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Am Mittel- und Niederrhein. Auch in Eigen-
namen(Lorelei). Mhd. lei(e) f.«Fels, Stein, Schiefersteiny, im Annolied 540 leige f.«Stein- weg, Weg», asächs. léid f.«Fels, Felsplattey, mndl. leie, 1477 clevisch leye f.«Schieferstein, Weg». Unerklärt. ZOS. Leiendecker, Lei- decker, m.: Schiefer-, Dachdecker, 1386 bei Laurent Aach. Stadtrechn. 336, 6 leyendecker, 1664 bei Duez Leyedecker.
Leib, m.(-els, Pl.-er): das Leben(nur
noch in beileibe!, den L. verlieren, es geht ihm an den L.); das Stoffliche am Tier und Menschen im Gegensatz zur Seele, im engern Sinn im Gegensatz zum Kopf. Mhd. lip m. n. «Leben», dann die lebende Stoffmasse, Kör- per», ahd. lib m. n. Lebeny, md. I75, lph, Iöf m. n.; dazu asächs.-afries.-ags.-anord. lĩf n., engl. life Lebeny, schwed. lif, dän. liv. Gleichen Stammes wie leiben in bleiben(s. d.), und mit Abl. leben(s. d.). Der Plur. bei Luther Leibe, bei Maaler 1561 Leib, mhd.- ahd. lbe, erst im 16. Jh. Leiber(Ringwaldt Eckart C 2). Die pleonastische RA. Leib und Leben im 16. Jh.(Luther, S. Franck). 4 L. Leibchen, n.: Kleiner Körper(1691 bei Stieler Leibgen, mhd. löbel(in); Wams ohne Armel (1664 bei Duez Leibichen, 1652 bei Laurem- berg 4, 674 Leibchen, dafür bei Maaler 1561 Leible, 1650 bei Moscherosch Phil. 2, 18 Leybel). leiben, v.: leibliches Dasein haben (1562 bei Mathesius Sar. 47 5b leiben und leben, vgl. mhd. 1853 lben und lebtage); dem Leib angenehm sein,(1517 bei Keisersberg Evang. 18³, zas 20hl leibet, seelet übel Schottel 566; trans.«zu einem Leibe vereinigen» 1540 bei Alberus dict. C 2⁴). leibhaft, adj., mhd. löphaft«Leben habend», dann«persönlich), ahd. Vbhaft«lebend». leibhaftig, adj., mhd. liphaftic, md. libhaftig«Leben habend, lebens- fühig, persönlich». leibig, adj.: wohlbeleibt, feist, 1482 im Voc. theut. s 6 ⁵b. leiblich, adj., mhd. Iõplich«fleischlich, persönlich»(Adv. spätmhd. iplöche), ahd. löbläih«lebend, lebendig. ZS. a) mit Leib-: Leibarzt, m.: Arzt eigens für die Person eines Fürsten, bei H. Sachs 16, 29. leibeigen, adj.: mit dem Leibe einem andern zugehörend, spätmhd. 1431 löpeigen, 1420(bei Haltaus 1239) nit dem libe aigen, 1362 eigen vom lip, sonst mhd. nur eigen; dazu Leibeigenschaft, f., spätmhd. 1431 lpeigenschaft. Leibfarbe, f.: Fleisch- farbe, mhd. Spvarawe; Uniformfarbe, Livree (1732 bei Haller 87); Lieblingsfarbe. Leib- garde, f.: Schutztruppe um die Person eines
Fürsten oder Generals, 1691 bei Stieler, 1602 bei Kirchhof mil. disc. 215 Leibgewardi. Leibgedinge, n.: auf Lebenszeit zur Nutz- nießung Ausbedungnes, Leibrente, mhd. l?p- gedinge n. Leibpferd, n., 1580 bei Wurstisen Basler Chron. 139. Leibrente, f.: Rente auf Lebenszeit, Ende des 14. Jh.(Magdeb. Fragen 152). Leibrock, m., um 1480 im Voc. inc. teut. m 42 librock. Leibspruch, m.: Lieb- lingsspruch, 1678 bei Krämer. Leibstück, n.: Kleidungsstück für den Oberleib, 1678 bei Krämer, 1641 bei Schottel 356 Leibsticke: Lieblingsmusikstück 1691 bei Stieler. Leib- wache, f.: Wache für die Person eines Fürsten oder Generals, 1648 bei Zesen Ibr. 128. Leibzucht, f.: Unterhalt auf Lebenszeit, mhd. lpzuht f.«das worauf die Witwe für ihren Lebensunterhalt, d. h. Nahrung und Kleidung, angewiesen ist,(vgl. Lebzuchk).— b) mit Leibes-: Leibeserbe, m.: leiblicher Erbe, 1641 bei Schottel 356 Leihserben. Leibes- strafe, f.: Lebensstrafe, 1602 bei Kirchhof mil. disc. 35 Leibstraf; Körperstrafe, 1532 in der Carolina 197 Leibstraff. Leibesübung, f., 1577 bei Fischart podagr. Trostb. B 5 b Leibsubung.
Leich, m.(-els, Pl.-e): Tonstück mit Variationen. In neurer Zeit entlehnt aus mhd. leich, ahd. Iei(c)h m.«gespielte Melodie, Gesang von ungleichen Strophen»; dazu ags. läc n.«Spiel, Wettkampf», anord. leier m. «Spiel, Behandlung, Spotty, schwed. lec, dän. leg«Spiel», got. laiks m. Tanz», zu got. laikan, ags. lãcan«springen, tanzeny, anord. leilca, schwed. leka, dän. lege«spieleny, mhd. leichen«hüpfen, aufsteigen). Urverw. mit lit. lãigiti«wild umherlaufen), laigo«tanzty. Vgl. Bezz. Btr. 25, 75. Entl. abg. likl«Reigen?, likovati«tanzeny. Noch thür. in d. Bed. Spiel, Spielplatz?: Kugelleich«Kegelpartie, Kegel- bahn?, Bosselleich Kegelbahny, das Leich abstecken die Bahn beim Ballschlageny.
Leichdorn, m.(-s, Pl.-e und-dörner): erhöhte, etwas mehr als linsengroße Fleisch- verhärtung mit dornartiger Mitte. Mhd. lhtorn im Voc. opt. 40 b, 36, 9, in der Kölner Gemma 1495 JSa lichdoren, in der Straßburger 1508 14³ lichdorn, mnd. Ikdorn, ndl. 1598 bei Kilian lijckdoren, isl. Mxporn, schwed. liltorn m., dän. ligtorn Hühneraugey, eig.«Dorn im Körper», zu mhd. lch(s. Leiche).
Leiche, f.(Pl.-n): toter Menschenkörper (in neurer Zeit in edlerm Sinne auch) Tier- körper; Geleite und Grablegung eines Toten


