Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
5-6
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5 lack

Lady 6

bei Hübner güldener L.), nach der glänzenden Lackfarbe(s. 1Lack) der Blüten. lack, adj.: lau, abgestanden(von Geträn- ken). In obd. u. nd. Mundarten. Unerklärt. Lackel, m.(-s, Pl. wie Sg.): grober oder ungeschickter Mensch, Zierbengel; Metzger- hund. Bayr., schwäb., els., hess. u. von da auch nach Norddtschld. vorgedrungen. Viell. nach Mélac, dem Namen des Verwüsters der Pfalz. lackieren, v.: Lackanstrich geben. 1712 bei Hübner; 1678 bei Krämer lackziren«mit Lachk vermischen», 1676 in dessen ital.-teutsch. Wtbch. lacciren, aus glbd. ital. laceare. Dafür 1691 bei Stieler lacken. Letztres wie l. auch übertr.«betrügen, reinfallen lassen). 4BL. Lackierer, m., 1719 bei Kramer. Lackmus, n.(Gen. wie Nom.): rötlich- blauer Pflanzenfärbestoff. 1721 bei Jablonsky Laemus, aus nd. lachmäs, laclemös n., von nndl. lachmoes n.(wonach nlat. lacca mu- sica f.), zgs. aus ndl. lak n.«Lacky u. moes n. &Kraut, Mus, dicker Brei». Die Pflanzen wer- den nämlich zu Brei gekocht, der, in lungliche viereckige Stücke geformt, getrocknet wird. Lade, f.(Pl.-n): tragbarer Aufbewah- rungsbehälter in Kastenform; Sarg(Goethe 19, 178). Mhd. lade f.«Behälter, Kasten, Sarg»; dazu anord. hlada f.«Scheuer, Scheune, Ladebühne», schwed. lada, dän. lade«Scheuery. Von iladen, urspr. Vorrichtung zum Beladen?. In Verwechslung mit dem flg. Wort bayr. La- den m. für Lade, sowie in der Mark Branden- burg Lade f. für Laden. Vgl. Kinnlade. Laden, m.(-S, Pl. Läden): Vorsatz zum Verschluß einer Fensteröffnung; Tisch zum Feilhalten und Auslegen von Waren; Ver- kaufsraum an öffentlicher Straße. Mhd. lade, laden m.(Pl. ladeen, leden)«dickes Brett, Bohle, Fensterladen, Kaufladen». Wahrschein- lich verw. mit Latte(s. d.). RA. sich an den L. legen«sich(wie eine zur Schau ausgelegte Ware) sehen lassen, prahlen»(1678 bei Grim- melshausen Gepräng mit dem teutschen Michel Cap. 13, ebenso sich an L. lassen 1541 bei

Franck Sprichw. 2, 1002). 4 BL. Ladner,

m.: Ladendiener, 1502 bei Diefenb. nov. gl. 286; Ladnerin, f.: Ladenmädchen, 1421 ladnereyn(ebd.). Südd. ZUS. Ladendiener, m.: den Kleinverkauf besorgender Diener, 1680 bei Riemer polit. Maulaffe 16. Ladenhüter, m.: eine keinen Abgang aus dem Laden fin- dende Ware, 1660 bei Corvinus fons 1, 2542. Ladenschwengel, m., verächtlich für Laden- diener, 1808 bei Campe.

¹laden, v.(Präs. lade, lädst, lädt, Prät. lud, Konj. lüde, Part. geladen): zum Tragen beschweren; ein Schießrohr mit Abzuschießen- dem beschweren, füllen(Mon. boica 2, 433 vom J. 1449). Mhd. laden(Prät. laot, Part. geladen)«aufladen, worein laden, beladen, belasteny», ahd.(h)ladan; dazu asächs. ags. hladan, mndl. laden, afries. hlada, anord. Mlada, got. hlapan(in afhlapan æbeladen). Urverw. mit lit. Klöti chinbreiten) und mit anderm Präsenssuffix abg. Kladq, Klasti degen, stellen». Durch Mischung mit der Flexion des flg. laden(s. d.) zeigt sich vereinzelt ein schwaches Prät., schon mhd. selten ladete, mehrmals bei Schiller und Goethe, sowie häufiger die schw. 2. u. 3. Sg. Präs. ladest, ladet. 4BL. Lader, m.(-s, Pl. wie Sg.): Güterverlader, auch in Zss. Ab-, Auf-, Aus- lader, im 15. Jh. lader(Tucher Baumeister- buch 105 von 1424 f.), 1410 leder m.(Frankf. Reichscorresp. 1, 159); Gewehr, Geschütz Ladender, letzteres bes. auf Kriegsschiffen. Ladung, f.: das Aufladen sowie das Auf- geladne, die Last(mhd. ladange f.); die in Feuerwaffen geladne Munition(1558 bei Rivius Büxenmeisterey 45 b). ZUS. Lad(e)stock, m.: Stock zum Laden des Gewehrs, 1691 bei Stieler, 1664 bei Duez Ladstecken m.

²laden, v.: wohin berufen, auffordern zu kommen(in Zss. ein-, vorladen). Von der urspr. schw. Flexion sind nur noch die 2., 3. Sg. Präs. ladest, ladet u. das Prät. ladete ge- bräuchlich, schon im 16. Jh.(bei Luther) mit ladeen(s. d.) vollständig vermischt, daher 2., 3. Sg. Präs. auch lädst, lädt, Prät. lud, in Part. nur geladen. Mhd. laden(Prät. ladete, latte, läte, aber auch schon luot u. Kon). Uüede, Part. geladet, gelat, gelät, auch schon geladen), ahd. schwach ladõn, ladén; dazu asdâchs. ladoian, lathian, mndl. laden, afries. lathia, ladia, laia, ags. ladlian, anord. lacta, got. lapon«einladen, berufen»(dazu lapons f. Einladung, Berufung, Trost, Erlösungy, Adv. lahaleiko«sehr gern»). Nach Meringer Idg. Forsch. 16, 144 von Laden in der Bedeutung Bretty, weil das Einladen durch Bretter, Kerbstöcke geschah. 4. Lader, m.(-s, Pl. wie Sg.): einer der ein-, vorladet, 1660 bei Corvinus fons 1, 202 2 Lader u. Laderin Leichenbitter», im 15. Jh. lader«Hochzeits- bitter»(Nürnb. Polizeiordn. 76). Ladung, f.: Einladung, Vorladung, mhd. ladunge, ahd. ladunga f.

Lady, f.(sprich lédi, Pl.-s): Frau oder

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