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Vater der Schwiegersohn seines den und seine Gattin nicht nur die Stieftochter ihres ei⸗ genen Stiefsohnes, sonderg auch Schwiegermutter ihrer leiblichen Mutter And diese wieder Stieftochter ihrer Toch⸗ ter, sowie ihr Mann der Stiefvater seiner Stiefmutter, desgleichen der Schwiegervater seines leiblichen Vaters. So bald sich Nachkommenschaft einstellen sollte, wird die
Confuston noch größer.
Auf einem leipziger Kaffeehause machte sich seit eini⸗ ger Zeit ein junger Mann bemerklich, der sämtliche Zei⸗ tungen liest und alsdann die unsinnigsten politischen Kan⸗ negießereien beginnt. Ein Fremder, dem diese Art und
Weise auffiel, erkundigte sich beim Wirth nach diesem ku⸗ Es ist der— Zeitungsrausch, war
riosen Zustande.
die nich unpassende Antwort, des Wirths.
Allerunterthnigse treugehorsamste Vitte des Sehne g
Mathäus aus Hundsbrück an die wohllöbl, Kreisregierung, um Abstellung des mangelhaften Schulbesuͤchs.
Wohllöbliche Regierung des Kreises!
Es hat mich zwar Ew. Hochwohlgeh. in, gerechtester Anerken⸗ nung meines sechsjährigen langweiligen Schuldienstes allergerechtest mit diesem Amte belohnt und ich würde, auch mein passables Aus⸗ kommen mit, Weib und Kind finden, wenn, nicht die hiesigen Ein⸗ 17 5 in dieser Beziehung so sehr den G esetzen zuwider handel⸗ ten, daß ich meine Zuflucht um Hülfe und Abbestellung zur löb⸗ lichen Regierung des Kreises zu nehmen gezwungen bin. Ich ün— terstehe mich daher, den e 5 des Schulbesuchs allerzehorsanist vorzulegen.“
1) Der Seifenblasen⸗ Wasil läßt 1 gehen, und könnte 2 und 3
gehen lassen. 2) Der Krämer Nazi läßt 2 gehen, den 3. vertuscht er.
3) Die Früchtbäusin ließ s wohl gehen, aber sie dach halt, sie,
braucht's zum Waschtrocknen.
4) Der Binder⸗Andrätl der kann stit seiner Krankheit keinen
2278 gehen lassen, das weiß man wohl.
5) Der Thonhubey- Seppel laßt einen stillen, recht braven ge⸗
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heu— die sind mir auch die liebsten— allein er sagt, er.
zahl nichts dafür, sie wären immer abgabeufrei gewesen. 6) Die untere Kramerin konnt 3 gehen lassen, allein sie fagt,
ste brauchts im Laden, daß das Publifum ordentlich bedient
wird.
Der obere Wirth, det 855 einen gehen, Abe sein 5 eib thät
ihn aufhalten.
8) Der Spiel ⸗Waß!l der läßt zwar 1. ber der slinkt schon von weitem vor Faulheit und steckt mir die andern an.
9) Der Meßner Toni läßt 2 gehen, der 3. ist militärpflichtig und kommt demnächst unter die Jäger.
10) Der Spantlhof⸗Bauer könnt die sein auch fleißiger gehen laͤssen. Sein Ausred wegen des großen Wassers bedeut nichts.“ Er soll sie nur durch's Wasser gehen lee Scha⸗ det nichts; leiden nichts dabei,
11) Ter Wien- Se ppl oll den sein nicht so herumschießen lassen in der ganzen Gegend. Wenn er einmal einen Förster un— ter die Händ' kommt, schickt der n n in's Criminal.
So der gegenwärtige Stand des Schulbesuchs in meinem Dorfe.
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eigenen Sohnes gewor⸗
keit wollte Ich bitte d tigst mitzuwirken und vorzüglich die Weiber, die bekanntlich hierin
vie könnte aber auch der Herr Pfarrer so dumm fragen, Sünde was Gutes sey. 4
f schon in frühester Jugend Anlagen zum Franz Moor. von sechs Jahren schon übte er sich im Erschießen an jungen Hun⸗
Am Hoftheater zu Bartschab, wonnen, ist er der Liebting der Gallerie, welche ihn stets it sirdli⸗ bendem Haar und donnernden Bravo's empfängt. toren sind beschaftigt die bedeutendsten Mordgeschichten der Neuzeit für ihn in Seene zu setzen⸗
gabe bei s seinem foloffalen Talente in einer Weile entledigen,
retour bringt, erhält 1
Pfarrer fragte einen aufgeweckten Knaben:
Und hieraus soll ich meine Nahrung mit Weib und Kind ziehen.
Nicht möglich, wenn's eine löbliche Kreisregierung genau betrach⸗ daher. instänpigst Ew, Ercellenz, hierin kräf—
das Meiste zu thun vermögen, gesetzlich anzuhalten. Noch lieber wäre es mir freilich, wenn von Seiten einer löbl. Kreis- Regie⸗ rung eine Gommisston hier niebergesetzt würde, welche Jeden, den
ein Bauer, gehen lassen kann ünd will, zu Protokoll nehmen möchte.
In welcher Hoffnung, gütiger Bitte und Erhörung ich in Un⸗ terthänigkeii verharre Einer löblichen Kreis- Regierung
gehorsamster Lehrer in Hundsbrück.
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Mathäus
In einem Dorfe 15 Orleans war unlängst Schuleramen. Der sage mir, mein Sohn, ist die Sünde etwas Böses oder etwas Gutes? Etwas Gutes, war die Antwort. Er erhielt seine tüchtige Strafpredigt, die zu Hause sein Vater wiederholte, indem er zugleich fragte: Wie konn— test du auch so dumm antworten. Der Knabe antwortete kleinlaut: ob die
Canalmüller. Sag' mal, Hammelcher, warum hatt dann ei⸗ gentlich Cantobevt's. Obertommando in der Krim uffgegewe, blöslich vo wege der Kranfheit 2
Schlammbeißer. Ona, daß iß annerscht. so isses: Wie Can⸗ robert nach der Krim ging, da fragt'n der Lamperöhr: Kann Röbert? unn da sagt ker: Wui Majestät! Weil er awer un nir kaun, da hatt'r sich solwert' in Solper gelegt.
Canalmüller. Aha, so isses! Aber kränklich soll er doch fein
Schlammbeißer. Freilich, awer daß iß sei eigne Schuld, warum hatt er nitt bei Iite waß eingenomme?
Schlammbeißer. Weißte i 8 wann die Allejirte gleich anfangs en Kopp gehatt hätte, dann konntese Sebastenobel kriege! Canalmüller. Waß dann vor'n Kopp? Schlammbeißer. Den Perecopp! Wannse dem nitt erscht de Hals abschneide, isses mit der ganze Sach' Duft. Ganalmüller. Nanu, warum nehme se dann den nitt? Schlammbeißer. Ja, lieber Alter, ewe selwer die Köpp!
Canalmüller. No,'s, ging ja seither Alleus ohne Kopp!
Durchgebrennt ist mir aus meiner Menagerie, mit der ich nächstens nach dorten komme, der berüchtigte Seppelin Bartschaberino Schreihalsio,
Deutschlands bedeütendster. Intriguant und Wütherich. Er zeigte Im Alter
den und Kaninchen und anderen Paragraphen des Strafgesetzbuchs. welches ihn auf Lebenszeit ge—
Namhafte Au⸗
Unter andern, schreibt man für ihn
ein Stück, in welchem, er an einem Abend 83 Duelle hat und ebensoviele Gegner etschießt.“ welche
eines, Schinderhannes würdig wäre. Wer mir denselben wieder
Belohnung.
dadriwer verbreche se sich se
Schreihalsto wird sich dieser Auf
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Allgemeiner Anzeiger.
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Augenkranken
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Hülfe e das pr. White'she
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