Gemahl zu dem entſcheidel
können wir ſeiner ſicher ſein.“
unſerem Empfangs⸗Abende, und der iſt morgen, wiſſen, Herr Doktor!“ „Nun gut— wir ſehen uns hoffentlich ſpäter noch, ver⸗
um ſeinen Mund.
kurſer Pauſe weiter: von mir beim Beſuche eines Patienten von dieſem aufgefor⸗
dem Tiſche ſtehende Weinflaſche.
2 5 Concördia.
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Schritte zuebewegen. Den halben Zuſagen, welche er bisher gemacht⸗ lege ich nicht viel
. v Gewicht bei; erſt wenn wir ihn draußen auf dem Gute haben,
„Sie haben recht, meine Gnädige!“ antwortete der Doktor, „und ich werde heute noch einen neuen ernſtlichen Anlauf nehmen. Aber der Aufbruch müßte dann ſehr bald erfolgen— — Abh, da iſt ja der nichtsnutzige Schleicher— hinauf, Burſche, und melde mich Deinem Herrn!“
Die letzten Worte des Doktors galten einem durch den Flur gehenden Mann, der offenbar ohne⸗ Gruß an den Sprechenden vorüber zu kommen ſuchte. Derſelbe hatte in ſeinem Aeußern viel Aehnlichkeit mit einem veralteten Kandi⸗ daten der Tyeologie und warf jetzt dem Arzte einen Blieke zu, welcher recht gut erkennen ließ, wie er Rede und Weiſung V deſſelben aufnahm. Doch gab er keine Antwort, ſondern eilte ſchnell die Treppe hinan.
„Wir können ſofort aufbrechen!“ nahm Frau Römer das Geſpräch wieder auf,„das heißt zwei bis drei Tage nach wie Sie ja
ſehrte Frau— bis dahin alſo—“
Doktor Rohrbeck machte eine von Frau Römer erwiderte Verbeugung und folgte, nachdem er ſich auf dieſe wenig förm⸗ liche Weiſe von der Dame verabſchiedet hatte, dem erſtge⸗ dachten Manne.
Der Doktor langte vor dem Kabinet des Bankiers an, als der Menſch im Begriff war, daſſelbe wieder Nſe Dieſer beſchränkte ſich deshalb darauf, die Thür des Zimers weit zu öffnen, und der Arzt trat über die Schwelle des Ge⸗ maches. Hier blieb er jedoch ſtehen, ohne den Hut zu ziehen, während ſich deutliche Zeichen eines heftigen Unmuthes i in ſeinen Zügen bemerkbar machten,—
Der Hausherr, Bankier Römer, ſaß in einem bequemen Fauteuil neben einem Tiſche, auf welchem ſich Bücher und Brieſſchaften befanden. Er war im Hausrock, ſchien jedoch ſchon zum Ausgehen Toilette gemacht zu haben. Nach einem Blick auf den ſtummbleibenden? Doktor ſpielte ein feines Lächeln
„Guten Morgen, lieber Rohrbeck!“ ſagte er gleichmüthig; „was machen Sie denn heute, für ein verzweifeltes Geſicht? Es ſcheint faſt, als ſähen Sie Geſpenſter am hellen Tage —„Da haben wir es!“ ſtieß der Doktor hexvor,„es iſt rein um—
Der Doktor hielt inne; Römer lachte kant.
„— um toll zu werdenle ergänzte er,„geniren Sie ſich nicht, beſter Freund; wir ſind ganz unter uns. Aber was giebt es denn im Zimmer, um Süe o außer Faſſung zu bringen?“
„Was es giebt?“ rief der Doktor laut und ſprudelte nach V „Es giebt eine Sage, daß ein Kollege V V
dert wurde, ſein Uebel an der Wurzel anzugreifen Das willa 4
Der Doktor hatte, während eer ſprach, ſeinen ziemlich derben, mit⸗Anem golhenen Kpfe verſehenen Stock erhoben und wackelte mit demſelben bedenklich in der Luft umher. Doch Römer ließ ſich nichi einſchüchtern.
„Doktor Doktor!“ meinte er ſpöttiſch,„wo waren denn heute ſPon? Welcher Schleier oder Nebel muß Ihr Sehvermögen beeinträchtigen, um hier Weinflaſchen zu ent⸗ decken? Müſſen Sie indeſſen eine Grauſamkeit der gedachten
Art begehen, nun, ſo ſteht die Waſſerflaſche da zu Gebote!“
„Was Flaſche!“ nie der Dokkor, indem er den Stock ſenkte und ſchnell zum Tiſche trat,„das hier iſt die Wurzel Ihres Uebels, alſo—“
Der Arzt hatte mit einem kühnen Griffe ein auf dem Tiſche liegendes dickleihiges, meſſingbeſchlagenes Buch gefaßt und ſchwang es hin und her, als ob er es fortſchleudern wollte; zugleich polterte er weiter:
„— alſo fort damit— in's Feuer— wenn ſonſt nichts— hilft, dieſe ſchnöde Wurzel des Uebels zu vertilgen. Wo iſt denn das Ofenloch?“
Römer ſprang erſchreckt, wenigſtens unangenehm von dem Gebahren des Arztes berührt, vom Seſſel empor.
„Halt, Doktor!“ rief Scherz— dies Buch—“
„— ſoll der Henker holen!“ „dies Mammonszahlen⸗Regiſter iſt kein Kopfkiſſen für einen. Menſchen, deſſen Nervenſyſtem zerrüttet iſt, deshalb wollen wir ohne weiteres Säumen—“
Römer bedurfte nur eines kurzen Moments, ſeine Gemüths⸗ ruhe völlig wieder zu erlangen. 4
„Gemach, Rohrbeck!“ ſagte er kalt und beſtimmt,„dies Buch kann aus meinen Händen nur in diejenigen meines Prokuriſten übergehen. Sie dermögen trotz aller Ihrer Gelehrſamkeit die
Sie
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er,„das geht über den erlaubten
unterbrach ihn der Doktor,
Wichtigkeit einer ſolchen unmittelbaren Uebergabe nicht zu be⸗
greifen, alſo beendigen Sie den übelangewendeten Scherz. dem Auche, um es wieder an ſeine Stelle zu legen!“
I kliche“ meinte der Doktor höhnend,„wenn de Freinder gehört, könnte er faſt glauben, Sie wärenn ⸗ Mann und ich nunmehr mit meinem Latein zu Ende das wäre Täuſchung; ich werde Ihnen gleich zenn ich einen voktrefflichen Ausweg zu finden weiß!“
Der Doktpr griff nache der auf dem Tiſche beſindlichen Klingel und begann ſo e zu läuten, daß der Bankier annächſt ſein Geſicht krampfhaft verzerrte, dann aber aufſprang
und mit zugehaltenen Ohren im Zummer umherlief.
Zum Glück dauerte der gellende Lärm nicht lange; denn der Diener des Bankiers trat ſo eilig in's Zimmer, daß leicht zu errathen war, wie er ſeinen Platz nicht weit von der Thüre deſſelben gehabt haben konnte. 1
„Auch ein Mittel, die Nerven zu ſtärken,“ ſpöttelte der Doktor, indem'er ſein Konzert beendete, und wendete ſich hier⸗ nach zu dem ganz verdutzt dreinſchauenden Diener.
„Der Prokuriſt ſoll kommen!“ herrſchte er jenem kurz 34
Der Diener, welcher vorhin doch wohl nicht genug von der, Unterhaltung der Hrren derſtanden haben mochte, um aus der.
ich thunl!“ erklärte der Kollege und zertrümmerte m einem ugenblicklichen Situation im Zimmer klug werden zu können,
wohlgezielten Hiebe ſeines Stockes die vor dem Patienten auf Ich bin, weiß Gott, ge⸗ V zwungen, an dem geiſtigen Eigenthum des werthen Aaleu ein Plagiat zu begehen und es bei Ihnen benſp zu machen!“
ſah den Doktor ganz erſtaunt und mit weitgebffnetem Munde
an, machte aber keine Miene zum Gehen. „Nun, wird's bald?!“ rief der Doktor heftig. Inzwiſchen hatte der Bankier den unangenehinen Eindruc..


