Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
11-12
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11 Lambertsnuß

Land 12

Lambertsnuß, f.(Pl.-nüsse): die große bärtige Haselnuß mit rotem Häutchen um den Kern. 1716 bei Ludwig, aus lamber- tische, lampertische Nuß(im 16., 17. Jh.), d. h. Naß aus der Lombardei,(noch im 15. Jh. Lamparten ſs. Langobarde] genannt).

Lambris, f.(spr. lambréi, Pl. wie Sg. und Lambrien): Bretterbekleidung unten an der Zimmerwand, das Getäfel. 1773 bei Ama- ranthes, aus glbd. frz. lambris f., afrz. lamhre. Herkunft umstritten.

Lamélle, f.(-n, Pl.-n): dünnes Blättchen, Plättehen. Aus lat. lamella f.«Blättchen Metall, Blech». Im 19. Jh.

lamentieren, v.: wehklagen, kläglich tun. Bereits 1550 in der Sprache der Kirche lamentieren, von lat. lãmentäri«wehklagen?. Laménto, n.(-s, Pl.-s): das Wehklagen, Kläglichtun; das ital. lamento m., von lat. lämentum n.«Wehklagen». 1791 bei Roth.

Lamm, n.(-Lels, Pl. Lämmer): das Junge des Schafes. Alternhd. Lam, Lamb, Lamp, mhd. Janèp(Pl. lember), md. lamp, lam, ahd. lamp(Pl. lamp, lempir), got.-asächs.-ags.-engl.- anord. Iamb n., ndl.-dun. lam, ags. auch lamber, schwed. lamm. Vielleicht mit Schwebeablaut zu gr. aqoc m. f.«Hirsch», vgl. Osthoff Parerga 305, oder zu lett. 1öps«Vvieh». 4B L. Lämmchen, n.(im Pl. in traulicher Sprech- weise Lämmerchen), md. 1411 lempgin(Diefenb. gl. 18 b), im 14. Jh. lemgen(rotes Buch von Weimar 40) u. lemmechin n.; obd. Lämmlein, n., mhd. Iamhelon, lembelin, md. lem(m)elin n. lammen, lämmern, v.: ein Lamm gebären, 1611 bei Colerus 4, 251, spätmhd. gelamben; in der 1. H. des 16. Jh. lemmern(Zimm. Chr. ² 3, 10, 34). ZUS. 1) mit Lamm-: Lamm- fleisch, n., mhd. lampuleisch. lammfromm, adj.: fromm wie ein Lamm, bei Wieland 18, 84. Lammbraten, m., bayr. auch Lamms- braten, 1691 beiStieler Lammsbrätlein. 2) mit Lämmer-: Lämmergeier, m.: der Geier- adler, Bartgeier, 1777 bei Adelung Lämmer- geyer. zarte, in Reihen geordnete Flockenwölkchen (J. Paul Titan 1, 89), auch Lämmerchen, Schäfchen genannt.

1 Lampe, der Name des Hasen im Reineke Vos, ist der ahd. Mannsname Lampo, Kurz- form zu ahd. Lambert aus Lantherht.

2Lampe, f.(Pl.-/): Lichtgefäß mit einem Dochte. Mhd.(noch selten) lampe f., aus glbd. frz. lampe, ital. lampa, lampana, lampada f., von gr. Jat. lampas(Gen.-dis), gr. Naundc f.

Lämmerwolken, Pl.: rundliche,

Leuchte, Fackel», zu Xdurew leuchten?. ZUS. Lampenfleber, n.: Aufregung vor dem ersten Auftreten auf der Bühne. Um die Mitte des 19. Jh. Vgl. Ladendorf. lampen, v.:(Schlaff) herabhangen. Spät- mhd. lampen«welk niederhängen». Oberd.- hess. Vielleicht zum Stamm von labbern(s. d.). Lampréte, f.(Pl.-n): die Meerpricke, petromyzon marinus;(volkstümlich) bes. feine Speise(meist im Pl.; 1809 bei Campe). Im 15. Jh. lanipréde, lamprét f., mhd. lamprade, umgedeutet lemfrid, lantfride, ahd. lampréta, auch lantpräida, lantfrida, lamphraida f.; auch ags. Ienòpedu f. Aus mlat. Iampreta, lampetra f., eig.«Steinlecker, Steinsauger», von lat. lam- bere lecken» und gr.-lat. petra f.«Stein, Fels, weil sich die L. mit ihrem saugnapf- artigen Maul an die Steine anhängt. Land, n.(-Lls, Pl. Länder u.[poetisch]-e): vom Wasser nicht bedeckte Erde; baubare Erde; offne Gegend, im Gegensatze zur Stadt; abgegrenzter Teil des Erdbodens usw. Mhd. lant(Gen. landes, Pl. lant, lender), ahd. lant (Gen. lantes, landes) n.; dazu got. land n. «Acker, Landgut, Vaterstadt, Landschaft», asäãchs.-ndl.-ags. engl.-anord.-schwed.-dän. land, afries. Iond, land n. Dazu mit Ablaut schwed. (dial.) linda«Brachfeld. Urverw. mit air. land, lann, kymr. llan, korn. lan cfreier Platz, eingefriedigtes Stück Land, bret. lan«Heide» (daher frz. lande, ital. landa f.«Heide, Ebenes), abg. ledina f.«unbebautes Land, Heideland), apreuß. lindan«Tal). 4 BL. Ländchen, n. (Pl. Ländchen, Lünderchen), 1734 bei Stein- bach Ländichen. landen, v.: vom Wasser ans Land kommen oder bringen, mnd. landen, im 17. Jh.(1691 bei Stieler) ins Hochd. ein- dringend und das oberd. länden(noch bei Wieland 18, 156) verdrängend, mhd. lenden, ahd. lenten, anord. lenda«anlanden»; davon Lände, f.: Anfahrts- u. Standort der Wasser- fahrzeuge, ahd. lenti n. und Landung, f., 1703 im Zeit. Lex. Länderei, f.(Pl.-en): zusammenhängendes Wirtschaftsland, in der Frankf. Reformation von 1578. Ländler, m.(-*s, Pl. wie Sg.): langsamer Walzer, vom Volk in Oberösterreich, Steiermark, Tirol ge- tanzt, früher auch Länderer, Oberländer m., eig.«Bauerntanz aus dem Oberlandl, dem Lande ob der Enns». Ende des 18. Jh. länd- lich, adj., mhd. lantlich. Landschaft, f. (Pl.-en), mhd. lantschaft f.(auch die Ein- wohnerschaft eines Landes), ahd. lantscaf, lantscaft f.; dazu asächs. landscepi n., mnd.