Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
9-10
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9 Laich

Lama 10

entlehnt abg. chle m.«Brot», und daraus lit. klépas m. Vgl. Lady, Lord.

Laich, m.(Lels, Pl.-e): Fisch-, Frosch-, Kröten-, Schlangensamen oder-eier. 1516 bei Pinicianus prompt. B 2 laych, mhd. in der Bed.«Laichzeite zu Anfang des 14. Jh. laich (Mon. boica 36, 2, 100) und im 15. Jh. leich (Weist. 1, 773), dazu mhd. geleiche n.«Fisch- laich, Fischbrut», älternhd. Geleich, Gelaich n. (Dw., 2978). Aufschluß über die Ab- stammung gibt schweiz. Leich m.«gewohnter Gang, Weg, bes. von Burschen, die den Mäd- chen nachstreichen, im Leich«an der Reihe, in der Mode», ferner«Laichzeit der Fischey, wo die Milchner den Rognern reihenweise nachziehen, bei einigen Arten unter Plätschern und Emporspringen, gleichsam einen Reigen aufführend. Demnach zu got. laikan«springen, hüpfen», laiks m. Tanzy, mhd. leichen, mnd. léen chüpfen, aufsteigen», mhd.-ahd. leich m. n.«Spiel, Saitenspiel» zu Tanz und Ge- sang usw., ags. lãcan æspielen, springen, schwimmen usw., anord. leika, schwed. leka, dän. lege«spieleny, anord. leifer m.«Spiel, Handlung, Spotty, schwed. lekc, din. leg«Spiely. Urverw. mit lit. läεgéti umherlaufen», aind. réjatẽ chüpft, bebt, zittert, juekt», ir. lõeg &Kalby, gr. ekico«mache erzittern, schwin- genv. Entlehnt abg. likäi m. Spiel, Tanz', lilovati«tanzen». 4 BL. laichen, v.: den Samen oder die Eier absetzen(von Fischen, Fröschen usw.), mhd. im 14. Jh.

Laie, m.(-n, Pl.-n): Nichtgeistlicher, Ungeweihter, Unerfahrner. Alternhd. Leye), bei Luther Lei, mhd. lei(g)e, ahd. im 10. Jh.

leigo m., im Mhd. auch Unerfahrner in der

Gelehrsamkeit u. in der Kunst». Aus dem glbd. (seit Tertullian) lat. Iaicus, gr. Xoixòc, eig. Adj. von Xdc m.«Volky. ZUS. Laienpriester, m.: 1791 bei Roth, früher Laipriester.

Lakäaäi, m.(en, Pl.-en): der Livreebe- diente. Im 16. und 17. Jh. Lakay*f, Lackay, Lacker*h, Lagueie, Laguen, Lacoy-(fI. Sachs 2, 388), 1541 bei Frisius 237 b Löuffer, Laggal und danach 1561 bei Maaler Laggey, Lagley, lõuffer, trabant, 1546 im spanischen Hofge- sinde Karls V. unter der Abteilung Caballerisa d. h. Marstall 2ο† Lackeyen, elliche Teut- schen nennen sie Trabanten(Hortleder 333); aber gegen Ende des 15. Jh. lackaey m. «Soldat zu Fußy(Ehingen 26). Aus frz. laquais m. und dies aus span. lacaYuo. Un- bekannten Ursprungs.

Lake, f.(Pl.-n): Salzwasser an Fischen

oder Fleisch, auch in Zss. Fisch-, Herings-, Salalake. 1482 im Voc. theut. s 12 lacke oder saltæzoasser. Auf dem Wege des Heringshan- dels ins Hochdeutsche aufgenommen aus md. 1332 lake f.«Fischlake»(Germ. 20, 50), mnd. 1360 lake f., mndl. lake«Salzbrühe an He- ringeny. Verhochdeutscht im 15. Jh. lag f. (Mone Anz. 7, 302, 335) und lache(Diefenb. gl. 509 a). Zu dem unter 2Lache(s. d.) auf- geführten agerm. Stamm.

Laken, n.(-, Pl. wie Sg.) in Bayern nur m.(so auch Goethe 1, 208 f.): Tuch, Decke. 1663 bei Schottel, 1594 bei Heinr. Julius v. Braunschweig 517 Laken, bei Opitz und noch bei Wieland und Schiller Lacken, schon 1482 im Voc. theut. r 8 b lackentuch. Aufgenommen aus mnd. und mudl. laken n., asächs. laxan n.(auch Ubertuch, Mantel), wodurch das urspr. hochdeutsche Lachen n. (noch schweiz.-els.), mhd. lachen, ahd. lahhan n. verdrängt wurde(s. Leilach). Leinwand aus den Niederlanden und Westfalen wurde in Oberdeutschland als sehr geschätzte Handels- ware eingeführt. Dazu ndl. laken, afries. leken, mengl. lake, spätanord.-schwed. laxan n.(ge- webtes Zeug, Decke), dän. lagen. Unerklärt. Vielleicht zu ir. lace«schlaff, schwach»(aus *lagno-, apreuß. lagno Hosenꝰ, gr. Xcravov «dünner u. breiter Kuchen.

lakönisch, adj.: kurz und schlagend im Ausdruck. 1673 bei Grimmelsh. Gepräng Cap. 8, nach lat. lacõnicus, Adj. von Laco, gr. Adwwv m. Lakedämonier, Spartanerꝰ, be- kannt durch schlagende Kürze.

Lakritze, f.(Pl.-n/), auch Lakritzen, m. (*J, Pl. wie Sg.): Süßholz; verdickter Süß- holzsaft. Im 15. Jh. lackericzge, lagiricze, lackeritz, lackritz, leckericz, licritz, spätmhd. lakerize, lelcritze f., aus mlat. liquiricid, ligui- ritia f., von gr. Jat. glycyrriza, gr. Xuxοpia f.«Süßwurzel, Süßholz», von gr. YXuxòc«süß? und pita f.«Wurzel».

lallen, v.: mit schwerer Zunge, unzu- sammenhängend sprechen. Mhd. lallen, md. lellen; dazu schwed. lalla, dän. lalle. Aus der Kindersprache wie lat. lalläãre«lallen, trällern», gr. Roketv«schwatzeny». Den Lall- silben der Kinder werden verschiedene Be- deutungen untergelegt. Vgl. lallen.

Lama, n.(-S, Pl.-S oder wie Sg.): das südamerikanische Schafkamel; flanellartiger Stoff aus der Wolle dieser Tiere. 1628 bei Münster Cosmographey S. 1702, aus d. Sprache der Peruaner.