Ausgabe 
1.4.1918
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Pflicht zu ermöglichen, wie auch in gleicher Weise bei die zu dem Lohneinkommen sich gern betätigen werden.

sie unter Umständen höheren Zeichnungen, im Verhältnis stehen.

Wenn der einzelne 100 Mk. nicht allein aus- bringen kann, so sollen sich mehrere zusammentun, um in Sammelzeichnungen die erforderliche Zeich- nungShöhe zu erreichen. In Fabriken, Schulen und dergl. hat sich diese Form der Anleihezeichnung sehr bewährt.

3. Wie und wo zeichnet man?

Wer Init sich im Reinen ist, was er an Kriegs­anleihe zeichnen und welche Art derselben, ob öprozentige Schuldverschreibungen oder ±y 2 prozen- tige Schatzanweisungen, er nehmen will, hat sich einen Zeichnungsschein zu besorgen. Bei sämtlichen Behörden, Banken, Sparkassen, Genossenschaften, Lebensversicherungen, bei der Post und im Felde sind diese Zeichnungsscheine erhältlich. Es genügt, einen auszufüllen und ihn dann derjenigen Stelle oder Kasse zu übersenden oder zu überbringen, bei der man zeichnen will. Wer ungeübt in der Aus­füllung derartiger Formulare ist oder sich nicht da­bei zurechtfindet, erhält bei den obengenannten Stellen gern Auskunft.

Kosten auch für Porto, soweit die Zeichnung durch die Post vorgenommen werden soll ent­stehen nicht. In den Landbestellbezirken und den kleineren Städten können die Zeichnungsscheine durch den Postboten bezogen werden. Die aus­gefüllten Scheine sind in einem Briefumschlag mit der Adresse .An die Post' entweder dem Postboten mitzugeben oder ohne Marke in den Postbnefkasten zu stecken. Hier mag auch gleich erwähnt werden, daß die Zeichnung und die Einzahlung der gezeich­neten Summe zwei ganz verschiedene Dinge sind. Es ist also keineswegs notwendig, daß man bei der Anmeldung der Zeichnung gleich das Geld mit­bringt. Es kann zwar geschehen, aber die Ein­zahlung hat Zeit bis zu den vorgeschriebenen Ein­zahlungstagen.

4. Wann muß man zeichnen?

Die Zeichnungsfrist für die achte deutsche Kriegs­anleihe beginnt am 18. März 1918 und endet in der Heimat am 18. April 1918.

Immerhin aber empfiehlt es sich, möglichst so­fort die Zeichnung vorzunehmen. In einer ^Zeit, die so ungeheure Ansprüche an die Arbeitskräfte des Volkes stellt, mutz man damit rechnen, datz auch im Bank- und Zahlungsverkehr nicht alles so schnell und glatt erledigt werden kann, wie in normalen Zeiten. Wer sich daher schnell zur Zeich­nung entschließt, fördert die Kriegsanleihe und er- leichert auch die so ungemein schwierige Arbeit der Zeichnungsstellen, namentlich der Reichsbank

5. Wann muß man zahlen?

Die Einzahlungsbedingungen für die neue Kriegs­anleihe sind in höchst entgegenkommender Weise festgesetzt, um auch später eingehende oder zu er­sparende Summen zur Anleihe heranzuziehen. Aus diesen Gründen sind die Einzahlungen auf einen längeren Zeitraum verteilt.

27. April 1918 bei der Post einzuzahlen: Teil­zahlungen sind hier nicht zulässig. Selbstverständlich sind auch bei der Post Vollzahlungen vom 28. März 1918 ab möglich. Zahlt man an diesem Tage schon die Gesamtsumme ein, so werden die Zinsen für 92 Tage vergütet. Für die Vollzahlungen, die in der Zeit zwischen dem 28. März und dem 27. April 1918 geleistet werden, werden gleich­mäßig Zinsen für 63 Tage vergütet.

er hatte den Schmerz getragen. Da brachte im vierten Kriegswinter ein Brief aus der Heimat die Nachricht von dem Heldentot des Jüngsten, und um ihn war es wieder einsam geworden. Seine Frau aber zog hinaus mit den helfenden Schwestern, pflegte die Söhne fremder Mütter und war ein deutsches Weib wie damals, als er um sie freite.

Da. wie gesagt, die einzuzahlende Mindestsumme aus 100 Mk. festgesetzt ist. so ist den Zeichnern kleinerer Beträge, namentlich 100, 200. 300 und 400 Mk., in weitgehender Weise freigestellt, wann sie ihre Einzahlungen machen wollen und können. Wer 100 Mk. gezeichnet hat, braucht sie erst am letzten Einzahlungstermin, also am 18. Juli 1918 zu bezahlen. Der Zeichner von 200 Mk. hat die ersten 100 Mk. am 24. Mai 1918, die übrigen 100 Mk. erst am 18. Juli 1918 zu zahlen. Wer 300 Mk. gezeichnet hat, zählt gleichfalls bis zum 24. Mai 1918 die ersten 100 Mk., am 21. Juni 1918 die zweiten 100 Mk. und den Rest ^ am 18. Juli 1918.

Für die Einzahlung, auf Zeichnungen bei den Postanstalten gelten besondere Bedingungen. Zu­nächst nehmen, wie schon oben bemerkt, die Post­anstalten nur Zeichnungen auf die bprozentige Kriegsanleihe entgegen, nicht aber auf die 4 y 2 pro- zentigen Schatzanweisungen. Dann ist der Zeichner verpflichtet, die ganze gezeichnete Summe bis zum

6. Wann und wie erhält man seine

Zinsen?

Mit den Anleihestücken erhält der Zeichner zu­gleich die zu dem Stück gehörenden Zinsscheine, und zwar je zwei für das Jahr. Die Zinsen sind dementsprechend halbjährlich zu erheben. Bewahrt der Besitzer von Reichsanleihe seine Stücke bei sich oder in einem Bankschließfach auf, so hat er an den Fälligkeitsterminen der ZinSscheine, also am 2. Januar und am 1. Juli, für die Einkassierung Sorge zu tragen. Er schneidet zunächst den Zins­schein ab und löst ihn dann bei der ReichSdank, bei seiner Sparkasse oder sonst einer Bank gegen Bargeld ein oder läßt den Betrag seinem Konto gutschreiben. Die Einlösung der Kupons kann schon 10 Tage vor Verfall stattfinden.

Auch die Post nimmt die Zinsscheine bei Ein­zahlungen im Postanweisungsoerkehr und dergl. an. und zwar ebenfalls schon 10 Tage vor Verfall. In Orten ohne Reichsbankstelle werden die Zins­scheine bei der Post auch bis 10 Tage nach Ver­fall bar eingetauscht.

Im vierten Kriegswinter

(Von unserem VII. Preisausschreiben.)

Weihnachten war kaum vorüber. Am Morgen hatte es lustig geschneit, später aber fanden einige Sonnenstrahlen dennoch den Weg zur Erde, und die letzten Lichtelfchen spielten auf der großen weißen Fläche mit dem glitzernden Schnee, haschten einander und tanzten weiter, dem Winterabend ent­gegen. ^ Um diese Zeit, da die Dämmerung kommt, ward es in der Krankenstube eines Laza­retts hoch oben am Berg ganz still. Wie der Zufall die Soldaten in diesen Raum auf längere Zeit zusammenführte, so einte sie immer in diesen Stunden unbewußt die Erinnerung liebtrauten Erlebens in deutschen Landen; ganz still war's in dem weißen Raum, Heimatbilder wurden wach und liebe Gefährten huschten lautlos ans Kran­kenlager.

Treusorgende Hände hatten das Bett des schwerverletzten Kriegsfreiwilligen-Unteroffiziers ans Fenster gerückt, neben ihm stand ein Landsturm­mann mit grauschwarzem, feingepflegten Bart und ein struppiger Geselle mit derben, schwieligen Händen; eine Kugel hatte ihm den einen Oberarm durch­schlagen.

Da funkelte fern im Lichtkreis flammend rot die sinkende Sonne; und der junge fiebernde Soldat gedachte der Kameraden im Feuermeer, die Heim und Herd beschirmten und die Treue zur deutschen Scholle besiegelten mit ihrem Blute. Jetzt fiel sein Blick aus ein dunkelgrünes Wacholderzweigchen mit blaugereiften Beeren und einem roten Bqnde. Was daraus stand in goldenen Lettern, ihm war als beugte eine holde Gestalt sich über ihn, als blickte er in zwei junge, blaue Mädchenaugen, die ihn zum ersten Mal küßten als er vor Jahren auszog in Kumpf und Tod. Und heute? Die schwere Rot hatte ihn zum Manne gereift, wenn in auslodernder Begeisterung der Jugend er in die Reihen der Kämpfer sich stellte zum Schutze der Heimat, so schlug jetzt für ihn irgendwo im Vater­land ein bangendes Herz, für das es süßer war zu kämpfen denn alles, inbrünstig drückte er seine L'ppen auf das Zweiglein und sein würziger Duft erquickte ihn.

Und dachte der Mann mit den schwieligen Händen nicht auch an Heim und Herd?

Drei Jahre schon mühte sein Weib sich ab und führte den schweren Pflug im steinigen Boden der Berge, schaffte Brot für sich und andere. Und wenn der bärtige Soldat heimkehrte, lachte sein Jüngster in der hölzernen Wiege, die anderen aber liefen ihm entgegen mit roten Wangen und wurden immer größer, auch im Krieg.

Aus der Ferne klang, wie das Läuten des Christkinds in der Jugend, hell und klar das Glöck- lein einer einsamen Dorfkirche am Berg. Einsam verhallte sein Ruf. Im vierten Kriegswinter stritten ja auch ihre größeren Schwestern gegen den Feind. Wie in den Herzen der Menschen dumpfer Groll gegen die Friedensstörer sich mengte mit dem silbernen Läuten in diesem Weiheabend, so flaute jetzt in den Herzen aller ein leiser Hoffnungs­schimmer auf zum Sternenhimmel. Das Licht kam vom Osten und leitete das brünstige Gebet der Mütter für ihre Söhne, in allen Landen, bei Freund und Feind.

Im Lazarett aber sprachen die Männer vom kommenden Frieden und waren sich einig, daß es nur ein deutscher Frieden werden konnte, wollte der Krikgsgott auch über ihre Leiber zum ehren­vollen Ende schreiten. Auch die Lawine donnert zum Tal, fällt Bäumlein und Baum, schafft Be­freiung aus Gefahr und kündet den Frühling; blaue Blumen blühen -wieder auf Feld und Berg, und Korn reift in den Aehren der Täler.

Von Sanitätsunteroffizirr O. Fechtig (stud. pharm.), Res.-Laz. T.-Ue.-Pl. Heuberg, Baden.

Die Zertrümmerung der

ruslflchen Armee.

Mit sorgenden Augen hütete den Jungen der graue Landsturmmann. Er war tiestraurig. Im Schnee und Eis des ersten Kriegswinters war sein Aeltester anRußlandsFlüssen gefallen.im zerstampften Aehrenfeld hatten sie seinen Zweiten begraben, und

Der Friede von Brest lenkt den Blick aus die militärischen Ereignisse zurück, die sich in drei­jährigem Ringen an die Schlacht von Tannenberg schlossen und schließlich zu dem politischen Ergebnis führten, vor dem wir heute stehen. Die Schlacht von Tannenberg, die erste große Vernichtungsschlacht des Weltkrieges, hat mit ihren mehr als 90 000 Gefangenen und mehr als 500 erbeuteten Ge­schützen den Grund gelegt. Die Zertrümmerung der russischen Armee war von vornherein das Ziel. Als es schließlich erreicht war, blieb den russischen Friedensunterhändlern nur übrig, die Kriegskarte anzuerkennen, und, als sie sich zunächst wei­gerten, unter dem Druck eines neuen Vormarsches die letzten Trümmer der russischen Armee nun auch noch aus Estland und der Ukraine zurückzuziehen.

Der Gang dieser Entwicklung findet sich in einer kleinen Broschüre anschaulich zusammenge- faßt, die ein deutscher Generalstabsoffizier, Haupt­mann Bodo ^Zimmermann, im Verlag von Karl Siegismund, Berlin, hat erscheinen lassen und deren Lektüre in diesen Tagen politischer Entschei­dungen die Erinnerung an die strategischen Leistungen auffrischt, die zu jenen geführt haben. Hauptmann Zimmermann schließt an die Dar­stellung der Schlachten von Tannenberg und an den Masurischen Seen folgende Schilderung der wechselvollen Ereignisse: .Die Hauptgefahr war zunächst gebannt mit starken Beulen und Schäden hatte die russische Dampfwalze nach rück­wärts steuern müssen. Hindenburg aber hatte sich schon neuen Aufgaben zugewandt. Weichselabwärts vorstoßend, wird die Festung Przemysl, die von den Russen belagert wurde, entsetzt; auf Jwan- gorod geht der Stoß weiter, ja er führt heran bis nach Warschau! Doch die russische Dampfwalze ist noch betriebsfähig. Frische Nahrung wird ihr zugeführt, starke russische Kräfte bedrohen Hinden- burgs linken Flügel: wieder zeigt sich der Meister

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