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Helmut von Moltke und des geistreichsten, weitschauendsten Staatsmannes Otto von Bismarck. Das erstrebte Ziel wurde voll und ganz erreicht. Deutschland wurde wieder ein Kaiser- reich und damit eine Großmacht, in der hochbegabte Männer Handel, Industrie und Bodenkultur, Recht, Wissenschaft, Literatur und Kunst unbehindert und ungestört, mit ihrer vollen Kraft und mit reichen Mitteln pflegen und weiter entwickeln konnten. Die Friedensjahre haben vor allem eine großartige Entwickelung des Wirtschaftslebens, besonders der Landwirtschaft, der chemischen und Textil-Industrie, der Roheisen- und Stahl-Produktion, der Exportindustrie und des auswärtigen Handels, und damit große Reichtümer nach Deutschland gebracht. Dies alles wird nicht dem natürlichen Reichtum des Bodens, nicht einem ausgedehnten Kolonial- reich verdankt, wie bei anderen Völkern, besonders Eng- land. Wir verdanken es vielmehr der durch die erkämpfte Einheit möglich gewordenen Zusammenfassung der bisher zersplitterten reichen inneren, geistig-sittlichen Kräfte des deutschen Volks. Diese Kräfte sind die Intelligenz, die gute Schulung, der Fleiß, die Gründlichkeit, die Gewissenhaftig- keit und die Ausdauer, die alle Volksklassen in Deutschland haben, die führenden Politiker und die erfindenden Gelehrten und Ingenieure ebenso wie die Arbeitgeber und die Arbeit- nehmer.
Den jetzigen großen Krieg führen wir gegen neidische Feinde, die diese von den bedeutendsten Männern der Welt aufgebaute Kultur vernichten wollen, indem sie uns heuch- lerisch Barbaren schelten. Wenn die Deutschen Barbaren sind, so muß das ein hoher Ehrenname sein, ebenso wie gentleman bald nur noch ein Schimpfwort sein wird. Der Krieg ist eine Prüfung, in der es für uns und für unsere


