Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
39-40
Einzelbild herunterladen

39 Legat

Lehne 40

auch leãt(e) m., ndl. 1599 bei Kilian legaet m., aus lat. légätus m. Gesandter⸗, von légäre cjem. wohin(als Gesandten) senden». Le- gatiön, f.(Pl.-en): Gesandtschaft. 1669 im Simpl. 216. Aus glbd. lat. 1égäãtio f. Davon Legatiönsrat, m. 1791 bei Roth. 2Legät, n.(Lels, Pl.-e): Schenkung durch Vermächtnis. 1678 bei Kramer, aus glbd. lat. légãtum n., von légäre(s. 1legieren).

Legel, in Osterreich gestattet für Lägel.

legen, v.: liegen machen. Mhd. Ie(g)gen, lecken(Prät. legte, leite, lahte, Part. geleget, geleit, gelahl), ahd. leggan, legen; dazu asächs. leggjan(Prät. lagda, legda), afries. ledza, ndl. leggen, ags. lecgan, engl. la=u, anord. leggja (Prät. lagda), schwed. lägga, dän. lägge, got. lagjan. Factitiv von liegen(s. d.); dazu abg. loæꝝ, loziti«legen.

Legénde, f.(Pl.-/): Heiligenerzählung (mhd. legende f.); Erzählung, Bericht(1471 bei Liliencron 2, 6⁴); unbeglaubigte Erzühlung (bei Goethe, in der Umdeutung Lügende schon bei Luther 8, 36 Jen.); Umschrift oder Rand der Münze(1782 bei Jacobsson, Legenda 1712 bei Hübner). Aus mlat. legenda f.«Buch der täglichen gottesdienstlichen Lesestückes, urspr. der lat. Plur. legenda«das zu Lesendey zum Ntr. Part. Fut. Pass. legendus von legere clesen.

legér(spr. lezr), adj.: leicht, ungezwun- gen. 1791 bei Roth. Von glbd. frz. léger, von lat. levis«leichty.

llegieren, v.: vermachen, durch Ver- mächtnis schenken. Im 16. Jh.(Zimm. Chron. 1, 130, 2, S. Franck Germ. chron. 44 b), aus lat. légdre«durch Testament vermachen», von lat. lex f.(Gen. 1égis)«Gesetz» usw.

2legieren, v.: Gold, Silber usw. mit ge- ringerm Metalle durch Zusammenschmelzen vermischen. 1709 bei Hübner, aus glbd. ital. allegare(al- lat. ad«u», degare von ital. lega f.«gesetzlicher Gehalt der Münzen», von lat. leg f.«Gesetz», ad legem nach Gesetzy.

Legiön, f.(Pl.-en): große Menge, urspr. altrömische Kriegerschar von 4000 bis 6000 Mann, lat. legio f., von legere«lesen, sammelnꝰ.

Bei Luther Marc. 5, 9, Murner Geuchm. V. 83,

schon md. le-νο f.(Myst. 1, 203, 17). legitim, adj.: gesetz-, rechtmäßig; recht- mäßig geboren, ehelich, echt. Aus lat. lẽgilimus«gesetzmäßig», von lat. lex f.«Ge- setz». 4.B.L. legitimieren, v.: ein unehe- liches Kind ehelich machen(1571 bei Rot);

seine Vollmacht zu etw. vorzeigen(1709 bei

wort seit dem Wiener Kongreß 1819. Vgl. Ladendorf. Legitimatiön, f., 1791 bei Roth.

Lehde, f.(Pl.-n): wüst liegender Grund mit Wildwachs. 1719 bei Fleming 256 b Läde, 1731 bei Zincke öc. Lex. 1358 Leede, 1741 bei Frisch Leede, Le(h)de. Aus mnd. légede f. &Niederungy, ostfries. légte, ndl. leegte, laagtef., 1599 bei Kilian leeghde«niedriger Boden, Tal; vom Adj. leg, das zu liegen gehört.

Lehen, n.(-s, Pl. wie Sg.), Lehn, n. (Jels, Pl. wie Sg. oder-e): nur zum Ge- brauch oder unter der Bedingung der Rück- gabe, des Rückfalles Obergebenes. Mhd. Iéhen, ahd. Iéhan, léhin n.; dazu asächs. léhan n., md.- nd. afries. Ién, ags. Ion,(engl. loan aus dem Nord.), anord. Idn n., schwed. län, dän. laan. Genau entspricht aind. rénas n. cererbter Besitz, Eigentum». Zu leihen(s. d.). 4 B L. lehnbar, adj., mhd. Iehenbœre«geeignet zum Besitz eines Lehens». ZUS. Lehngut, n., mhd. lehenguot n. Lehnrecht, n., mhd. léhen- reht n. Lehnsherr, m., mhd. lehenherre m. Lehnsmann, m., mhd.(he)mman, 1639 bei Zincgref Apophth. 1, 44 Lehman.

Lehm, m.(-els, Pl.-e): gelbe Erdart aus Ton und Sand. Diese md. u. nd. Form ist im 18. Jh.(bei Hederich 1729, Steinbach 1734, Frisch 1741 Lehm) für obd. Leim, Leimen üblich geworden(noch bei Wieland Oberon 8, 41, Herder 1, 365, Goethe 34, 1, 6). Schwachb. bei Luther Leime(Hliob 10, 9), mhd. leime, ahd. leimo, and. lemo, md. im 15. Jh. lénte m.; starkb. mhd.-ahd. leim, md.- mnd. lém, ags. lãäm m.(engl. loam«Humus»). Urverw. mit lat. Imus m. dünner Schlammy, lnere«streichen». 4BL. Iehmen, adj., md. im 15. Jh. und mnd. lémen, 1477 clevisch leemen, 1729 bei Hederich lehmern, aber mhd. und ahd. leimin, ags. Ldmen. lehmicht, lehmig, adj., im Voc. opt. 1501 M 3° leemich, um 1480 im Voc. inc. teut. o33 laimig, 1540 bei Alberus dict. Aa 22 legmicht, ahd. leimic. ZUS. Lehmgrube, f., mhd. leimgruobe f. Lehmwand, f., 1734 bei Steinbach; Leimen- wand bei Goethe 1, 152.

1Lehne, f.(Pl.-n): Gitter- oder Ge- ländergang(Galerie) an einem Gebäude, Ein-

fassung(Geländer) zum Daranlehnen; erhöhte

Vorrichtung zum Stützen des Oberkörpers, der Arme an einem Sitze(bei Luther 1. Kön. 10, 19); Berghang, besonders sauft ansteigen- der(1741 bei Frisch, stammverw. mit got. hlain-«Hügelp, anord. hlein f.«Felsvorsprung).

Hübner). Legitimität, f.(Pl.-en), Schlag- In 1. Bed. mhd. lin(e), lene, ahd.(h)lina, lena f.