Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
29-30
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29 Laune

laut 30

Laune, f.(Pl.-n): eigenwillige Gemüts- stimmung, üble wie gute. Mhd. Iane f. Mondh, dann die verschiedne Gestalt, in der der wechselnde Mond uns erscheint, die Mond- phase, u. weiter jede Konstellation d. h. jede verschiedene Stellung der Sterne gegenein- ander in ihrem angenommenen Einfluß auf die Schicksale des Menschen», weiter die Veränderlichkeit des Glückes», und endlich «die wechselnde Gemütsstimmung des Men- schen», ahd. Iüme in nieviline«Neumond, aus lat. lüna f.«Mond». Im 16. bis 18. Jh. auch M., z. B. 1540 bei Alberus dict. Qq 1 b«der laun odder die laun, bei Luther 8, 108 b Laun m. neben Laun f. 7, 226 b, 1691 bei Stieler und noch 1745 bei Ludwig Laun m. In der Bed. cheitere, scherzhafte Gemüts- stimmungy nach glbd. engl. humour bei Les- sing 4, 339, Herder IV, 182 f., Wieland 4, X. Ein andres Wort ist ndl. im f. Vgl. Franck s. v. 4BL. lIaunen, v.: verdrießlich, launen- haft sein, mhd. Mnen«wechselnd gestalten», dann wechselnder Gemütsstimmung sein». launig, adj.: übler Stimmung leicht nach- gebend(im 15. Jh. liunig, md. im 14. Jh.

vorchtlänig«blödsinnig»); voll heitrer Laune

(bei Lessing 7, 35). launisch, adj.: von übler Gemütsstimmung, 1420 lewnisch, 1482 im Voc. theut. t 3 b und nd. im 15. Jh. lãnisch cmondsüchtigy. ZUS. JIaunenhaft, adj., bei Wieland 6, 203.

Laus, f.(Pl. Läuse): an Menschen u. Säuge- tieren schmarotzendes Kerbtier, mhd.-ahd.- mnd. Iiũs f.(Pl. mhd. liuse, ahd. liusi); dazu ndl. luis, ags. lũs(Pl. 1§s), engl. louse(Pl. lice), anord. Iãs(Pl. Gss f.), schwed.-dän. Ius. Dazu akymr. leu-eseticc«von Läusen zerfressen?, nkymr. lleuen, korn. Iowen, bret. louen«Laus». 4B L. lIausen, v.: Läuse absuchen, mhd. Msen; RA. einen(früher einem) mit Kolben, mit der Kolhe lausen«mit(Kolben-) Schlägen oder auch derben Verweisen züchtigen», schon im

14. Jh. man sol narren mit Kolben lsen.

Lauser, m.: Geizhals, Knicker, bei Luther Sir. 14, 3. lausig, adj., im 15. Jh. über- tragen bei Luther. ZUS. Läuse-, Laus- kamm, m., 1716 bei Ludwig Lausekamm. Laus-, Läusekraut, n.: Kraut zu Läuse- salbe, zur Vertreibung und Tötung der Läuse, im 14. Jh. bei Megenberg 420, 16 läuskraut. Lausewenzel, m.: schlechter Tabak(bei J. Paul, Freytag u. a.).

lauschen, v.: still, heimlich aufhorchen (1741 PFrisch), älternhd.«lauern»(bei Luther).

Hervorgegangen aus der Vermengung zweier sinnverw. Stämme, einerseits 1421 luschen ver- borgen sein, mnd. laschen heimlich auf Wild lauern?, mhd. loschen, ahd. lõskén, lösgén, lõschén«verborgen sein, verborgen(heimlich) mit Spannung worauf merken» vielleicht ver- wandt mit laustern(s. d.); anderseits älternhd. laußen«lauschen», mhd. 0zen, ahd. Igén«ver- borgen sein oder liegen⸗, dann«heimlich be- obachten, lauern». Dazu ags. lätan sich beugen, falleny, lütian«verborgen liegen, lauerny, got. luton«betrügen», liuts«heuch- lerischy und weiter abg. laditi«betrügeno, ludu«tõricht(entlehnt lit.'Ednas«betrübt). Unverw. mit älternhd. lauschen lohen, lodern, flammen»(Mathesius Sar. 50 b, Hochzeitpred. 1584 35 2), mhd. Iäschen. 4BL. Lauscher, m., 1691 bei Stieler. lauschig, adj.: gern lau- schend(bei Stieler 1691 lauschicht); versteckt (erst im 19. Jh., noch nicht bei Campe). lausen, lausig usw., s. Laus. laustern, v.: das Ohr spitzen, scharf auf- horchen. Mhd. Mstern«horchen, lauerno, ahd. (hlãstrén, spätmhd. läüstern, bei Moscherosch Patientia 47 läustern, mnd. Iasteren, ndl. lul- steren chören, gehorchen». Daraus dän.stre, schwed. Iystra. Noch alem.-hess.-luxemb.-göt- ting.-westf., auf der Eifel u. im Westerwald. Wie asächs. hlust f. Ohr, Aufmerksamkeity, ags. hlyst f.«Gehör», hlystan aufhorchen, höreny, engl. list«horchen», listen, anord. hlust f. Ohry, hlusta aufhorchen», mhd. lusmen, lusnen, lüsnen chorchen, lauschen, abgel. von dem in 1losen(s. d.) steckenden agerm. Stamme hlus, urverw. mit abg. slachä m. «das Hören», slsati«hören»,(lit. Klausd f. 4Gehorsamo, Klausti chören?), air. clüas Ohry. Laut, m.(-Lels, Pl.-e): was für das Ohr vernehmlich ist, insbes. hörbare Außerung durch die Stimme. Mhd. It m.«Stimme, Ton, Schrei, entstanden aus dem folg. Adj.; dafür ahd.(hοta f., noch weidm.-bayr. Laaten f.«Stimme des Hundes beim Bellenꝰ. laut, adj.: vernehmlich für das Ohr; weithin hörbar. Mhd. lat(auch für das Auge wahrnehmbar, klar, deutlich»), ahd. (h)lät; dazu asächs. hläd, ndl. luid, afries. hläd, ags. hlüd, engl. Ioud. Im Adv. mhd. läte, ahd.(h)lüto, asächs. hlädo, ags. hlüde. Eigentlich Participialbildung wie kraut, alt, kalt(s. d.), aber wohl nicht urverw. mit aind. grutãs, gr. uröc, lat. inclätus cbe- rühmty(vgl. Leumund), sondern zu gr. dierv «weinen, klagen), Verbaladj.«kouröc.