Ausgabe 
16.6.1855
 
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Russel! Nu muß ick schlau sind, wenn ick von, den wat rünskelcgen will.(Laut.) Bitte um Verzeihung,

wenn ick Ihren Nationalstolz beleidigte haben sollte; aber ick bin Aünlich Courip Heir lisks. Wer stien Sie? Coulfeße

gewisse Geschäfte abzumachen. Herr links. Bitte, ich heißen nich Russel. Brennecke. Ach, ich war in Gedanken. Bitte, womit könnt ich Ihnen aufwarten? Herr links. Wenn Sie seien Chet haben Sie auch viel zu thun bei Hofe. Brennecke. Natürlich.

Ich wohne sogar bei Hofe, Sparwaldshof nennen wir's

Herr links. Wohnen bei Hofe? Schön, Hoch schön. Da Tnnen Sie i eupfehl bei den hohen Herrschaften. f

Brenneske. Sehr gern, wenn ich Ihnen damit die⸗

nen kann. Aber denn müßte ich Ihre Adresse 3 Herr links. Hier haben Sie: Mister Brown, Fabri⸗ kant auf Wich se⸗ lung ein größes Sortiment und mochte gern ganz Deutsch⸗ land belegen, mit englische Wichse.* Br ennecke(für sich). Verfluchter Kerl! halt er mir vorn Narren, oder ich ihm?(laut) Ja, hör'n Sie mal, wenn Sie deutsche Schmiere dagegen in Tausch nehmen wollen, denn konnten wir en 8 machen:: 15 2 Herf links. Ich denke, Sie fei ein Courir? Brennecke. Ja, ich kourier nämlich alles mit deut⸗ sche Schmiere.(Für sich) Den Franzosen will ick nu man erscht jar nich fragen; der wird woll mit Seefe handeln. Berz! der Zug hält ja stille? Schon wieder 3 tion? Det ging ja rasch.(Es wird angehalten)! Inspector(öffnet die Wagenthür, deutet auf Bräu; necke), Das ist dort der Uebelthäter, sehen Sie gefärligst nach dem Signalement ob es auf ihn paßt. 1 Ein eee e Steigen 15 aus, Sie Verbrecher. 5

Brie vie e) Ich, en Verbracker! Na, das 1 immer besser. g Polizist. Nicht gerarsoimirt! Es ist eben hierher

telegraphirt worden, von Berlin aus, den Zug anzuhalten und alle Wagen zu durchsuchen nach einem muthwilligen Bankerotteur, der sich heimlich aus dem Staube 8 hat.

Brennecke. 1. Sehn Sie, das: paßt schod gar nich uf mir,

Brennecke. Ja, ein Courir, und habe in Paris

Ich haben auf der pariser Ausstel⸗

denn ich babe mir nich aus dem Staube gemacht; sondertt.

mir so recht eigentlich in den Staub'rin begeben. Sehn Sie doch, wie ick aussehe wie ne lebendige Staubwolke.

Polizist.! Erst heraus aus dem Wagen! Kameraden, packt ihn sest, daß er uns, nicht e 3 wird ee e)

( Forts folgt.)

e Bei,

der schon so oft in den Zeitungen als Russenvertilger genannt wurde, wollen wir hier etwas näher bezeichnen.

Unter den hervorragenden Führern der türkischen Ar⸗ mee wird neben Omer Pascha keiner mehr genannt und keiner von den Feinden mehr gefürchtet als Iskander, Bei(eigentlich Graf Jelinski), der Obrist der Baschi Bo⸗ zuks. Schon sein Name allein ist ein Beweis, daß er den 3 den Eindruck einer ungewöhnlichen Erscheinung macht. Denn Iskander ist im Morgenlande ein Helden⸗

erhielt/

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ten, Ordnung einzuführen. hören, daß Graf? gänger getheilt habe. daß er die imponirte er seinen⸗ gesetzlosen Soldaten so gewaltig, daß

vor Beendigung des Bürgerkriegs verließ. trieb, 5 Zurücksetzung gewesen sein, die den Fremden von den na⸗ tionalstolzen Spaniern zu; Die unaugenehme Stille, die in Europa herrschte, bestimmte ihn, nach dem Orient zu gehen. natürlich immer in Zeiten, in die größere Unternehmun⸗ gen der Franzosen g fielen. einen nahen Zusammenstoß der Engländer und Russen in

lagerung beiwohnte.

Sohn des

name, den seit den Tagen Alexanders des Großen Is kander heißt Alexander ein Nimbus umgibt. Der tap⸗ fere Georg Castriota, der in vielen Schlachten den Türken furchtbar wurde, erhielt von ihnen den Namen Iskander Bol(Skanverbeg), und der Erbe seines Namens der Jskander Bel des jetzigen Türkenkriegs, ist auf dem besten Wege, es dem gefürchteten Albanesen an kriegerischem Ruhm gleich zu thun.

Graf Jelinski ist im Jahre 1812 in Bessarabien bbs ren und mithin ein geborener russischer Unterthan. Er ist von tartarischer Abstammung und soll den moha⸗ medanischen Glauben bekennen. Die Bildung, welche er war eine europätsche. Die Verschwörung des russischen Adels, welche die letzten Lebensjahre Alexanders vergiftete, hatte ihren Sitz im Süden und wurde niere ganz entdeckt. In eine der geheimen Gesellschaften, welche in Bessarabien sich erhalten hatten, trat Gral Jelinski. Die Verschworenen wurden verrathen und verhaftet, doch er hatte das Glück, den Nachstellungen der russischen Polizei zu entkommen. Von diesem Augenblicke führte ex das Leben eines politischen Flüchtlings und eines Abenteurers. Sein umherschweifendes Leben führte ihn zu vielen Län⸗ dern, nur zu keinem, wo Waffenruhe errichte. Als Dom Pedro für den Bürgerkrieg in Portugal warb, stellte sich Jelinski in Oporto ein ulld machte sich bald unter den wilden Gesellen des pedristischen Heeres bemerklich. Mit der Waffenstreckung der Miguelisten hatte Portugal seineit Reiz für ihn verloren, und er wandte sich nun nach Spanien, wo der Bürgerkrieg eine größere Ausdehnung zu, erlangen anfing. Es war in der Zeit, da die Frem⸗ den in hohem Ansehn standen und in Truppenkörper ver⸗ einigt wurden. Graf Jelinski wählte sich seine Lieblings⸗ waffe, die Reiterei, und gab solche Beweise von Todes⸗ verachtung und Entschlossenheit, daß man ihn wählte, ei⸗ nes der Freikorps, die man aus Fremden gebildet hatte, der, Kriegszucht zu unterwerfen. Die Legion, provisoire au, deren Spitze er, trat, hatte den übelsten Ruf. Aller- dings stürzte sie sich mit Wuth in den Kampf, machte sich aber durch ihre Zügellosigkeit zur Geisel des Landes und ermordete, regelmäßig die Offiziere, welche sich anmaß⸗ Man erwartete jeden Tag zu Jelinski das Schicksal aller seiner Vor⸗ Man hörte das Eutgegengesetzte, wilde Legion gebändigt habe. In der That sie ihm mit Begeisterung gehorchten.

Jelinski hatte sich elf Orden erkämpft, als er Spanitn

ehe der letzte Schuß gefallen war; kann nur die Theil wurde. Zwei oder drei Mal war tern Algier,

Die Gerüchte, die sich über Asien verbreiteten, lockten ihn nach Herat, wo er der Be⸗ (Forts. folgt.)

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In der Gegend von Zittau ist vor Kurzem folgender merkwürdige Heirgthsfall vorgekommen. Herr S., ein Wittwer, verliebte sich in ein sehr junges Mädchen und heirathete ste. Da fügt es das Schicksal, daß sich der Herrn S. in die Mutter von seines Vaters Frau verliebte und da sie noch eine sehr liebenswürdige Dame abgab, sie ebenfalls heirgthete. So ist

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Was ihn fort⸗

denn der