Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
49-50
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Lein 50

(Prät. 1di), got. leiwan cleihen, sis leihvan c«für sich leihen, borgen». Urverw. mit lat. linquere«lassen, zurücklassen, hinterlassen, reliquus«übrig», gr. Aeineiv«verlasseny, Nornöc cübrigy, lit. lielch lasse»(Inf. lixti), abg. otulé kuù Uberbleibsel, Resty, arm. Ihanem classey, aind. rinäkti«läßt, läßt übrig, rüumt⸗, rilcthũm n.«Nachlaß, Erbschaft, ricctäs und rékug«leery. Bei Luther auffallenderweise das schwache Prät. leihete(2. Mos. 12, 36), aber Part. gelihen. ZUS. Leihhaus, n., 1663 bei Schottel 490 Leihehaus.

Leikauf, m.(-els,(Pl.-üufe): Gelöbnis- trunk beim Abschluß eines Handels, Trunk oder Schmaus zur Feier und Bezeugung(Be- festigung) eines eingegangnen Kaufes. Mhd. Ütkouf m., im 14. Jh. leitkosf, daher noch 1678 bei Krämer Leuthkauff, aber schon um 1300 Hkouf(Freiberger Stadtr. 95, 25 Ermisch), 1303 leichauf, mnd. It-,-, lk-Köp, daraus entl. dän. Iidůπωςνν, aschwed. lipkcöp. Zgs. mit mhd. lt, ahd. ld m. n.«starkes Getränk, Obst-, Gewürzwein»; dazu asächs. l?d n., afries. lith, ags. 17 n., anord. Iid n., got. leips-(für gr. cixepa n.), verwandt mit gr. äXpeicov n.(aus raleitewon)«Weingefäß, lit. Iitis m.«Regeny. Vgl. Leutgeb, Weinkauf.

Leilach, n.(-Lels, Pl.-eln]), auch Lei(n)- laken(-S, Pl. wie Sg.): Leintuch, Bettuch. Im 15. Jh. leilach, mhd. lälachen, lälach, ahd. llahhan n., mit geschwundnem n vor!; denn daneben noch im 16. Jh.(Alberus dict. J1 5b u. m 3 5b) leinlach, mhd. lönlachen, linlach n. Dazu mnd. In-, lilaken. Zgs. aus Lein(s. d.) u. mhd. lachen n.«Laken»(s. d.). Ebenso noch wetterau. Leituch n.«Bettuchy für Lein- kuch. Vereinzelt ist mhd. Machen gekürzt aus Üchlachen, ahd. lihlahhan n.«Laken, worauf der Körper ruht»(s. Leiche). Bei H. Heine 1, 341 im Reime die Nebenform Leilich.

1Leim, m.(-S, Pl.-e): klebrige Masse zum Haften. Mhd. u. ahd. Iom m.; dazu and. Um m., mnd. lim m. n., ndl. lijm, ags. löm m., engl. lime«Leim, Kalk», anord. lim n.«Binde- mittel, Leim, bes. Kalk», schwed.-dän. lim. Gleichen Stammes wie Lehm(s. d.). RA. auf den L. gehen, eig. vom Vogel auf die Leimrute; jetzt sich betrügen lassen. 4 B L. leimen, v.: mhd. Tmen, ahd. limjan, loman cmit Leim bestreichen, durch Leim und dann überhaupt fest zusammenfügen»; cbetrügen» (in der Umgangssprache, urspr. den Vogel leimen), 1847 in der Gaunersprache clügen». leimicht, adj., 1540 bei Alberus dict. Ee la

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

leimecht, im 15. Jh. bei Diefenb. gl. 623 2 limetht. leimig, adj., im 15. Jh. l'mig(Diefenb. 623²). 2Z.US. Leimrute, f., mhd. limruote f., mnd. limrode. Leimsieder, m., 1777 bei Adelung; in übertr. Bed.«zögernder Mensch ohne Tat- krafty. Leimstange, f.: Stange, die mit Leimruten zum Vogelfang besteckt ist, mnd. limstange. RA. mit der Leimstange laufen «nach Mädchen stellen wie der Vogelsteller nach Vögeln»(Simpl. 262), dann«sich wie ein verliebter Geck, wie ein Narr gebaren» (1594 bei H. J. v. Braunschweig Schausp. 525), vgl. mnd. limstenger Geck, der Mädchen nachläufty. Leimtiegel, m., mhd. Jômtigel.

*Leim, Leimen, s. Lehm.

Leimahorn, Leimbaum, s. ³Lehne.

Jlein, hochdeutsche Verkleinerungssilbe des Substantivs. Bei Luther noch-lin, mhd. (e)lin, ahd.-(i)lin. Dafür md.-Chen, nd.-Ken aus-ikĩν. Vgl.-el.

Lein, m.(-els, Pl.-e in dem Sime von Leinarten): aus gesponnenem Flachsbast ge- wobnes Zeug, Leinwand(3. Mos. 19, 19, Schiller 11, 309); Flachspflanze; Flachssame. Mhd. lin m. ᷣFlachs, leinenes Kleidungsstück», ahd. ln n.«Flachs, Leinwand»; dazu asächs. lin n. Linnen?, ndl. Iijn«Flachs, Leinsameny, ags.- anord. lin n., schwed.-dän. lin, got. lein n. Leinwand». Unsicher, ob urverw. od. entl. aus glbd. lat. Mnum n.; dazu gr. Xivov n. (dazu ein Dat. Sg. Nri u. Akk. Mra Lein- wand, Leinentuch)), lit. lina? Pl., abg. lini m., air. lin Flachs». 4B1. leinen, adj.: aus gesponnenem Flachsbast gewoben, mhd.-ahd. Umin, asächs.- and. nin, afries. linnen, ags. linen; das substant. N. des Adj. ist Leinen, n.: Leinengarn, Leinenzeug, bei Luther(Joh. 20,5), nd. 1420 linen Diefenb. gl. 332 a, asächs. Inin n. cleinenes Tuch»(vgl. Linnen). Mit dem Adj. 2gs. Leinengarn, n., d. i. leinen Garn, 1712 bei Hübner Leinen-Garn; Leinenzeug, n., d. i. leinen Zeug(so 1664 bei Duez), 1678 bei Krämer Leinzeug. ZU0S. Leinöl, n.: Ö1 von Flachssamen, im 15. Jh. leinöl, dafür mhd. Insütö! n. Leinsaat, f., mhd. lônsät f. Leintuch, n.: flächsenes Tuch, spätmhd. lontuoch n.«Leinwand», wetterau. Leituch. Leinwand, f., mit Anlehnung an Gewand(s. d.) aus Leinwat, mnd. im 14. Jh. Iynen-, line-, lennewant, mhd. ahd. lnot, ags. linuν⁴ f. (leinenes Kleidungsstück, leinenes Tuch), bei Luther Linwand f. u. Linwad m. f., noch bei Castelli 1709 Leinwad neben Leinwand u. bis heute in Bayern Leinzwat. Vgl. Wat. Davon

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