21 Laßeisen
Laster 22
laßbar, duldbar, annehmbar, tolerant», abgel. von lassen, mhd. Iælich«was gelassen, unter- lassen wirdy und unlozlich ænicht erlaßbary. Vgl. lässig.
Laßeisen, n.: Messerchen u. dgl. zum Aderlassen. Spätmhd.(1400) laßisen n.«das Eisen zu den kleinen Einschnitten in die Haut zum Blutlassen beim Schröpfen.
lassen, v.(Präs. du lässest, läßt, er läßt, Prät. Ii, Konj. ließe, Part. gelassen, Imp. la6): zum Zurückbleiben bestimmen; nicht behalten; nicht behindern; nicht tun usw.; einen gewissen Anblick, ein Aussehen ge- währen(Gellert Fab. 1, 8 nun läßt der Hut erst schön!, diese Bed. aus der ältern md. «sich benehmen, sich geberden) und mnd. lãten aussehen»). Mhd. läzen und durch Zusammenziehung län(dessen Präs. ich län, da lãst, Iœst, er lãt, lœt, Prät. lie, Part. gelän, län), ahd. lãgan(Präs. lãzu, lãzist, lãzit usw., Prät. liaz, Konj. liazi, Part. gilãzan); dazu asächs. Idtan(Prät. lét, liet, Part. giläãtan), mnd. Idten, afries. létan, ags. lctan, engl. let, anord. Iãta, schwed. läta, dän. lade, got. létan (Prät. lailot). Die urspr. Bed. ist«nachlassen, ablasseny; dazu laß(s. d.). Urverw. mit gr. Andeiv«müde sein»(Hesych), alb. 7, 1— lasse, verlasse, entlasse» usw.,"'o«mache müdey, Vodem werde müde», Todo, I'odota«müde». Die alte Partizipialform lassen-(mhd. läzen), statt gelassen, zeigt sich in Verbindungen mit einem Inf., z. B. ich habe es ihm sagen lassen. Bei Infinitivverbindungen steht der Akk. wie der Dat. in Wendungen wie laß mich zissen, ob du bleibst, ich ließ ihm wissen, daß er(Goethe 43, 322), wen hab ichs merken lassen?(Schiller Kabale 4, 7 in der 1. Ausg.), ich lasse ihm merken, daß(Lessing antiquar. Br. 2, 225); dagegen stets mit dem Dat.(mir = von mir oder an mir) doch ließ ich mir nichts merlcen Goethe 26, 285. Jem. etlas sein lassen schon mhd. mit zweifacher Kon- struktion: lät mich den schaldigen sin Nibel. 1071, 4, in der Hohenems-Laßbergischen und der Berliner Hdschr. lãt mich der schuldige sin.
lässig, adj.: träge. Mhd. lezzic, frühmd. lazcic(Germ. 20, 51). Abgel. von laß(s. d.). Davon verschieden ist lässig in fahr-, nach- lässig(s. d.), mhd. Iœzic(vom Weine, der ausgeschenkt wird), das zu lassen(s. d.) ge- hört. 4BL. Lässigkeit, f.: Trägheit, im 15. Jh. lassichayt bei Diefenb. nov. gl. 368a.
Last, f.(Pl.-en): Beschwerendes; auf Schiffen= 2 Tonnen oder 4000 Pfd.(Pl. wie
Sg.). Mhd. last m.(auch als Gewichtsmaß), md. last f., ahd. hlast, last f. m.(Pl. lesti, daher älternhd. Pl. Läste); dazu mnd. Iast f. (Gewicht von 1550 Pfd.), afries. hlest, ags. hlaœst n., engl. last. Zu iladen(s. d.); anord. hlass n. Fuder, Fuhre» mit regelrechtem ss aus tt, während in Last das wieder neu angetreten ist. Aus dem Germ. ital. lasto, franz. laste m.«Schiffslast, lest m.«Ballast. RA. Einem etawas zur Last legen, aus der Kaufmannssprache, wie auch belasten. Die alte Buchführung geschah mit dem Rechen- brett, wo der Gläubiger die Schuld durch Rechenpfennige vermerkte. Vgl. Borchardt- Wustmann. 43L. lastbar, adj.: Lasten tragend, des Lasttragens gewohnt, bei Luther. lasten, v.: drückend schwer sein, 1773 bei Klopstock 2, 8, aber trans. mhd. lesten cals Last wohin legen, belasten», 1495 in der Kölner Gemma U 44 lasten, in Zss. belasten (1678 bei Krämer, mhd. belesten«belästigen») und entlasten(mhd. entlesten, 1495 in der Kölner Gemma h 3 ontlasten). lästig, adj., spätmhd. lestec, lestic«lastbar, lastendy; davon Lästigkeit, f., 1777 bei Adelung. ZUS. Lastschiff, n., 1541 bei Frisius 611 b. Last- tier, n., 1716 bei Ludwig. Lastträger, m., bei Luther 2. Chron. 34, 13. Lastvieh, n., 1642 bei Duez. Lastwagen, m., 1594 bei Frischlin nomencl. Cap. 123 Lastzwag. Lastädie, f.: Schiffsfracht, Ballast,(1791 bei Roth) Ort des Warenausladens, mnd. lastadie«Schiffszimmerwerft, Ballast», ebenso mndl. 1599 lastagie, mlat. lastadium, lasta- gium, vielleicht urspr. der Platz, wo die Schiffe den Ballast ein- oder ausladen», ahd. ladastat, mhd. lãstat f.«Ladeplatz für Schiffe?. Laster, n.(s, Pl. wie Sg.): Ehrverletzen- des; Gewohnheitssünde(1541 bei Frisius 902²). Mhd. laster n.(selten m.), ahd. lastar n. EChrenkränkung, Schmähung, Schande, Fehler, Makel»; dazu asächs. lastar n.«Tadel, Schmä- hungy, afries. laster n.«Verletzung, Beschä- digung», anord. löstr m., schwed.-dän. last Fehler, Tadel». Eine mhd. Hdschr. des 12. Jh. bei Schmeller? 1, 1523 hat noch deutlich lahster, entspr. ags. leahter m. Schmach, Fehler, Krankheit», mndl. und vereinzelt mnd. lachter«schimpfy, ndl. lachter«Tadely. Mit Ausfall des h vor t(vgl. Mist) von ahd. lahan (Prät. laag bei Otfrid), asächs. lahan(Prät. 769), ags. léan«tadelny(Prät. 1O9). Urverw. mit altir. locht«Fehlerv, zweifelhaft, ob auch mit lat. loqui«reden, vgl. Walde. 48L. 2*


