Druckschrift 
Krieg und Kultur : Vortrag / von Margarete Bieber
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen

20

oder Unterstützung ihrer Angehörigen zu stärken und zu erfreuen. Jeder wahre Deutsche bringt jetzt sein Herz, seine Kraft und sein Vermögen dem allgemeinen Besten dar und ist glücklich, wenn er irgendwie als Glied des Ganzen sich betätigen kann. Die Wenigen, die sich von der gemeinsamen Arbeit für das Vaterland ausschließen, die jetzt noch selbstsüchtig nur an ihr eigenes Behagen oder Bereichern denken, straft die allgemeine Verachtung. Noch niemals war das moralische Gewissen einer Nation so empfindlich, noch niemals waren sittlicher Ernst und Pflichtbewußtsein in einem ganzen Volk so gleichmäßig hoch entwickelt, wie sie jetzt in den Deutschen infolge des Krieges sich offenbart haben. Noch niemals war z. B. die weibliche Arbeit so gut organisiert wie jetzt, wo besonders in dem am Tage der Mobilmachung gegründeten Nationalen Frauendienst die klügsten, gebildetsten und warmherzigsten Frauen an der Spitze stehen.

Die Prüfung durch den Krieg hat also bewiesen, daß die heutigen Deutschen die Kraft und den Idealismus der alten Germanen mit den Errungenschaften der geistigen, aus der Antike erwachsenen Kultur vereinigen. Darum müssen und werden sie in dem jetzigen Krieg siegen, und dann wird deutsche Kultur, wie es einst die griechisch- römische war, gleichbedeutend werden mit Weltkultur. Die Hauptaufgabe dieser deutschen Weltkultur aber wird es sein, einen dauernden Frieden zu schaffen, damit sich Bildung und Gesittung weiter entwickeln, steigern und in der ganzen Welt verbreiten können.