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Lappen 18
1671 bei Grimmelsh. Simpl. 591. Ianghalsig, adj., 1581 bei Fischart Bienenkorb 1132 lang- hälsig. langhaarig, adj., 1678 bei Krämer. langlebig, adj., um 1480 im Voc. inc. teut. 03 b. langmänlig, adj., abgeleitet von Langmaal, 1540 bei Alberus dict. ff 22 schüssellecker, der sich zuthut, ein langmaul, geier, noch wetterau., dann 1662 bei Stoer 3042 Langmaul, so nichts schweigen kann. Langmut, f.: lang zusehende Gemütsstimmung, Geduld(s. Mut), bei Luther; aber ahd. langmuoti, lancmõti, got. laggamõdei f., abgeleitet vom ahd. Adj. lancmõöt, spätahd. flekt. lanchmueter clangmütigy. Davon lang- mütig, adj.: geduldig, im 15. Jh. lancmutig, langmuetig, ahd. lanc-, langmuotig, und Lang- mütigkeit, f., mhd. lancmietecheit f. lang- nasig, langnäsicht, adj., im 15. Jh. lang- nasig, 1420 nd. lanchnesich(Diefenb. gl. 44, älternhd. langnaset. Langohr, m.: der Hase, 1615 bei Colerus Hausb. 5, 25; der Esel (Simrock Sprichw. 113). langohrig, adj., 1696 bei Olearius pers. Baumgarten 1, 29 langöhrig, im 16. Jh. in der Zimm. Chron. ² 4, 81, 14 langoret, d. i. langoricht. lang- stielig, adj., vulgär und burschikos«lang- weiligy. Nach der Mitte des 19. Jh. aufge- kommen. Langwied(e), f.(Pl. Teln): den Wagen durchziehender Baum, der das hintre Gestell mit dem vordern verbindet, mhd.-ahd. lancꝛwit n. und f., anord. langvidr m., 2gs. mit ahd. wtu, mhd. zw¹te, wit m. n., anord. vidr m. «Holz». langwierig, adj.: lang wührend, 1419 bei Diefenb. nov. gl. 239 2 langevirig, neben lancwerig im 15. Jh.(Germ. 20, 50), ahd. nur das Subst. langeirige, langwerige f. clange Dauery, von ahd. irig, werig, mhd. wiric, wirich«andauernd, dauerhaft», zu ahd. werén, mhd. weren, wern«währeny. langettieren, languettieren, v.: Bogen bilden, ausbogen(beim Sticken). Aus glbd. frz. langueter, eig.«Zungen bilden», von lat. lingua f.«Lunge». 1791 bei Roth. Langobarde, Longobarde, m.(-n, Pl. =n), nach lat. Langobardus, Longobardus m., ahd. Lancpart; die L. saßen zuerst an der Niederelbe. Als Ländername bezeichnet der frühmhd. Dat. Pl. Lancparten, dann Lam- parten, der L. spätern Wohnsitz Italien, heute Lombardei(s. Lombarde und Lambertsnuß). Lanke, f. Pl.-/): Bauchseite, Hüfte, Weiche, Lende, dann Seite. Mhd. lanke, lanche, ahd. hlanca, lanka, lancha f., desselben Stammes wie ags. hlanc, engl. lanſe«dünn, mager, schmal, schlank». S. Flanke, Gelenkc, lenken.
Weigand, Deutsches Wörterbuch.
5. Aufl. II. Bd.
Lannagel, m.: Achsnagel, 1575 im Garg. 317, s. Lünse.
Lanne, f.(Pl.-n): Deichsel zum Ein- hängen, an der das Rindvieh unter einem Doppeljoch zieht, auch Gabeldeichsel. Urspr. «Kette», welche Bed. das mhd. lanne, spät- mad. lan f. hat.
Lanze, f.(Pl.-n): langer Kampfspieß. Mhd. im 12. Jh. lanze f., aus glbd. afrz. lance, span. lanza, ital. lancia f., von gallisch-lat. lancea f.«in der Mitte mit einem Riemen versehner Speer». Lanzétte, f.(Pl.-n): chirurgisches Messerchen, Laßeisen; Grab- stichel der Holzschneider. In der 1. Bed. 1629 bei Hulsius Schiff. 21, 83 Lanzeet, 1664 bei Duez Lantzet f.(aber 1663 bei Schottel Lantzet n.), 1646 bei Moscherosch Philander 1, 103 Lantzete, 1678 bei Krämer Lantzette f. Aus glbd. frz. lancette f., dem Dim. von lance Lanzey.
Lanzknecht, falsche Schreibung für Landsknecht(s. d.).
Lapidärstil, m.(-⁶s): Schreibart, die kurz und bündig ist wie die Inschrift auf einem Denkstein. 1801 bei Campe, von lat. lapi- dãrius æzu den Steinen gehörig», als Subst. Steinmetzy, zu lat. lapis m.(Gen.-idis)«Steiny.
Lappälie, f.(Pl.-n): unbedeutende Kleinig- keit. Mit lat. Endung zu Lappe m.(s. Lappen), 1691 bei Stieler der Pl. Lappalien.
Lappe, m.(-n, Pl.-n), gekürzt Lapp: einfältiger Mensch, Laffe(s. d.). Mhd. lappe, lape, lapp m., aus dem Md. eingedrungen, von mnd. lapen ælecken, schlürfen». läppisch, adj.: hochgradig albern und abgeschmackt, in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 42, 19 leppisch, um 1480 im Voc. inc. teut. 04² das Adv. lappischen. Davon läãppschen, v. sich läppisch geberden oder spaßen, in Mitteldeutschland, 1734 bei Steinbach. ZUS. Lapparsch, m.: energielose männliche Person, die sich alles gefallen läßt. Bei Goethe als eine der zu Hanswursts Hochzeit eingeladnen Personen, rheinisch, wetterauisch.
Lappen, m.(-, Pl. wie Sg.): nieder- hangendes weiches Stück wovon; Zeugabfall. Mhd. lappe m. f., ahd. lappa f.«niederhangen- des Zeugstüůck», brustlappa f. cherabhangende Haut unter dem Halse des Stieres», wohl mehr md. als obd.; dazu and. lappe m.«ᷣ2Zipfel eines Kleides), mnd. lappe m., 1477 clev. lappe, nndl. lap m., ags. œppa m., engl. lap(Schoß), anord. leppr m., schwed. lapp, dän. lap. Ur- verw. mit gr. Xoßöc m. Ohrläppchen». Weid-
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