Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
15-16
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15 Landauer

lang 16

ein in kaiserlichen Landen geworbner Söldner bei der Neugestaltung des Heerwesens durch Kaiser Maximilian I, aber in Beziehung auf die langen Spieße der Landsknechte wurde der Name auch nach der Aussprache zu Lantzknecht(1499 bei Lenz Schwabenkrieg 26, 1502 in Frankf. Reichscorr. 2, 667). Landsmann, m.: Landesgenoß, 1477 clevisch lantsman, 1444 bei Nicl. v. Wyle 234, 6 der Pl. lantzlüt, mhd.- ahd. lantman, Pl. mhd. lantliute«Landgenossen, Landesedele, niedre Dienstmannen», zu mhd. ahd. lantliut n. &Einwohnerschaft des Landes, der Heimat); dazu Landsmannschaft, f., 1716 bei Lud- wig, als Verbindung von Studenten aus einer Landschaft, 1781 b. Kindleben.

Landauer, m.(-s, Pl. wie Sg.): Kutsche, deren Verdeck vorn und hinten zurückge- schlagen werden kann, in Landau erfunden. 1782 bei Jacobsson 2, 554 Landauer Wagen, vgl. Goethe 50, 91.

lang, adj.(Komp. länger, Sup. längst): in einer Richtung fortgehend, d. h. sich aus- dehnend, von Raum, dann von Zeit. Mhd. lanc(flekt. langer), ahd. lang, lank; dazu asächs.- ndl.-ags.-dän. lang, afries. long, lang, engl. long, anord. langr, schwed. ldng, got. laggs. Urverw. mit glbd. lat. longus. Der Komp. lautet mhd. langer, longer, ahd. langero, lengiro, der Sup. mhd. langest, lengest, ahd. lengest. Der Akk. des Ntr. in adverb. Verwendung: fagelang, auei Jahre I., mein Lebenlang(s. d.), eine Zeitlang(s. d.), früher auch mit Gen.(fünf ganzer Wochen l. Wieland, schon bei Luther 3, 90 b kurtzer zeit I., mhd. eines halben tages lanc); auch räumlich statt entlang: den Fluß I., schon md. B⁊ der Memil lanc Jeroschin 20384. Verschieden vom Adv. lang, lange clange Zeit, seit langemꝰ, mhd. lange(Komp. langer, lenger, Sup. langest, langst), ahd. lango(Komp. langor, Sup. langõs); dazu asächs. lango, ags. lange. 4BL. Länge, f.(Pl.-n), mhd. lenge, ahd. langi, lengi, got. laggei f.; davon längelang, adv., obersächs, auch der Länge lang, im 18. Jh.(Gleim Fab. 2, 29). langen, v.: in der Länge zunehmen, lang werden; sich aus- streckend etwas erreichen, ergreifen oder dar- reichen, geben, in beiden Bed. mhd. langen; aber ahd. langén, asächs. langön, ags. langian cverlangenz. In der Bed.«ausreichen» 1734 bei Steinbach das Geld langte nicht, persön- lich bei Schiller Picc. 3, 1; poetisch im Sinne von verlangen» bei Goethe 8, 237 langen und bangen. längen, v.: lang machen(Herder

6, 155), mhd. lengen, ahd. Iengjan, lengan cin die Länge ziehen, verzögern», ags. lengan caufschieben», anord. lengja«verlängern?. längern, v., mhd. lengern, ahd. lengerõn, von dem Komp. länger. länglich, adj., 1420 langelich, 1433 langlecht(Diefenb. gl. 3882), um 1480 im Voc. inc. teut. o 3 b u. 7 5 langlich, lengelich(Var. lenglich). längs, adv.: der Lünge nach. Dann Präp. mit Dat. oder Gen., 1741 bei Frisch, frühnhd. mit Akk., 1494 langs die hechen, ebenso 1340 lancks(Germ. 20, 50), auch noch 1778 bei Stilling Jüng- lingsjahre 197 langs die Thüren(s. entlang). Alternhd. mit angetret. t längst, mit Gen. oder Dat. 1639 bei Micrälius Pommern 3, 316 und bei Krämer 1678. Das Wort ist Gen. Sing. des Neutr. des Adj. lang, mhd. langes Adv.(zeitlich)«längst⸗,(räumlich)«der Länge nachy, in erstrer Bed. auch schon lenges. langsam, adj.: ohne Fortgang sich hinzie- hend. Mhd. lancsam, ahd. langsam, lancsam (Adv. lancsamo), asächs. langsam, ags. langsum «sich zu viel hinziehend, lange dauernd, lang- wierig, weitläufig», aber 1469 im Voc. ex quo auch schon cnach und nach vor sich gehendo, ein Begriff, der von dem erlöschenden mhd. lancseim, md. lancseine, ahd. langseime(im Adv. mhd. lancseime, ahd. langseimo) über- ging, einer Zss. mit mhd. Seine, seim, ags. scne, anord. seinn trüge, langsam, späty; dazu got. sainjan«säumen, sich verspäten», mhd. seinen«verzögern, aufschieben». längst, adv.;: vor oder seit langer Zeit, bei Luther lengest, lengst, 1541 bei Frisius 694 langest, 1482 im Voc. theut. s langst; das Wort ist das mhd. Adv. langes(s. längs), das nach Antritt des k im 16. Jh. mit Umlaut zu einem Superlativ wurde. längstens, Zeitadv.: seit längster Zeit, auf das längste, 1638 bei Soltau Volksl. 1, 511, von längst(s. d.), zunächst ohne-s längsten 1659 bei Tscherning Ged. Frühling 225. ZUS. langbeinig, adj., mhd. lancbeinic. Langeweile, f., aus lange Weile, daher Gen. und Dat. der Langenaweile, auch gekürzt Langweile, Gen. und Dat. Lang- weile, in Nachbildung u. als Gegensatz von Kurzeil(s. d.), 1537 bei Dasypodius lang- weil, mhd. der Akk. die wile lange Helm- brecht 942, aber frühmhd. ze langer wile«ezn langer Zeit»(s. Weile). Davon langweilen, v., im 18. Jh.(Herder), bei Goethe auch lange Wweilen(Faust 6958, auch intrans. 9585), und langweilig, adj., 1429 bei Diefenb. nov. gl. 2392 lanck weilig. Langfinger, m.: Dieb,