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Laib 8
Fräulein vornehmen Standes in England. 1694 bei Nehring. Das engl. lady, aus ags. hlc dige, hlc die f.«Hausherrin», eig.«Brotherrin, Brot- verteileriny, von ags. hläf m.«Broty(s. Laib) u. einem in anord. deigja f.«Ausgeberin, Verwalterin», erhaltnen Stamme. Vgl. Lord.
Lafétte, f.(Pl.-n): Stückgestell des Ge- schützes. 1691 bei Stieler Lafet e). 1656 bei Schreiber Büchsenmeisterdiscurs Lavete f., 1617 bei Wallhausen Archeley Kriegskunst 67 die A fpacite, aus frz.'afput, früher!'affust(m.) «Schaft eines Feuerrohrs, Lade oder Gestell einer Kanone», von frz. Fat m.«Schaft», ital. fasto m.«Stielꝰ, lat. fustis m.«Knüttel, Stocks.
Laffe, m.(-n/, Pl.-/): alberner einge- bildeter Mensch. 1663 bei Schottel junger Laff, 1494 bei Brant Narr. 73, 29 die jungen Laffen, eig.«Leckery», zu mhd. laffen, ahd. laffan æ«lecken, schlürfen, schlappen», 1595 bei Rollenhagen Froschm. 1, 2, 17, 132 Laffe f. Hundemaul⸗, md. nd. Labbef.«Mund, Hänge- lippey. Eins mit Lappe m.(s. d.).
Lage, f.(Pl.-n): Art des Liegens; in Reihe Gelegtes, Schicht(1626 bei Opitz Ar- genis 1, 428). Mhd. läge f. das Liegen, Lebens- verhältnis, Beschaffenheit, Niederlage(Waren- lager), lauerndes Liegen», ahd. läga f.«Hinter- halt, Nachstellung», afries. lége«Hinterhalt, Anlagev.
Lägel, Legel(öst.), n.(—s, Pl. wie Sg.), unüblich f.: Fäßchen. Mhd. Iœgel, lägel n. u. Iœgel(e), lägel e) f., md. légel n., ahd. lãgell)la f.; Nebenform bayr. Lagen f.(ebenso in der Leipz. Stadtordn. von 1544 J. 1²), mnd. lãge f., mndl. leegel. Aus lat. lagéna f.«Flasche», im Mlat. auch«Flüssigkeits- u. Trockenmaß, von gr. XdrOvoc m. f. Flaschey.
Lager, n.(-s, Pl. wie Sg.): Vorrichtung wie Ort des Liegens. Bei Luther aus dem Ostmd.(schon 1397 bei Haltaus 1153 lager n. aus dem Vogtland), aber mhd. leger n.«Heer-, Bett-, Kranken-, Tierlager, Grabstätte, Be- lagerungy, auch läger(daher nhd. noch im 17. Jh., sogar im 19. Jh. bei Rückert 1, 110 Laäger n., im Pl. noch bei Schiller Wallenst. Tod 3, 13, Rückert 1, 316 Ldger), adh. legar n.(das Heerlager heißt adh. heriberga f., heristal n.); dazu asächs. legar n.«Krankenlagery, mnd. leg(g)er n., afries. Iegor, leger n.«das Liegen, die Lagey, ags. leger n.«Stelle und Gestell des Liegens, Krankenlagers», got. ligrs m. «Bett, Beilager). 4BL. lagern, v.(mit sein), bei Luther lagern, aber bei Opitz noch lägern, mhd. leger(e)n; refl.(mit haben) bei
Luther sich lagern, mhd. sich legeren. Dazu Lagerung, f., 1691 bei Stieler, 1537 bei Dasypodius Lägerung. ZUS. Lagerbier, n., 1716 bei Ludwig Lagerbier, mertzenbier, so im winter oder frünjahr gebrauet ist und sich lange halten kann, aber 1715 bei Amaranthes im heißen Sommer gebrautes stärker gehopftes Bier zum Halten, schon 1469 md. lagirber n.(Germ. 20, 50). Lager- statt,-Stätte, f., im 15. Jh. lagerstat, mhd. legerstat f. Ort des Liegens, Lager, Tier- lager, Grabstätte, Heerlager, Niederlage zu Verkaufy; im 17. Jh. bei A. Gryphius Läger- stätt, 1734 bei Steinbach Lagerstädte.
Lagüne, f.(Pl. n): seichter sumpfiger Meeresarm mit Inseln(Goethe Tageb. 1, 241), aus glbd. ital. laguna f., von lat. lacäna f. «Lachey, zu lacus m. Seey.
lahm, adj.: aus Schwäche, krankhafter Steifheit in der Bewegung gehemmt. Bei Luther lam, auch lahm, mhd.-ahd. lam, urspr. cgliederschwach»; dazu asächs. lamo, and.-ndl. lam, afries. lom, lam, ags. lama, loma in schwacher Form, engl. lame, anord. lami clahm, verkrüppelt», schwed.-dän. lam, sowie mit Ablaut ahd. laomi, mhd. läeme«matt, schlaffy, auch«nachgiebig, mildy. Urverw. mit abg. lomiti«brecheny, lomiti sę«ermatten?, russ. Ioml m.«Bruchstück, Bruch», lomöta f. Gliederreißen, Gichty, apreuss. Tintaei«bre- cheny, lett. Zint unter einer Last zusammen- sinkeny. Vgl. umm. 4. B L. Iahmen, v.: lahm sein oder werden, erst im 18. Jh. üblich, mhd. selten lamen(auch in erlamen cerlahmen), asächs. lamon(in bilamod). lähmen, v.: lahm machen, mhd. lemen, ahd. lemjan(= abg. lomiti); dazu afries. lema, lama«lühmen), anord. lemja«zerschlagen»; davon Lähmung, f., 1642 bei Duez.
Lahn, m.(-els, Pl.-e): dünner Metall- draht, auch in Zss. Gold-, Silber-, Messing- lahn. 1711 bei Rädlein, aus franz. lame f. «dünne Metallplattey(dann«dünner Drahta, in Frankreich viel verfertigt), ital.-mlat. lama, aus lat. Idm(i)na f. dünnes Metallblech.
Laib, m.(Lels, Pl.-e): nach einer Form gebacknes Brot. Mhd. leip, ahd. leib, leip m.; dazu got. Rlaifs m., ags. hläf m., engl. loaf, anord. hleifr m. runder Kuchen?, schwed. dial. lev, dän.(veraltet) lev. Urverwandt- schaft mit lat. Ubun n. Kuchen, Fladen», ist unter Annahme von Anlautsverschieden- heiten(slll und[s!tl) möglich. Vgl. die Literatur bei Walde. Aus dem Germ. wohl


