Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
51-52
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51 Leinahorn

leiten 52

leinwanden, adj., im 17. Jh.(Chr. Weise Comöõöd. 316). Lein(e)weber, m., mhd. ln- weber, md. im 14. Jh. Nnenweber m., daher mit ausgestoßnem xQᷣ noch Leineléeber. Leinahorn, Leinbaum, s. ³ Lehne. Leine, f.(Pl.-n): langer dünner Strick; Leit-, Zugstrick. Mhd. lne, spätahd. löna f. «Seil, Tauy, bes.«Schiffszugseil, Schlepptauy; dazu mnd. line f., ndl. lijn, ags. line f., engl. line, anord. lôna f., schwed. lina, dän. line. Abgel. von Lein(s. d.), eig.«die aus Flachs gedrehtey, wie gr. Nvdic, Mvéo f. Leine, Strick» von Xivov Lein, Flachsy u. wie lat. wnum sowohl«Lein» als«Faden, Schnur, Strick» bedeutet. ZUS. Leinpfad, m.: ge- bahnter Weg am Ufer der Flüsse zum Fort- ziehen der Wasserfahrzeuge mittels Leinen, mhd. lin(eſpfat m. Leinreiter, m.: Reiter oder Lenker von Zugpferden beim Fortziehen von Wasserfahrzeugen(Schmeller 1, 1480). Leis, m.(Gen. wie Nom. u.-ses, Pl.-seln]): geistliches Lied. Noch im 17. Jh., später er- loschen. Mhd. leise neben starkem leis m., gekürzt aus glbd. mhd. Kirleis(e) m., 8. 1, 1184. leis(e), adj.: kaum hör-, merkbar. Mhd. Is(e), ahd. nur im Adv. Iôso nach und nach, langsam?; dazu mnd.-mndl. Mse«leisey, ndl. lüjs m. f., das Subst. dazu, dän. lise«Linde- rungy, früher«Ruhe, Gemächlichkeit, Faul- heity, schwed. lisa, nnorw. lsa. Daneben stehen Formen mit Nasal mhd.-alem. lins, fläm. lens, lins«matt, schlaffy, entl. dän. lens, schwed. läns«leer». Verw. mit linde(s. d.), ags. l25s, liss f.«Milde, Gunst». ZUS. Leise- treter, m., in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 254, 15 leistreter. Leist, m.(-es): Klub. Schweiz. Von leisten. 1Leiste, f.(Pl.-n): Gegend der Biegung zwischen Hüfte und Scham. Erst im Nhd. Wohl als Schamleiste⸗ ausgegangen von der Grundbedeutung von ² Leiste(s. d., ähnlich wie Leiste f.«z2werchfell» bei Dasypodius 1537, «Schwieley bei Stieler 1691, Buckel, Höcker,- um 1480 im Voc. inc. teut. o leisten die einer uff dem ruck hat, gibbus). ZUS. Leisten- bruch, m., 1777 bei Adelung, aber schon 1561 bei Maaler das Adj. Ipstbrächig. 2Leiste, f.(Pl.-n): Einfaßstreifen, woran sich hinziehender schmaler Körper. Mhd. liste, ahd. lista f.«bandförmiger Streifen, Einfaß- streifen, Saum, Borte»; dazu mnd. ſste f. m., ndl. Iijst f., ags. Iiste f., engl. list, anord. lsta f.,

schwed.-dän. list, dän. liste«Streifen, Kante, Leiste». Vielleicht zu ltas n.«Strand, Ge-

stade?. Vgl. Walde. Aus dem Germ. entl. ital. lista, frz. liste f.«Streifen?(s. Liste). Leisten, m.(-S, Pl. wie Sg.): hölzerne

Musterform, worüber der Schuster arbeitet. Im 15. Jh. bei Diefenb. gl. 91 b leyste, aber

mhd. und ahd. starkbiegend leist m., noch wetterau.-bayr. usw. starkflekt. Leist m.; dazu mnd. 1st, léste, ndl. leest f., dän. lest«Schuh- macherleisten», engl. last. Die eig. Bed. ist «Fußspury, mhd. leist m.«Spurꝰ, ags. lãst, lcẽst m.«Fuß-, Rad-, Wagenspuryꝰ, got. laists m. «Spur, Ziely, anord. leistr, schwed. lãst m. &, Sockey, noch bayr. Leist f. n.«Geleise, Radspur»; gleichen Stammes wie Gleis(s. d.).

leisten, v.: durch die Tat dartun. Mhd.- ahd. leisten, frühmhd. einmal lésten«ein Ge- bot befolgen und ausführen, ein Versprechen erfüllen, eine Pflicht tuny; dazu asächs. léstjan «Folge leisten, vollbringen, handeln», afries. lãsta, lésta«erfüllen, vollziehen, übeny, ags. lostan vollführen, halten, aushalten, aus- dauern⸗, engl. last«währen, dauerny, got. laistjan«folgen, nachfolgenꝰ, eig.«in die Spur treten». Von got. laists m.«Spurꝰ?(s. Leisten). 4B2. Leistung, f., mhd. leistunge f.«Ein- lager»(zu mhd. eine giselschaft leisten cals Geisel einreiten, das Einlager halten»).

Leite, f.(Pl.-/n): Berghang. Mhd. Iête, ahd. lta f.; dazu ags. hlip n., anord. hlick f. «Bergseitey». Verw. mit gr. Ktrc f., xMroc, froc m., lit. Slaĩtas m.«Abhang, Hügel?, ir. clathan«Seite, Brusty und gleichen Stammes wie lehnen(s. d.).

leiten, v.: führen. Mhd. leiten, ahd. lei t)tan, im 12. Jh. ndrhein. Ieiddin; dazu asächs. lédian,

nädl. leiden, afries. léda, ags. Iæꝶdan, engl. lead,

anord. leida, schwed. leda, dän. lede. Fakt. zu ahd. lädan«gehen»(s. 3leiden), also urspr. Bed.«gehen machen». S. auch Btr. 30, 254. 4BL. Leiter, m., mhd. leitcœre, leiter, ahd. leitari m.«Führer, Anführer; davon Leiterin, f., mhd. leitær inne, md. leitirinne und mehr nd. leider inne f. Leitung, f., bei Dasy podius 1537, mhd. leitunge in verleitunge f. ZUS. Leitartikel, m., als Ubersetzung des engl. leading oder leading article, zunächst(etwas vor 1840) leitender Artiltel. Dann 1848 Leit- artikel. Vgl. Ladendorf. Leitfaden, m. (*, Pl. wie Sg. u.-fäden): Faden zum Leiten; schriftlicher Abriß eines wissenschaftlichen Gegenstandes, um sich in diesem zurecht u. durch ihn hindurchzufinden(bei Lessing 3, 159 vom J. 1751), benannt nach dem Faden der Ariadne im Labyrinth. Leitfaß, n.: Faß