Ausgabe 
1.3.1918
Seite
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Dazarekk-Zeikuiig.

(grachten) und Kanälen (vaarten) für das flandrische Landschaftsbild charakteristich; Driegrachten liegt an einem Schnittpunkt dreier Wasferläufe. Beck klingt jedem Plattdeutschen schier heimatlich, Mühl­bach (Meulebeke), Sonnbach (Zonnebeke) und Sill­bach (Zillebeke) sind auch Hochdeutschen nicht fremd, desgleichen Steinbach (Steenbeek) und Hahnbach (Haanebeek). Wie Brügge zu einem Stadtnamen werden konnte wird leicht begreiflich, denkt man an Innsbruck oder Saarbrücken. Flußübergänge waren stets wichtige Plätze, darum früh für Sied­lungen benutzt. Zeebrügge sollte das neue Brügge an der See werden. Ehe man Brücken zu bauen wußte, mußte man Furten suchen, davon zeugt Zandvoorde (Sandfurt). Allzeit galt Flandern als sehr kirchlich, die gewaltige Menge der Namen mit kerke und kapelle bestätigen daS. Dazu die vielen nach Heiligen (Sint Julien. Sint Elooi- Eligius bekehrte das dickköpfige Volk der fland­rischen Küste zum Christentum). Daß Mühlen (molen) und Türme (toren) eine Rolle spielen, ist natürlich. Eine Besonderheit der flandrischen Dorf, anlage spiegelt sich wieder. Um die meist stadt­artig dicht zusammengebauten Hauptdörfer liegen weitum auf die Feldmark verstreute Häusergruppen, die hoeken (Huken) oder wijken (Wecken) mit Dorfwinkel hat man die Namen im Deutschen wiederzugeben versucht. Neben so eintönigen Namen wie Oasthoek, Kerkhoek, Klostehoek, stehen so viel­sagende wie Waterdamhoek, Droogenbroodhoek. Solch seltsame Benennungsart treibt wahre Blüten in den Namen der hierzulande ja verhängnisvoll zahlreichen Herbergen und Schenken. Da8 Tier­reich ist ausgiebig vertreten: in den Konten öS (zum bunten Ochsen), in de konije (zum Kaninchen), in't zwart zwijntje (zum schwarzen Schweinchen, mag'S auch der Fabelwelt angehören: in het vlie- ende peerd. Auch die Pflanzenkunde muß hergeben, was sie hat: in de linde, in de olasbloem (Zur FlachSblume). in den gouden (sprich choden, d. h. goldnen) appel. Eigne und fremde Orte finden sich in buntem Durcheinander: in Amerika, in de stad Brussel, in den Transvaalschen boer, in Seba- stopol, in de Blaamsche leeuw. Ulk hat die Namen in de eenwige dorst (Zum ewigen Durst) und in den laatsten stuiver (Zum letzten Heller) geschaffen.

Eine Reihe dieser HerbergSnamen ist dann zur Bezeichnung der ganzen hoek, in der die Schenke liegt, geworden, so sind wohl Wieltje (Rädchen), Meiboom (Maibauw), de Ruyter (gesprochen Reuter, d. h. Reiter), Draaibank (Drehbank) aufzufaffen.

Wenn bei uns noch vielfach das fcanzöselnde Roulers für das echte Roeselar, Courtrai für Kortrijk, la Panne für de Panne (die Pfanne, das Tälchen) gebraucht wird, so ist das genau so geist­und geschmackvoll, als wollten wir Köln Cologne, Aachen Aix-la-Chapelle, Freiburg Fribourg nennen. Ortsnamen find manchmal doch mehr als Schall und Rauch, sie sind geschichtliche Denkmale.

Ltnt. d. R. Philipsen f.

Werwunbeten-Anterrichk

Unterricht in der Heweröeschule Girchstraße 16 ).

Bauzeichnen, j

Fachzeichnen, \ Dienstag, Mittwoch, Donnerstag u. Samstag

Freihandzeichnen, j von ^9 12 Uhr.

Deutsch, Mittwoch und Donnerstag von 24 Uhr.

Buchführung, ' ..

Montag und Mittwoch von 2 6 Uhr.

Rechnen, Montag von 2-5 Uhr.

Projektionszeichnen, Mittwoch von 25 Uhr. // ' * '*?

Der Unterricht wird erteilt von den Herren Appel, Bert. Klein. Fritzel. Haag en- müller, Prof. Dr. Krausmüller und 2 Architekten.

^ Meldungen werden bei der Schulleitung der Gewerbeschule, abends von 56 Uhr, entaeaen- genommen. Der Unterricht ist unentgeltlich. 9 entgegen

Wechsellehre,

praktische Arbeiten in den Lehrwerkstätten.

Schreinerei, Schlosserei, Schuhmacherei Schmiede, täglich 8 Korbflechten, täglich von 912 und 26 Uhr. Maschinenschreiben, täglich von 812 und 26 Uhr.

12 und 26 Uhr

]9f

II. Mnterricht in Lazaretten und im Soldatenheim.

Stenographie (Gabelsberger System). Polizeit.-Aspirant Karnbach.

Versicherung8- und Fürsorgewesen. Dienstag und Freitag 2)$ 3 % Uhr Beratung der

Kriegsteilnehmer über alle Fragen der Kranken-, Invaliden- und Hinterbliebenenver- sicherung, Kriegsoersorgung usw. Im Soldatenheim. Bürobeamter Kirchner.

Schnitz-, Flecht- undPapparbeiten. Vormittags und nachmittags; in den Räumen des Roten

Kreuzes und in den Lazaretten.

58>2. Bild)- und Uerlagshandlurg ein Ausläufer.

5912. Gas- und Wasserwerk benachbarter Stadt

einige Leute zum Ablesen für Gas- und Wassermesser.

6012. Magistrat, Stadt im Regierungsbezirk Wies­baden, em Krankenwärter. Sanitätsunteroffizier bevor- zugt. Nebenbeschäftigung im Obst- und Gemüsegarten erwünscht.

61 2. näbrmittelfabrik ein Portier.

62 2. Posthalterei, Stadt an der Ruhr, zwei Postillone.

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Jandesausfchuh für Kriegsbeschädigten. Fürsorge im Keg.-Be?irk Wiesbaden.

Geschäftsstelle: Frankfurt«. M., Blkichstr.18.pt.

Sprechstunde 8 3 Uhr.

Fernruf Amt Hansa 7396 und 7397.

Bewerber für unten ausgeschrieben Stellen wenden sich an die Geschäftsstelle des Landesausschusses für Kriegsbeschä- digten-Fürsorge. Ebendaselbst wird auch unentgeltlich Aus­kunft in allen Rentensragen erteilt.

wird gebeten, bei etwaigen Rückfragen die Tagebuchnummer mitanzugeben.

Gesucht werden für:

1112. Gemeinnütziges Institut verschiedene Bürsten­macher. hauptsächlich Zieher und Pecher.

15|2. Elektrische Spezialfabrik ein Tiefbauzeichner für Planzeichnungen.

11511. Neu gegründete Molkerei mit Meierei, Nahe einer Stadt am Rhein, ein tüchtiger Meiereifachmann zur selbständigen Leitung und Mitarbeit.

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2 . Geschäftshaus in Trankfurt a. M. ein geeig-

neter Portier. /

64|2. Anatomisches Institut einer Universität ein

Anatomiediener.

6512 Bedeutende Spezialfabrik ein jungir Portier

Gutes Aussehen, eventl. Einarmiger.

6612. Speditionsgeschäft ein Bürodiener, wird auch mit kleineren schriftlichen Arbeiten beschäftigt.

67>2. Sanatorium im Bezirk ßassel ein Elektro­techniker oder Schlosser, eventl. gegen freie Kur und Be­handlung per April.

68>2. städt. Rrankenhausverwaltung ein Jnstalla- teur

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wacher.

2. Cebensmittelgrosshandlung ein Lagerarbeiter. 2. Kriegsindustriellen Betrieb ein Werkzeug

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arbeiter.

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2. Mittleres Gasthaus ein kräftiger Portier.

2. Chemisches Industriewerk einige Lager-

2. Schlosserei ein junger Mechaniker. 2. Brauerei zwei Fahrburschen.

2a Desgleichen ein Brauer.

Das Hießener Soldatenßeiur

Im früheren Kaffeehaus Ebel, Burggraben 9, Eingang von der Markt st raße aus, nahe am Markt. Zeitungen. Zeitschriften, Kriegskarten, Bücher und Gesellschafts­spiele stehen zur Verfügung, ebenso ein gutes Klavier sowie Schreibtische mit Briefpapier. Ein­fache Erfrischungen werden zum Selbstkosten­preise gereicht. Für den Aufenthalt im Freien bietet der hübsche Hausgarten Gelegenheit. Auch eine Kegelbahn ist für die Besucher neu herge­richtet. Bis aus weiteres sollen an jedem Mittwoch nachmitttags von 35 Uhr Konzerte der Kapelle

des Ersatz-Bataillons des Infanterie-Regiments 116

stattfinden. Die Räume sind täglich von 10 Uhr vor­mittags bis 9 Uhr abends geöffnet.

Kreis- und Ortsausschuß, Hießen, für die Kriegsöefchädigteu-Wrforge.

Geschäftsstelle: Gewerbehaus, Kirchstr. 16 (Fernsprecher 535). Geöffnet täglich, außer Sonntag und SamStagnachmittag, von 8 12 und 25 Uhr.

Werkstät te. Gewerbehaus, Erdgeschoß. Ge­öffnet täglich, außer SamStag und Sonntag von 8 12 und 26 Uhr.

Unterrichtsräume: GewerbehauS, 1. und 2. Obergeschoß. Geöffnet täglich, außer SamStag und Sonntag von 812 Uhr.

Berufsberatung: GewerbehauS, Erdge­schoß. Sprechstunde Mittwoch von 56 Uhr.

Stellenvermittelung: GewerbehauS, Erd­geschoß. Sprechstunde: Täglich von 812 und 2-6 Uhr.

Ausstestung von Arbeite« Kriegs­beschädigter, Hewerbeyaus, Kirchstr. 16

geSffnkt: Werktags von 8-12 und 3-6 Uhr.

Zutritt unentgeltlich. Kinder sind nicht zugelassen.

Kreis- und Ortsausschutz Gietzen für die Kriegsbeschädigten-Fürsorge.

Der Vorsitzende: Keller, Oberbürgermeister.

Schriftlettung der Gietzener Beilage:

Geh. Hofrat Dr. H. Haupt, Gießen, Keplerstraße 1, und Profeffor Dr. Karl Helm, Ließen, Stefanstraße 7.