Concordia.
Intereſſe, welches ihm. 4 ihm in kurzen Worte gut werden, liebe Alke,“ entgegnete C Cor⸗
kebens mittheilte, ein ders,) ich Dir wiederhole, daß ich „Nun, beſter Domich wirklich morgen trauen laſſe. Was Wunſch, der ſo„and anbelangt, ſo habe ich nie an ihr motivirt?— Muß vie Welt ſie nicht anerkennen will.“ beklagenswerther och man die Welt,“ fuhr Minna auf,„die die lähmende eh betſimmern; Recht ermi Sie heiraten morgen! Ie ke Ich eaul Wo wohnt er denn? Wat is er denn? Wat & Sie denn an? O Jott! O Jott! Mir ſchwindelt, Jn ick daran denke! Aber nee, nich wahr, Cornelchen, Sie Rachen man blos Spaß?“ „Nein, es iſt Ernſt; heute darfſt Du mich noch Fräulein nennen, morgen um dieſe Zeit Madame!“ „Na,
ſo wat ſagen Sie mir erſcht heute?“ rief Minna, die Hände zuſammenſchlagend.„Da wollen Sie wohl wirklich
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ſagen Sie mir lieber, wat det Ick kenne ja jar keenen
zu ſo eenem Standesmenſchen jehen, und dat nennen Sie denn verheiratet ſind! Ick habe mir ſeit fünfzehn Jahren auf den Tag gefreut, wo Sie wie eene Fee jeputzt am Altar
ſtehen werden; meine Augen ſind mir ſchon bei dem Gedanken
an die ſcheene Feier übergeloofen, und nun— nee, Cornel⸗ chen, det ſind Alles ſone Geſchichten, die von det ekliche Bücherſchreiben herkommen! Ja, aber etwas müſſen Sie doch anziehen?“
„Natürlich, meine Liebe; da unſere Sitte, unſer An⸗ ſtandsgefühl, unſer Klima es nicht erlaubt, daß wir, wie unſere Vorfahren, in paradieſiſcher Unſchuld einherſchreiten, ſo werde ich Deiner tiefſinnigen Bemerkung Folge leiſten und morgen Toilette machen. Uebrigens verbiete ich Dir, irgend Jemandem etwas von dem frohen Ereigniſſe mit⸗ zutheilen, da—“
(Fortſetzung folgt.)
Plaudereien.
Das Jeſt der Menſchenopfer in Abomey.
Ein Berichterſtatter aus Abomey, der Hauptſtadt von D auf der Sklavenküſte von Ober⸗Guinea(Weſtafrika), führlichen Bericht über ein Feſt der Menſchenopfer, das vor dem König in Gegenwart ſeines Hofes und aller Würdenträger ſtattfand. Der König ließ dem Volke anzeigen, daß, um das Andenken der Mauen Agougoro's, ſeines Ahnherrn, und des Königs Gozo, ſeines Vaters, zu ehren, in einigen Tagen vierzig Gefangene des rebelliſchen Stammes des Akankas auf dem Marktplatze in Abomey unter den gewöhnlichen Ceremonien geopfert werden ſollten. Mehrere Europäer, die ſich in Abomey befanden, baten hierauf den König in einer Audienz, von dieſem ſchrecklichen Opfer abzuſtehen. Der König aber erklärte, er könne auf dieſes Nationalfeſt nicht ver⸗ zichten, doch ſolle aus Rückſicht für die Europäer die Zahl der Opfer auf zwölf vermindert werden. Am Tage vor dem grau⸗ ſamen Schauſpiel begab ſich der König in einen großen Schuppen, wo die vierzig Gefangenen an Pfeilern befeſtigt waren, ließ achtund⸗ zwanzig davon losbinden und in's Gefängniß zurückbringen, wäh⸗ rend den übrigen zwölf angekündigt wurde, daß ihnen am folgenden Tage, zur Büßung der von dem Häuptling ihres Stammes verübten Verbrechen, vor verſammeltem Volke der Kopf abgeſchlagen werden würde. Die Ungllie ichen vernahmen ihr Urtheil mit der voll⸗ conveſten Geſies ltigkeit. Nachdem der König ihnen noch an⸗ nahm Hut und Säwei von ſeiner eigenen Hand den Todesſtreich Nicken gegen die Kollles Erſich zurück. Nach der Entſernund des Brinz Bohuhau, um die beiden
——* hinrichten wollte. Um
durch das Ver⸗
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Dahomey,
2. Kapitel
„Sehr geehrtes Fräulein! Es gereicht mir zur beſonderen Freude, Ihnen mittheilen zu können, daß mir die Götter einen Gedanken beſchert haben, der, ſollte er Ihren Beifall finden, mein Fräulein, einen Ausgang aus dem Irrgang zeigt, Sie des füßen Glückes der Freiheit zu berauben. Ich kann nicht leugnen, daß die Idee etwas gewagt, nach den Begriffen
nanl heikel, was weiß ich,
den könnte, allein wir, Sie, mein Fräulein, und Diener, meine Wenigkeit, ſtehen über dem Alltäglichen und dürfen daher, wenn es ſich um und der Menſchheit Wohl handelt, ſchon zu außer⸗
Mi greifen. Ich glaube, Sie, mein beſtes
ohne
gewöhnlicher Sterblichen gefunden wer
Ihr ergebener Niveau des
ſo gar
bringt aus⸗
anderen Opfer wurden von dem Oberprieſter geköpft, der jedes Haupt in die Hände nahm und es dem Volke zeigte, das jedesmal ein wildes Brüllen ertönen ließ. Als Alles beendigt war, ſtürzte ſich das Volk auf die Leichname, zerſtückelte ſie und beſchmierte ſich mit ſeinem Blute. Der König zog ſich hierauf mit großem Pompe zurück und ließ die zwölf Köpfe an den Mauern ſeines Palaſtes annageln.— Dergleichen ſchreckliche Szenen fanden bis in neuere Zeit in Abomey jedes Jahr drei⸗ bis viermal ſtatt. Daſſelbe war der Fall in den Königreichen Abeo Kuta, Aſhantee und Benin, die nicht weit von dem Königreich Dahomey entfernt ſind.
(Ein Schuſter, der nicht bei ſeinem Leiſten blieb.) Ein armer Schuhmacher in England hörte von dem elenden Zu⸗ ſtande der Heiden in Indien. Es ging ihm zu Herzen und er fühlte Trieb in ſich, zu ihnen zu gehen. Da lernte er bei ſeinem Leiſten vier Sprachen, ſammelte ſich etwas Reiſegeld bei Freunden und brach 1793 mit Frau und Kindern nach Indien auf. Er kam nach Bengalen, ward nach und nach Profeſſor der Sanſkritſprache zu Serampore und arbeitete einundvierzig Jahre mit ausgezeichnetem Eifer. Dieſer ehemalige Schuſter iſt der berühmte Dr. Carrey, der am 9. Juni 1834 in Serampore ſtarb und ans deſſen Anſtalten vierundzwanzig Bibelüberſctzungen in indiſche Sprachen aus⸗ gegangen ſind.
(Ein Hofnarr.) König Karl der Einfältige ſagte einſt zu Jean, ſeinem Hofnarren:„Du haſt ſoviel Macht, daß man Dich wegjaahe für den König und mich für den Narren hält. Was
trautrdu, Haus, wollen wir miteinander tauſchen?“ Als ſich der auf derieſer Anfrage ſehr verdrießlich und ungeberdig ſtellte, dieſer kurior König, ob er ſich etwa ſchäme, ein König zu ſein? Phantaſie bbt,“ erwiderte der Narr,„aber ich ſchäme mich eines die Trennung 1 „Sollten Si ganz frei zu werde. vor) die wir bei un knuen Sie ſind d
) Auf einem ſchwäbiſchen Friedhofe hat man unden, die ein Schulmeiſter ſeinem Weibe auf hatte:
Eht und iſt entſchwunden
4 jeſe Weiſe vor ſedetde meiner Nebenſtunden—“
Verſchaffen einer Fra ließ er ſich auf den Grabſtein ſetzen:
nützlich ſein. ach Müh' und Sorgen genug, „Binnen vier Wobe und Kinder ſchlug.“ fein; denn wenige Ze
Druck von F. W. Gleißner in Dresden.


