jh. glenze, gelenz n. Zgs. mit lang(s. d.); der zweite Teil in ahd. lengizin entspricht viel- leicht(wie in got. sin-teins«täglich») aind. dinam n.«Tag, Zeit), abg. din? m., lit. diend f., apreuß. deina, lett. dina f. †ag», ir. denus «spatium temporis», lat. in nuι-dinae f. der an jedem neunten Tag gehaltne Markttag». Durch die gekürzte Form lentz(15. Jh. Voc. inc. teut. o 7 b) entwickelte sich die starke Flexion (bei Luther 4, 42 b der Dat. Sg. Lentz), die im spätern 18. Jh. die Oberhand gewann, aber die schwache Form(Gen. Dat. Akk. Lenzen), noch bei Brockes 1, 159, Wieland 21, 188, Schubart 2, 82, Rückert 2, 309. ZUS. Lenz-
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