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Concordia.
nügend regelmäßig, doch ziemlich gewöhnlich, aber die Augen, gleich ſchön in Form und Farbe, machten Eindruck auf Maurice Cliſſold. Es waren Augen, welche die Phantaſie eines Mädchens wohl zu dem Traume von einem idealen Geliebten anregen konnten, Augen, in deren melancholiſcher Gedankenfülle ein Poet leicht eine ganze Lebensgeſchichte hätte leſen können. Das Haar, hellbraun, hing in dichter Maſſe über der hohen ſchmalen Stirn und gab dem ariſtokratiſch ausſehenden Kopfe einen maleriſchen Schwung.
„Ein hübſches Geſicht,“ ſagte Maurice.„Es erinnert mich ein wenig an meinen armen Freund James Penwyn; nur hatte dieſer einen mehr heiteren, fröhlichen Ausdruck und beſaß nicht ſo ſchöne blaugraue Augen. Ich denke, Churchill Penwyn muß ſeinem Onkel George ſehr ähnlich ſehen. Er iſt nicht ſo ſchön, aber von intelligenterem Ausſehen.“
—„ Ja, Sir,“ ſtimmten. is bei.„Der gegenwärtige ſich, aber es iſt ein Ae ſeine Züge er⸗ Nugen ganz
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ſagte ſie,„und wenn ich Ihnen gefällig war, geſchah es nicht in der Ausſicht auf einen Lohn.“
„Nun komm', Kleine,“ ſagte Maurice, nachdem er ſich von der alten freundlichen Haushälterin verabſchiedet hatte,„Du kannſt mir nun den rechten Weg nach Borcel⸗End zeigen, und Du ſollſt eine dieſer halben Kronen zur Belohnung haben.“
Elsbeth's ſchwarze Augen hatten die Ablehnung der Geld⸗ ſtücke mit unverkennbarer Gier betrachtet. Ihr Antlitz leuchtete nun auf bei Maurice's Verſprechen.
„Ich werde Euch den Weg zeigen, Sir,“ ſagte ſie,„ich kenne jeden Schritt davon.“
„Ja, das Mädchen treibt ſich immer umher wie ein wildes Geſchöpf, über alle Hügel und unten an der See,“ ſagte Mrs. Darvis mit einer mißbilligenden Miene.„Ich denke nicht, daß ſie leſen oder ſchreiben kann oder ſoviel Kennntniß vom Chriſtenthume hat, wie die alte Dohle in der Bedienten⸗ halle.“
„Ich weiß Dinge, die beſſer ſind als Leſen und Schreiben,“ ſagte Elsbeth mit einem Grinſen.
„Was mögen das wohl für Dinge ſein?“ fragte Maurice.
„Dinge, die andere Leute nicht wiſſen.“
„Nun, mein Mädchen, ich will Dich nicht damit quälen, die dunklen Tiefen Deiner Weisheit zu erforſchen. Ich wünſche nur den kürzeſten Weg nach Trevanard's Farm. Er iſt wohl ein Pächter, der zu dieſer Beſitzung gehört, Wre Darvis?“/
. Sir. Michael Trevanard's Vater war ſchon vor
it ein Pächter des alten Squire. Die alte Mrs.
t noch, abgleich ie ſockblind und, wie ich glaube, g im Kf 1 4 hatte z Zeit rderthür erreicht, denn
halle blieb in der Abweſenheit der Herrſchaft immer und verſchloſſen. ch werde wahrſcheinlich wiederkommen und Sie noch ein⸗ ſehen, Mrs. Darvis, ehe ich dieſen Theil des Landes rlaſſe,“ ſagte Maurice, als er über die Schwelle ſchritt. „Guten Abend.“
„Sie werden zu jeder Zeit willkommen ſein, Sir. Guten Abend.“
Elsbeth ging den Weg voran über den Raſenplatz mit einem ſo leichten und raſchen Schritte, daß Maurice, müde wie er war von dem tagelangen Gehen, Mühe hatte, mit ihr gleichen Schritt zu halten. Er folgte ihr in den Tannenwald. Die Bäume ſtanden hier nicht dicht, aber ſie waren alt und ſchön und ihr Gezweig ſtach tintenſchwarz ab von dem roſen⸗ farbigen Firmamente. Ein ſchmaler Pfad wand ſich zwiſchen den großen dunklen Stämmen dahin, nur einige Schritte von dem Rande der Klippe, die das Meeresufer bildete und an der ſich zum Schutze nur eine Einfaſſung von rohen Baum⸗ ſtämmen befand. Unten lag der ungeheure atlantiſche Ozean, grün leuchtend im Abendlichte und am fernen Horizonte pur⸗ purn gefärbt.
Maurice hielt an, um nach dem Herrenhauſe von Penwyn zurückzublicken, das ſeit den Tagen der Tudor's nur wenig verändert worden war. Die hohen Giebel und die vergitterten Fenſter ſchimmerten in den letzten Strahlen der untergehenden Sonne; die moosbedeckten, hier und da mit Epheu über⸗ zogenen Steinmauern machten einen imponirenden Eindruck


