Nummer 21.
Drei Posen.
Drei koren in dem Tlintenlauf, drei koren um den Säbelknauf, — unbändig und verlogen —, von übermiltiger kampferluri gerchweiit die rieggewirre Brust, ro sind wir forfgezogen.
Die koren bat der Sturm zerwühlt, den ilebermut die Zeit gekühlt, wir wurden ernst und stille . . .
Bu$ jugendlicher Kampfeewut ward eisenharter Mannermut und heilig ernster Ulille.
Hus dem Kriegsbuch der 4. Hrmee.
Willenskraft and Kefnndljeit.
Wir brauchen viel Willen in dieser schweren Zeit, großen, starken Willen. Nur auS unserem Willen kann die Kraft quellen, die uns HochHült. Nie ist der Streit über die Möglichkeit der Willensfreiheit weiter zurückgetreten, gegenstandsloser gewolden als in diesen Tagen, wo die Bedeutung des Willens jeder einzelne in sich selbst bis in die innerste Tiefe hinein erlebt. Nur ein gewaltiger, stark entschlossener Wille bringt die Leistungen fertig, die der modernen Waffentechnik gegenüber im Kamps erfordert werden. Nur ein ernster großer Wille vermag daheim die ungeheure Last des Leids zu tragen, das der Krieg so manchem Menschenherzen auserlegt. Wo. der Wille fehlt, kommt der Zusammenbruch mit fast tödlicher Gewißheit. Wo der Wille fehlt, gibt's kein Ueberwinden. Erst muß man stark sein wollen, um eS zu werden; gesund sein wollen, um eS zu sein.
Die Tausende und Abertausende von Verwundeten, die von den Schlachtfeldern heimkehren in die Heimat, um dort Heilung, um dort neue Kraft zu Kampf und Arbeit zu suchen, ste bedürfen vor allem des Willens. Der Wille ist der Rückhalt unserer Seele und unseres Lebens. Wer nicht gesund werden will, der wird's auch nicht. Wer aus sein Glück nur wartet, dem fliegt's nicht zu. Wer die Gesundheit wieder haben will, wie ein Wunder vom Himmel, dem kehrt ste nicht zurück. Der Mensch muß sich selbst zu dem hinwenden, was er haben will; wir haben unseren Willen, um uns die Richtung zu geben, in der unser Ziel liegt. Wer sich willenlos treiben läßt von Strömungen und Winden, der müßte schon ein auSnahmsweiser Glückspilz sein, wenn ihn der Zufall wirklich gerade an die Stelle verschlüge, wo er hat hinkommen wollen. Nur wer sein Lebensschiff selbst steuert, weiß, wohin er kommt.
Wie wichtig der Wille ist, das haben unsere Aerzte auch schon vor dem Kriege gewußt. Der seelische Beistand, den jeder Patient dem Heilverfahren leisten muß, ist aus so manchem wissenschaftlichen Kongreß, ist in so mancher medizinischen Zeitschrift schon in den stillen Friedensjahren behandelt worden. Der Krieg mit seiner vertausendfachten Körpernot, mit seinen vertausendfachten Verwun- dungs- und Erkrankungsgelegenheiten macht diese- Problem des Willens zu einem der dringendsten und größten des Augenblicks. Wir brauchen in unserem Volke eine Unsumme guten, starken Willens, wenn wir die schweren Wunden, die der Nation durch ihre Feinde von allen Seiten geschlagen werden, wieder überwinden wollen. Wir würden den ganzen Krieg umsonst gekämpft haben, wir würden alle großen Taten im Felde umsonst getan haben, wenn wir mit geschwächtem Willen aus der'Katastrophe hervorgingen; wenn ein müdes Geschlecht, in dem Rentenpsychose und Arbeitsscheu herrschte, nicht festzuhalten verstünde, wa8 die blutig-bittere Arbeit der Waffen errang.
Werde gesund! Ja es gibt wirklich eine solche Pflicht! Gesundheit ist wirklich nicht nur eine Gabe deS Himmels, sondern eine Aufgabe für unseren Willen. Wo der Wille da ist, gesund zu werden, wo dieser Wille auch über Widerstände, Über Schwierigkeiten und Schmerzen hinweg sich seinen Weg bahnt, da kommt die Lebenskraft um so eher zurück;
da stellt sich die Leistungsfähigkeit um so vollständiger wieder her. Und deshalb gibt es für jeden Kranken und Verwundeten keine dringendere Mahnung, als immer wieder die: Habe den Willen, gesund zu werden! .
Der Wille, der den Menschen stark und gesund macht, ist es zugleich, der ihn glücklich macht. Denn es ist ein erbärmliches Dasein, nur von fremder Hilfe zu leben, nur auf fremde Arme gestützt gehen zu können. Es ist ein jammerhaft unbefriedigendes Dasein, seine Tage dahinzuschleichen, ohne mehr einen Zweck zu haben, ohne das stolze Gefühl haben zu können, noch etwas wert zu sein für die Welt. Nur das gesunde, stolze Selbstbewußtsein eines solchen Wertes kann dem Menschen die Zufriedenheit mit sich selbst, die innere Ruhe, daS Gleichgewicht des Daseins geben. Brich aus einem I Menschenleben seinen Zweck, seine Arbeit, seine Leistung für die Mitwelt heraus, was bleibt dann? Ein solches Leben wäre wie eine Pflanze, der man das Herzstück ausgebrochen hat. Die wird nur ein loses Grblätter, das keine Blüte und keine Frucht mehr bringt. Nur. wo wir andern noch etwas sind, können wir sicher und stolz austreten; denn der Mensch ist nun einmal zur Wechselseitigkeit bestimmt. Wir können von anderen nichts mehr für uns verlangen, wenn wir für andere nichts mehr sein wollen. Drum müssen wir diesen Willen behalten. Vor allem unserem Volk müssen wir etwas wert bleiben, müssen wir auch fernerhin etwas leisten wollen. Unser Volk braucht uns, wie wir unser Volk. Unser Wille macht auch den Willen unseres Volkes stark. Helfe jeder an seinem Teil, diesen starken Willen allem Unheil zum Trotz erhalten und mehren!
Pros. Dr. Strecker.
Was England will.
„Ich weigere mich ganz entschieden, die Deutschen als Brüder oder überhaupt als Mitglieder der menschlichen Rasse anzusehen. Wir könnten ebensogut versuchen, mit einer Meute toller Hunde Frieden zu schließen."
Der Herzog von Portland in einer Rede in
Nottingham am 25. Mai 1918.
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.Ihr habt der Welt gezeigt, daß die australischen Soldaten die großen Vorkämpfer des Friedens sind, und ihr werdet den Frieden herbeifahren, und wenn ihr darum die Hälfte deS deutschen Volkes erschlagen müßtet."
Der australische Premierminister Hughes am 19.
August 1918 in einer Ansprache an die australischen
Truppen.
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»Wilde Bestien müssen an die Kette gelegt oder in einen eisernen Käftz geschlossen werden. Deutschland ist die wilde Bestie unter den Völkern. Ich trete nicht nur dafür ein, daß man erdrückende Schutzzölle auf deutsche Waren legt, sondern daß wir den Deutschen unsere Bedingungen in Berlin diktieren. Ich würde mit beiden Händen dafür stimmen, daß eine internationale Zollkommisston in deutschen Häfen über die deutsche Ausfuhr die Kontrolle ausübt."
Der englische Arbeiterführer Stanton (1916).
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»Der einzige gute Deutsche, den ich kenne, ist ein toter Deutscher!"
Der englische Politiker Wells am 12. September
1917. in einer Versammlung in Nottingham.
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»ES gibt nur ein Ende deS Krieges, nämlich die vollkommene Niederlage der Deutschen."
Der Präsident des Seemannsverbandes, Havelock
Wilson, am 9. Februar 1918.
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»Die Kontrolle der Rohstoffe kommt England zu, was sich sonst auch ereignen mag. Wenn England die Kontrolle der Rohbaumwolle an sich reißt, muß die deutsche Weberei zu Grunde gehen. DaS wird schlimm für die deutsche Arbeiterschaft. ES
mag etwas Unchristliches darin liegen, aber ich kann es nicht ändern. Auch hinsichtlich der Metalle darf Deutschland nichts bekommen."
Der englische Minister C arson am 31. Januqr 1918.
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»Großbritannien und seine Verbündeten würden ihre Pflicht verletzen, wenn sie nicht nach dem Kriege im vollsten Maße die Tatsache ausnutzten, daß sie die größere Mengen der Weltrohstoffe in Händen haben."
Der englische Arbeitsminister S. H. Roberts am
17. März 1918 in einer Rede in Walfall.
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»Da die Deutschen ein Volk von Verbrechern sind, wie die Statistik hinreichend beweist, dürfen wir nichts Ehrenhaftes mehr an ihnen erwarten. Das einzige, was wir tun können, ist, die Deutschen zu töten."
Aus dem amtlichen Gutachten eines Londoner Gerichtarztes ^am 23. Mai 1918, mitgeteilt in »Daily
Chronicle' vom 24. Mai 1918.
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»Weder jetzt noch später soll ein Vertrag mit einem Deutschest, einem Oesterreicher oder mit einem Angehörigen einer anderen Nation, die mit Großbritannien jetzt im Kriege lebt, abgeschlossen werden; gleicherweise soll kein Vertrag abgeschlossen werden mit irgendeiner Firma oder Gesellschaft, von deren Kapital auch nur ein Teil einem Angehörigen dieser Nation gehört oder von ihnen kontrolliert wird."
Beschluß der »City of London Corporation' lt.
»British Trade Journal" vom 1. Januar 1918.
Aas englische Joch.
(Ein schwedisches Urteil.)
Nach den Mündlichen Aeußerungen zu urteilen, herrscht in führenden Verbandskreisen kein Zweifel darüber, daß Deutschland vollständig vernichtet werden muß. Nach dem deutschen Rückzuge war es ja klar, daß Lloyd George wieder eine gottselige Rede halten und den für Freiheit und Recht einstehenden Teil der Welt auffordern werde, sich an dem Gottesgericht zu beteiligen, das über das durch seine unbequemen Konkurrenzmethoden verdorbene und von Gott verdammte deutsche Volk ergehen soll. Die deutsche Plutokratie hat Geld verdient, das eigentlich nach der Berechnung ihrer Konkurrenten in deren eigene Taschen hätte fließen sollen. Was ist natürlicher, als daß die englischen, amerikanischen usw. Unternehmer über den deutschen Kollegen wütend und geneigt sind, sehr rasch bei ihm die schrecklichsten und gemeinsten Sündrn und Laster zu entdecken? Siegt der Verband, so kann dem deutschen »Militarismus" ungefähr dasselbe Schicksal blühen, wie einst dem Hektar, weil er sich erkühnte, seine Stadt und seine Heimat zu verteidigen. Das deutsche Volk hat das Recht aus ein Leben in Freiheit verwirkt, weil eS sich dieselben Rechte und Freiheiten wie die Verbandsländer genommen und diesen dadurch auf die Füße getreten hat. Es hat indessen noch einen Ausweg: sich auf die Knie zu werfen, um Erbarmen zu bitten und sich der Sklaverei auszuliefern. Dann werden vielleicht die jetzt so zornigen Sieger besänftigt werden und in ihrem Edelmut die Deutschen als Heloten und Knechte leben lassen. Wer Lust hat, kann über dieses Programm in Wilsons und Lloyd Georges Reden Nachlesen. Weder Motiv noch Programm sind in irgend einer Weise mißzuverstehen! Daß aber derartiges gepredigt werden kann als höchstes Ziel der Gerechtigkeit und Zivilisation, sogar auch von schwedischen Männern und Frauen, die nicht durch eine unmittelbare Kriegspsychose entschuldigt werden können, das ist demütigend für einen Schweden, der gewohnt war, hoch von seinem Volke zu denken.


