Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
47-48
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47 Leidecker

leihen 48

ndl. leed, afries. Iéd, ags. lãd(engl. loath«ab- geneigt»), anord. leidr, schwed. led cunange- nehm, verhaßt), dän. led«häßlich, abscheulich», entl. ital. laido chäßlich», laidare ckränken?, frz. laid chäßlich». In der Redewendung mir ist, wird leid mischen sich Adj. u. Adv., mhd. mir ist leit u. leide, ahd. uns ist leido. L. gehört wahrscheinlich als t-Partizip zu der Wa. von ahd. léνοσs deider, gr. Xoοαμο m. Pest.

Leidecker, s. Lei.

Leiden, n.(-s, Pl. wie Sg.): bestimmtes Schmerzgefühl. Mhd. liden n., der subst. Inf. von leiden(s. d. 2). 4B L. Leidenschaft, f., von Zesen für frz. passion gebildet(1647 in der Sofon. 1, 128, im Reimzeiger des Helikon 1649), bei Stieler 1691 als neu bezeichnet u. noch von Dornblüth 1755 bekämpft; dazu leidenschaftlich, adj., 1778 bei Hermes Soph. 3, 274. Leidenswoche, f.: Karwoche, erst in der 2. Hälfte des 18. Jh.(Schiller an Goethe 1, 101).

¹leiden, v.(Prät. leidete, Part. geleidet): leid werden(es leidet ihm), mhd. leiden, ahd. leidén æleid, widerwärtig, verhaßt sein oder werden, leidön«in Leid versetzen», asächs. lédon«leid tuny, ags. lãdian«verhaßt seins.

¹leiden, v.(Prät. leidete, Part. geleidet): leid machen(in verleiden, mhd. verleiden), mhd. leiden, ahd. leidan, anord. leida«verleiden».

3leiden, v.(Prät. litt, Konj. litte, Part. gelitten): geschehen lassen; Einwirkung zu- lassen; Schmerzgefühl worüber haben. Mhd. liden(Prät. leit, Plur. liten, Part. geliten, noch bei Luther Prät. leid), ahd. erst im 9. Jh. Mdan cüber sich ergehen lassen, ertragenꝰ, dann(wie auch afries. Etha, lida)«über Einen Kommendes, Schmerzliches, Trübsal erfahren, ursprünglicher aber im 12. Jh. ndrhein. und dann md. liden«gehen, vorübergehen», denn im frühern Ahd. hat das starkb. lidan in ar-, ir-, gilidan(wie got. leipan in af, hi-, galeihan, asächs. Idan, mndl. lijden, ags. lädan, entlehnt anord. l7da) die Bed.«einen Weg nehmen, gehen»(vgl. leiten). Ahd. ar-, ir- lidan aber bedeutet«vorübergehenꝰ, dann«er- tragen, leidend aushalten», mhd. erliden, nhd. erleiden. Nicht mit Leid zusammenhängend, vgl. AfdA. 21, 205, sondern zu awest. raé- csterben, eig.«weggeheny. Vgl. Btr. 30, 254.

leider! Interj.: mehr als betrübend! zu bedauernswert! Mhd. leider, ahd. leidõr, leidir, afries. leider, zuerst Adv. als Komp. des Adv. leid(s. d.).

leidig, adj.: Leid, Betrübnis, Schmerz

verursachend. Mhd. leidec, leidic, ahd. leideg, leidig«in Leid versetzt, betrübt, in Leid ver- setzend, betrübend, Leid bringend, schmerzend, widerwärtigs. Von Leid(s. d.).

leidlich, adj.: nicht eben bes. schmerz- lich, wohl erträglich, gern erträglich. Um 1480 im Voc. ine. teut. m 4 2 lidlich«tolerabiliss, 1532 Carolina Art. 73 in der Bed.«erträglich, mittelmäßig, mäßig»; mhd. lädelich«leidend, für körperliche Leiden empfänglich, geduldigy. Verschieden davon ist mhd. leitlich«leidvoll, schmerzlichy, ahd. Ieidlöh«widerwärtig, häß- lich, verabscheuenswerty, asächs. lédlak, ags. lãdlie«widerwärtig, abscheulichy. 4L. Leidlichkeit, f., 1741 bei Frisch, Unleid- lichkeit 1691 bei Stieler.

Leidwesen, n.: tiefe Betrübnis, trauervolle Mißstimmung, 1601 pei Albertinus Kriegsleut Weckuhr 109. Zsgs. aus Leid und Wesen «Art zu sein, Zustand).

Leiendecker, s. Lei.

Leier, f.(Pl.-n): Saiteninstrument, mittels eines durch eine Kurbel gedrehten Rades gespielt; jetzt aber wie lat.-gr. lyrg. 1540 bei Alberus dict. Vv u. tt 42 leier, noch bei Stieler 1691 Leire, Leir, mhd. lire, ahd. liära f., mit 7 durch das Romanische (ital. lirg f.) aus gr.-lat. Iyra, gr. Xopa f. «Leiery. 4L. leiern, v.: die Leier spielen; eintönig singen oder sprechen, dann etwas unerträglich hinziehen, zögern, in allen diesen Bed. schon mhd. liren; Leirer, m., mhd. lirer m.«Leierspieler». ZUS. Leierkasten, m., seit Anfang des 19. Jh.(Eichend. Taug. 11).

2Leier, f.(Pl.-/): Kurbel zum Drehen. 1482 im Voc. theut. s 6 b Leyr oder armprost- winde. Von der Kurbel an dem Saiteninstrument übertragen u. demnach eins mit Leier. 4L. leiern, v., 1782 bei Jacobsson 2, 606 a. Z0/8. Leierfaß, n.: liegendes Faß zur Bereitung von Butter durch Drehung einer Kurbel mit Schaufel, schweiz. nach Adelung 1777 Leyer f.

leihen, v.(Prät. lieh, Konj. liehe, Part. geliehen): gegen die Verpflichtung der Rück- gabe geben oder nehmen. Mhd. When, auch liuhen, liuwen(Prät. léch, Plur. lihen, Part. gelihen, auch gelühen, geluhen, geluawen, darnach 1540 bei Alberus dict. L Part. gelauwen, gelauaben)«gegen Rückgabe dargeben, als Lehen geben»(doch md. einmal auch die Bed. cauf Borg nehmen»), ahd. lähan(Prät. léh, Plur. liwwun, Part.(far)lihan,(far)liwan); dazu asächs. Ihan(Konj. Prät. farlihi, farliavi, Part. farliwan), afries. lia, ags. léon, anord.