37 lecken
Legat 38
Possenreißer, sittenloser Mensch», ahd. lec- chari m. Davon Leckeréi, f., mhd. leckerie f. «Weise eines Leckers, Lüsternheits, lecker- haft, adj., im 15. Jh., Iecker, adj.: gaumen- kitzelnd, fein von Geschmack, mhd. lecker; davon Leckerli, n.(*J, Pl. wie Sg.): Zucker- gebäck, in der Schweiz. ZUS. Leckerbissen, m., zu Anfang des 16. Jh. leckerbiß m., bei Luther Jen. 4, 507 2 Leckerbislin n.; Lecker- maul, n. 1650 bei Moscherosch 2, 108(das
Dim. Leckmeuligen n. 1586 bei Mathesius
Syrach 2, 96 b), dafür mhd. leckermunt m.
2lecken, v.: mit den Füßen ausschlagen, springen, hüpfen. Bei Luther mhd. lecken; bei Lessing 10, 131 läcken, bei andern auch löcken. Vielleicht verw. mit gr. Xci, Xd-rdn v adv.«mit den Füßen stoßend», aber nicht mit got. läikan«springen, hüpfen», anord. leilca«spielen.
slecken, v.: tropfenweise ablaufen; Flüs- sigkeit(durch Ritzen) durchlassen. Bei Schottel 1663, aus nd. lecken, ndl. leklcen, für das hochd. lechen(s. d. und leck).
4lecken, v.: mit Flüssigkeit(aufschöpfend und) gießend netzen. Mhd. lecken, ahd. lecchan (Prät. lacta, lahta)«netzen, benetzen», ags. leccan«bewässerny. Vgl. lechen.
Lecker, lecker usw., s. 1lecken.
Leder, n.(-S, Pl. wie Sg.): gebeizte und gegerbte Tierhaut; was daraus verfertigt ist, z. B. Schwertscheide, daher die RA. vom Leder ælehen(spätmhd.). Mhd. leder, ahd. ledar n.; dazu mnd. ledder, ladder, ndl. leder, afries. Ieder, lider, ags. leder, engl. leather, anord. ledr n., schwed.-dän. läder; urverw. altir. lethar, kymr. Nledr Leder). 4BL. Lederer, m.: Lederbereiter, Gerber, mhd. ledercære, noch bayr. döst. Iedern, adj., mhd. liderin, md. lederin, leddern, ahd. lidirin; von Menschen 1781 bei Kindleben u. schon 1673 bei Weise Erzn. 3. ledern, v.: mit, Leder versehen, mhd. lidern; dann prügeln, gleichsam gerben, wie engl. leather.
ledig, adj.: von Beschwerendem, Hemmen- dem u. dgl. frei; unverheiratet. Bed. mhd. ledec, ledic, auch lidic; dazu mnd. leddich, laddich, mndl. ledech, ndl. ledig, leeg, afries. Iethoch, nfries. liddig, anord. lidugr«frei, ungehindert», schwed.-dän. ledig«ledig, leerꝰ, schwed. auch«beweglich, biegsam, unbe- hinderty. Nicht sicher erklärt. Vielleicht zu ahd. lit in ablid«Ab-, Hingang», Azlit, Azgilit «Ausgangy, danach urspr. cfreien Gang habendh, d. h.«frei von Gefangenschaft, Schuld oder
In beiden:
drückender Verpflichtung» und dann aus dem
Rechtsleben in der ältern Sprache weiter ent- wickelt unbehindert, unverheiratet, unbesetzt, leer», im Adv.«bloßy. 4B1. ledigen, v., besonders in ent-, erledigen, mhd. ledegen, ledigen, lidigen, um 1100 ledigön cfrei, los- machen). Ledigkeit, f., mhd. ledecheit, ledekeit, ledikeit f. lediglich, adv., mhd. ledecliche ohne Hindernis, ohne andres, völligy.
Lee, n.: die Seite unter dem Winde d. h. woher der Wind nicht kommt. 1787 b. Kramer. Ndd. Seeschifferausdruck ohne Flexion(spr. Le-e) Ort, wo die See vom Winde nicht bewegt ist, Seestille herrschty, mnd. lehe, engl. lee, schwed. lä n.«Seite der Seestilles, dän. läã, g n.«Schutz», dann«Schutz vor dem Winde zur Seey», anord. hlé n.«Schutz, Schatten», ags. hléou, hléo n.«Schutz, Zu- fluchtsort, asächs. hleo m., hlea f.«Schirm, Obdachy, mit Ablaut zu lau s. d. Z0S. Leebord, n.: die linke Seite des Schiffes, Backbord, 1782 bei Jacobsson. Leeküste, Leeseite, f.: die Seite, auf die der Wind hinweht, 1782 bei Jacobsson. leewürts, adv., bei Ludwig 1716 lierärts.
leer, adj.: nichts enthaltend usw. Mhd. lœr(e), md. lér(e), ahd.-asächs. läri, ags.(ge)- lcre. Unbekannter Herkunft. 4L. Leere, f., bei Dasypodius 1537. Ieeren, v.: leer machen, mhd. Iœren, ahd. in ir-lären, asächs. in a-drian. Leerheit, f.: das Leersein als Zustand, 1482 im Voc. theut. s 7² lehrheit.
Leer, n.(-els, Pl.-e), auch Leere, f. (Pl.-n), sehr häufig Lehr geschrieben: Mo- dell, Muster. In der Sprache der Hand- werker. Schon mhd. lére f.«Maß, Modelly. Zu Lehre. Das neutrale Geschlecht weist auf eine Kürzung aus Lehrmaß oder dergleichen.
Lefze, f.(Pl.-n): Lippe. 1534 bei S. Franck Weltb. 217 5b f. Lepfftze. Zu Anfang des 15. Jh. lefcze(Diefenb. nov. gl. 225 a), auch ahd. ein- mal lefza(Akk. Pl. von lefz m.), mit ⁊ statt s, denn mhd. lefse f. neben mhd.-ahd. Ie†s, leps m., auch umgestellt mhd. lesp m. Oberd. für md.-nd. urverw. Lippe(s. d.). Die gleiche Stammsilbe zeigt sich in ahd. leffar, anfrk. lepor m.«Lippey u. in lat. labrum n. Lefze, Lippe» gegenüber labium n.= Lippe.
legäâl, adj.: gesetzmäßig, rechtskräftig. Im 17. Jh. aus glbd. lat. légälis(von lat. lex f.«Gesetz»), daraus franz. loyal, wovon mhd. léal«treu, innigy.
1Legät, m.(en, Pl.-en): päpstlicher Ge- sandter, Botschafter. Mhd. legãte), spätmhd.
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