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zum Heil eurer Seelen zu tun habt."' Und seitdem dachte er daran, den dritten Orden zu schaffen zum allgemeinen Heil aller Menschen. So verließ er sie mit seinem Trost und wohlvorbereitet zur Buße, machte sich auf und kam in die Gegend zwischen Tannaio und Bevagno. Wie er so in Inbrunst weiterzog, erhob er seinen Blick und sah auf den Bäumen zur Seite des Weges eine schier unermeßliche Schar von Vögeln sitzen. Darüber verwunderte er sich und sagte zu seinen Genossen: ,Wartet hier am Wege auf mich; ich will meinen Geschwistern, den Vögeln predigen." Und er trat aufs Feld h'naus und begann den Vögeln zu predigen, welche auf der Erde saßen. Aber sogleich kamen die, welche auf den Bäumen saßen, zu ihm herangeslogen, und alle verharrten unbeweglich, während der heilige Franziskus seine Predigt beendete. Und auch dann flogen sie nicht eher davon, als b s er ihnen seinen Segen erteilt hatte. Er aber wandelte, wie später Bruder Masseo dem Bruder Jakob von Massa erzählte, zwischen ihnen umher und streifte sie mit seiner Kutte, ohne daß sich einer rührte.
Die Predigt aber lautete: .Vögel, ihr meine lieben Geschwister, sehr verbunden seid ihr Gott, eurem Schöpfer, und sollt immer und allerorts sein Lob singen. Denn er hat euch die Freiheit gegeb.n, zu fliegen, wohin ihr wollt, und euch ein doppelt und dreifaches Kleid verliehen; er hat euren Samen in der Arche Noahs bewahrt, daß eurer nicht weniger würden. Dankbar müßt ihr ihm sein für das Element der Luft, das er euch zuwies. Ihr säet nicht und erntet nicht, und Gott ernährt euch doch, g'.bt euch Flüsse und Quellen, daraus zu trinken; gibt euch Berge und Täler zu eurer Zuflucht; hohe Bäume, eure Nester darin zu bauen; und ob ihr auch nicht zu spinnen noch zu nähen wißt, Gott kleidet euch und eure Jungen. Wie sehr also liebt euch euer Schöpfer, daß er euch so viel Gutes erweist. Hütet euch also, ihr meine Geschwister, vor der Sünde der Undankbarkeit und befleißigt euch allezeit, Gott zu lobend
Bei diesen Worten des heiligen Franziskus begannen alle die Vögel die Schnäbel zu öffnen, die Hälse zu recken, die Flügel zu schlagen und ehrerbietig die Köpfe zur Erde zu neigen, und so mit Gebärden und Gesang zu bezeugen, wie große Freude ihnen der heilige Vater bereitete. Mit ihnen aber hatte der heilige Franziskus sein Ergötzen und sein Wohlgefallen und sah staunend die Menge der Vögel, ihre schöne Mannigfaltigkeit, ihre Aufmerksamkeit und Zutraulichkeit. Und für das alles pries er ihnen voll Andacht den Schöpfer.
Als schließlich die Predigt zu Ende war, schlug St. .Franziskus das Zeichen des Kreuzes über sie und gab ihnen Urlaub, davonzufliegen. Da erhoben sich alle die Vögel in die Luft mit wunderbarem Gesang. Dann teilten sie sich nach den Richtungen des Kreuzes,' das Franziskus über sie gemacht, in vier Schwärme: und der eine flog nach Sonnenaufgang, der andere nach Untergang, der dritte nach Mittag, der vierte nach Mitternacht. Und jede Schar sang ein wunderbares Lied auf ihrem Fluge. Damit kündeten sie, daß, wie St. Franziskus der das Kreuz Christi als Banner trug, ihnen gepredigt und über sie das Zeichen des Kreuzes gemacht, nach welchem sie sich in die vier Richtungen E Welt verteilt hatten, also auch die Predigt vom Kreuz, von dem heiligen Franziskus erneut, nun durch ihn und seine Brüder in die ganze Welt getragen werden sollte. Die Brüder aber haben gleich den Vögeln, nichts zu eigen auf dieser Erde und stellen allein in Gottes Vorsehung ihr Leben.
Aus dem .Blütenkranz des heiligen Franziskus.'
Inwendig.
Von Pfarrer Alban Stolz.
Ein Pfau stolziert in einem ganz vornehmen Aufzug mit glänzenden Federn und führt einen prächtiger» Reifrock, als eine Karlsruher Hofdame bei einer großfürstlich russischen Hochzeit. Hingegen wenn der Vogel seinen Schnabel auftut, um die Gefühle seines Herzens zu offenbaren, so ist der Gesang unter dem Vogelgesang gerade so lieblich
anzuhören wie das Geschrei eines Esels. Eine Nachtigall hingegen ist nicht besser gekleidet als ein Spatz, grau und unansehnlich; es ist alles, daß das Röcklein nicht zerrissen .und geflickt ist. Die singt aber so schön, daß, wenn sie nur ein wenig anfängt, die Leute am Weg stehen bleiben und ihr Gespräch unterbrechen, nur um der lieben Frau Nachtigall zuzuhören.
Oder nehmen wir ein Exempel aus dem Pflanzenreich. Ein Tannenzapfen hängt hoch am prächtigen, kerzengeraden Stamm., ist aber doch ein ganz dürrrs hölzernes Gewächs, selbst einem Schwein zu schlecht; hingegen die krüppelige Rebe, welche am Stecken sich halten muß, um nicht umzufallen, bringt die goldige Traube. Oder die große, stolze Sonnenblume hat so wenig Geruch als ein trockener Pflasterstein; hingegen die bleiche Nesede oder das im Wald verborgene Maiblümchen riechen fein und ihr Wohlgeruch ist Weihrauch der Natur.
Gott will uns mit solcher Bilderschrift die Lehre geben: wir sollen auch beim Menschen nicht auf das Auswendige sehen, was er redet, wie er gekleidet ist, wie er aussieht, was er für eine Haltung hat, was er für ein Amt oder Titel hat, wie schwer in Geld er wiegt; sondern der Wert des Menschen hänge davon ab, wie es inwendig mit ihm dreinsieht.
Sieh z. B. so einen Reisrock an, wenn er auf den Ball kutschiert. Wie viel Zeug hängt an der Person! — Man könnte sieben armen Kindern Röcklein davon machen lassen. Die Haare sind kunstreich mit dem Kamm ousgelockert, wie ein Heuhaufe mit der Gabel; am Kopf sind allerlei Bänder und Zieraten angebracht, welche den Ballpersonen viel Geld und den Putzmacherinnen viel Zeit gekostet haben. Dieselbe Person ist aber vielleicht faul, genußsüchtig, verbuhlt, und in ihrem Kopf wuselt es von nichtsnutzigen Gedanken wie ein aufgewühlter Ameisenhaufen; aber die jungen Herren gucken nach ihr und sie wird viel zum Tanz geholt — das ist ihr aber die Hauptsache.
In der nämlichen Nacht sitzt und wacht manche Barmherzige Schwester im Spital am Bett des Kranken nnd Sterbenden, tut ihm alle Dienste um Gottes willen — und bekommt zum Dank von der Welt nichts — und so geht es Tag und Nacht und zu allen Jahreszeiten — das einzige Vergnügen, zu welchem sie bisweilen kommen kann, ist die Kirche. Da sieht es inwendig eben doch anders aus als bei einer weltlustigrn Person, die allzeit nur an Vergnügen und Gefallen denkt und ihr eigenes waschledernes Gesicht im Spiegel anbetet.
Me wird nach meiner Entlassung für die Mederlierstessung meiner Kesundüeit
gesorgt.
1. Sorge der Heeresverwaltung.
Die Verpflichtungen der Militärverwaltung gegenüber den zur Klaffe der Unteroffiziere und Gemeinen gehörenden Kriegsbeschädigten bestehen bei anerkannter Kciegsdienstbeschädigung und damit verbundener Erwerbsbeschränkung von mindestens 10 Proz. in der Gewährung einer Militärrente und der Kciegszulage, gegebenenfalls der Verstümmelungszulage. Außer dem Ersatzanspruch, dem diese Renten entsprechen, kann die Aufnahme ehemaliger Mannschaften in ein Militärlazarett unter Ueber- nahme der Kosten aus den Militäretat genehmigt werden, wenn diese Mannschaften infolge der im Feldzuge erlittenen Beschädigungen wieder erkrankt sind und sie die Lazarettaufnahme beim zuständigen Bezirksfeldwebel vorher beantragen, vorausgesetzt, daß die Kiankheit überhaupt heilbar und nur durch angemessene Behandlung im Lazarett eine Heilung oder erhebliche Besserung zu erwarten ist. -
Während des Aufenthalts im Militärlazarett ruht die Rente, nicht aber die Kriegs- und Verstümmelungszulage. Es wird dafür Löhnung gewährt und die Kriegsunterstützung der Familie tritt wieder ein.
Es ist schon von vorherein Fürsorge getroffen worden, daß in den Lazaretten bereits eine weit
gehende Nachbehandlung der Verwundeten Platz greift, daß alle zur Verfügung stehenden Heilmittel und Heilmethoden benutzt werden, um den bestmöglichen. Grad der Gebrauchsfähigkeit des verstümmelten oder sonst beschädigten Gliedes oder die Leistungsfähigkeit der Erkrankten wieder Herstellen. Die Verwundeten und Kranken werden solchen Lazaretten oder sonst geeignetenKrankenanstalten zugesührt, in denen die Einrichtungen für die gebotene Nachbehandlung vorhanden sind. Die N-rven-, Herz- und Lungenkranken werden den vorhandenen Sonderabteilungen und Sonderanstalten überwiesen, die zahlreichen Kurorte, in denen Vorkehrungen zur
Aufnahme von Heeresangehörigen getroffen sind, benutzt.
Entlassene Mannschaften, die mit Genehmigung des Generalkommandos in einem Militärlazarett Aufnahme gefunden haben, sind nicht als Militärpersonen anzusehen, haben sich aber der militärischen Ordnung zu unterwerfen. Das Recht auf den Bezug der Militärrente ruht zwar, sie wird aber bei Bedürftigkeit der Familie fortgewährt. Kciegsunter- stützung ist an sich nicht zuständig, kann jedoch gnadenweise bewilligt werden. Löhnung steht vom Monatsbeginn an zu.
Die Heeresverwaltung ist ferner bereit, künstliche Ersatzglieder und Ersatzmittel, die zur Bewegung und zum Ausgleich der fehlenden Körperteile notwendig sind, auf ihre Kosten zu beschaffen und für deren Erhaltung und Ergänzung Sorge zu tragen.
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2 . Sorge der V ersicherungsträger.
Trotz der prinzipiellen Bereitwilligkeit der Militärverwaltung, auch nach der Entlassung aus dem Heeresverbande unter gewissen Voraussetzungen ein Heilverfahren einzuleiten, darf der Kriegsbeschädigte nicht übertriebene Forderungen an die Militärverwaltung stellen. Es ist daher für den Kriegsbschädigten von größter Wichtigkeit, zu wissen, welche anderen Wege ihm noch offen stehen, um eine Heilung noch vorhandener Schäden herbeizusühren.
Zunächst wird in vielen Fällen auf Grund der reichsgrsetzlichen Versicherung die Krankenkasse m Anspruch genommen werden können. Alle diejenigen Kriegsteilnehmer, welche sich nach ihrem Ausscheiden aus der verstcherungspflichtrgen Beschäftigung entweder freiwillig weiterversichert haben, oder auch durch Beitragszahlung dritter weiterver- sichert wurden, haben selbstverständlich ohne weiteres Anspruch an die gesetzlichen Leistungen der Krankenkasse, d. h. Krankenpflege bestehend in ärztlicher Behandlung. Arznei usw. und Krankengeld aus die durch Gesetz und Satzung vorgesehene Dauer.
Aber auch wer es unterlassen hat, sich freiwillig weiterzuversichern, bezw. sich weiterversichern zu lassen, hat nach der Rückkehr in die Heimat das Recht, binnen sechs Wochen der Krankenkasse als freiwilliges Mitglied wieder beizutreten, vorausgesetzt. daß er durch Wiederaufnahme seiner Arbeit nicht ohnehin versicherungspflichtig wird.
Die Vorteile, welche dem Kriegsteilnehmer durch freiwillige Leistungen entstehen, sollte sich daher kein Kriegsteilnehmer entgehen lassen.
Kriegsbeschädigte, welche durch ihre gesetzlichen oder freiwilligen Beitragsleistungen Ansprüche an die Invalidenversicherung haben, können von der Landesversicherungsanstalt in Heilfürsorge genommen werden. Ist nämlich zu erwarten, daß ein Heilverfahren den Empfänger einer Invalidenrente wieder erwerbsfähig macht, so kann die Versicherungsanstalt ein solches Heilverfahren einleiten und den Erkrankten in einem Krankenhaus oder in einer Anstalt für Genesende unterbringen. Ebenso. kann, und das ist der Regelfall, jedem gegen Invalidität Versicherten ein Heilverfahren zur Abwendung drohender Invalidität bewilligt werden.
Eine bereits zugesprochene Rente kann während der Dauer des Heilverfahrens versagt werden, doch erhält der erkrankte Versicherte ein Hausgeld für seine Familie.
Anspruch auf Einleitung des Heilverfahrens besteht nicht. Es wird besonders häufig bei den an Lungentuberkulose Erkrankten angewandt, Ein Antrag auf Einleitung des Verfahrens, der erst nach


