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aus lat. lavus«weit, schlaff». laxieren, v.: abführen, dünnen Stuhlgang verursachen oder haben. 1571 bei Rot, von lat. lagdre«weit machen, erweitern, öffnen, lüften, dafür älternhd. purgieren.
Lazarétt, n.(-s, Pl.-e): Krankenhaus, bes. für Soldaten. Im 16. Jh. in der Zimm. Chron. ² 1, 612, 17 Lazart, 1595 bei Welser- Werlichius Augsb. Chr. 3, 109 gemeiner Statt Brechhauß, welches man auff Italiänisch Lazarelh nennet, 1618 bei Schönsleder La- saret, Siechhauß. Aus glbd. ital. lazzeretto m., span. lazareto, abgel. vom Namen des Lazarus (Luk. 16, 20 ff.), dem(als Heiligen) im Mittel- alter ein außerhalb der Mauern von Jerusalem gelegnes Haus zur Aufnahme Aussätziger ge- weiht war, daher auch mlat. Lazari«Aus- sätzigen, im Garg. 244 ein Lazarit und Leproß.
Lebehoch, n.(-s, Pl.-s), eine Imperativ- zusammensetzung, Anfang des 19. Jh. von Rüdiger für Vivat(s. d.) gebraucht, bei Campe 1809 als neu bezeichnet.
Leben, n.(-S, Pl. wie Sg.), der Inf. leben als Subst., mhd. leben n.(auch«Lebensweise»), ahd. Ieben n., md. auch lehen m., an der Stelle des in dieser Bed. abgestorbenen mhd. und ahd. Iip m. n.(s. Leib). ZUS. lebelang in unser lebelang oder unser Leben lang(s. lang), schon bei Luther dein lebenlang(5. Mos. 28, 33) und dein Leben lang(1. Mos. 3, 17), auch ge- kürzt unser lebelang(Luc. 1, 74). Vgl. lebens- lang. Lebensart, f.: die Weise zu leben (bei Krämer 1678); das feine Betragen(bei Wieland 15, 173). Lebensbaum, m., Name mehrerer Bäume mit immergrünen Blättern, bes. thuia occidentalis(1795 bei Nemnich). Lebensbeschreibung, f., 1678 bei Krämer. Lebensgeist, m., bei Stieler 1691, der Pl. Lebensgeister häufig schon im 17. Jh., mhd. im 14. Jh. die leipleichen gaist«vitales spiri- tus». Lebensgröße, f., 1669 im Simpl. 58. Lebenskunst, f., 1798 von Fr. Schlegel geprägt als Schlagwort für die allseitige und künstlerische Ausbildung der Persönlichkeit. Vgl. Ladendorf. lebenslang, adj., zusam- mengesetzt wie fingerslang(mhd. vingers lanc), 1691 bei Stieler; das Adv. lebenslang ist der Akk. Sg. des Ntrs. des Adj., schon im 16. Jh. bei Schweinichen 1, 91. Davon lebens- länglich, adj., 1691 bei Stieler. Lebens- lauf, m., 1664 bei Duez. Lebenslicht, n., bei Stieler 1691, das Dim. Lebenslichtlein bei A. Gryphius 1, 133(1698). lebenslustig, adj.,(Goethe 25, 1, 74). Lebensmittel, n.,
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
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gewöhnlich im Plur.(schon im 17. Jh. bei Schupp 556). Lebenswandel, m., bei Stie- ler 1691. Lebensweise, f.(bei Herder, Klinger, Goethe). lebenswierig, adj.: lebens- lunglich, im 18. Jh.(vgl. langewierig). Lebens- zeichen, n., bei Lohenstein Cleopatra 72. Lebenszeit, f., 1678 bei Krämer.
leben, v.: als empfindendes Wesen dasein, mit innerlich bewegender Kraet und zugleich durch dieselbe sein. Mhd. leben, ahd. lebén, md. leven; dazu asächs. lebon, mnd. libbian, ndl. leven, afries. libba, lifia, ags. libban, lifian, engl. live, anord. lifa(auch cübrig seins»), schwed. lefpa, dän. leve, got. liban«leben?. Zu bleiben(s. d.) und Leib(s. d.); der bei leben zu grunde liegende Begriff ist der des Ubrigseins(wohl nach dem Kampfe), dann des Daseins überhaupt, des Fortdauerns. 4L. lebéndig, adj.: Leben habend, mhd. lébendec, lemptic, lemtic, ahd. lebentig, vom Part. Präs. lebend, mhd. lebende, ahd. lebenti. Urspr. auf der 1. Silbe betont, aber schon um die Mitte des 16. Jh. auf der 2. Silbe, noch schwankend bei Opitz 2, 122 Du bist tod lébendig, ich bin lebéndig tod, wie bei Brockes 329, 168 und 335, 21(Kürschner), auch Stieler sagt 1691 in der Lehrschrift 18 Obeool das Wort lebendig die Länge auf der ersten Sylbe ordendlich hat und die folgende beyde kure seyn, so kan man doch auch die erste kurz, die zweite lang und die dritte wieder kurz aussprechen, ja man setzet auch wol die letzte in den Verschen lang; um 1750 ist im Hochd. die Betonung der 2. Silbe durchgedrungen. Sie ist aber nicht natürlich entwickelt, son- dern dadurch zustande gekommen, daß man die nicht mehr gesprochene Schreibung leben-
dig beibehielt. lebhaft, adj.: frisch, munter (1640 bei Comenius 274), mhd. lebehaft«Leben
habend, lebendigy, davon im 15. Jh. lebehafftick und 1691 bei Stieler Lebhaftigkeit f. lebig, adj.: lebend, südwestd., mhd. lebic in lane- lebic. leblos, adj.: ohne Leben, ohne Lebens- kraft, ohne Außerung von Lebensregsamkeit, mhd. lebelös«matt». ZUS. Lebemann, m., zuerst 1794 bei Ernst Langbein. Vgl. Laden- dorf. Später öfter bei Goethe. Lebewesen, n., 1575 im Garg. 94 lebzoesen. Lebewohl, n., bei Campe aus Bodmer. Lebtag, m. in mein Lebtag, gekürzter Plural:«Die Tage (Zeit), welche ich lebe, Lebenszeity. Bei Luther all mein Lebetage Jes. 38, 15, all elor lebtage 5. Mos. 6, 2, mhd. lebetac m., häufig im Plur. lebetage,«Lebenszeit», auch«Lebensunterhalts». 3


