Jahrgang 
13-26 (1867)
Seite
407
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ihr Haus traten, landete gerade ein Kahn am Ufer, der vom Werder Quartals erſcheinen.

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übergeſetzt war. Derſelbe Fremde ſtieg ans Land, den Katharina in der Nacht vor dem Feſte nach Zwollers Hauſe fahren ſah. Er grüßte tief und artig, aber Katharinas Stirne bedeckte der Angſt⸗ ſchweiß. Drei Tage ſpäter ward Biedekap mit der ſchönen Ricker in der Stiftskirche zu Emmerich getraut. Am ſechſten Tage reiſte ſie mit dem Gatten und dem kurfürſtlichen Hofe nach Berlin ab. Der Freiherr von Wartenberg ließ ſich nie vor ihr ſehen; während der Reiſe ſchien er verſchwunden. Endlich eines Morgens ſtiegen

am Horizonte die Thürme einer großen Stadt empor.Das iſt das Ziel unſerer Reiſe, ſagte Biedekap zu ſeiner Gattin.Dort liegt Berlin! Katharina beugte ſich aus dem Schlage. Gerade

jetzt ſprengte ein Reiter vorüber, der von dem Wagen des Kurfürſten kam.Caſimir! rief Katharina, alles vergeſſend. Der Freiherr hielt ſein Roß an, die Stimme war ihm zu lieb, er mußte bleiben. Er wendete ſich, blickte Katharina ernſt und nachdenklich an, dann wies er in die Ferne und gab ſeinem Pferde die Sporen.Du mußt ihn vergeſſen, ſagte Biedekap.Du haſt ihn geliebt, ich weiß es. Aber Du biſt nun das Weib eines Kammerdieners.

Ende der erſten Abtheilung.*)

*) Die zweite Abtheilung dieſer Novelle wird gegen Ende des folgenden Die Redaction.

Der Maler des Glaubens und der letzten Dinge.

(Mit Cornelius Porträt auf S. 405.)

Berlin, das im letzten Jahrzehent ſo manchen Koryphäen ver⸗ loren hat, iſt wieder um eine Celebrität ärmer. Einer ſeiner größten Mitbürger, der Fürſt und Meiſter der neuern deutſchen Malerkunſt, iſt für immer geſchieden. Seit länger als einem Vierteljahrhundert lebte Peter von Cornelius mit einigen Unterbrechungen in Berlin, aber das Geräuſch und Gewühl der großen Stadt traf ihn nicht, denn er lebte in faſt ländlicher Zurückgezogenheit und Stille, nur ſeinen Arbeiten und dem Umgange mit wenigen Auserwählten. Und andererſeits wußte die große Mehrzahl der Bevölkerung kaum, daß dieſer Mann unter ihnen weile, ſie wußte vielleicht nicht einmal, daß er überhaupt noch lebe; ſein Name und ſein Ruhm waren allge⸗ mein bekannt, aber ſchon bei Lebzeiten zum Mythos geworden; die Perſon kannten nur wenige, und auch nur wenige ſeine Werke. Daher erregte es auch nur geringes Aufſehen, als am 6. März die Abendzeitungen meldeten, Peter von Cornelius ſei geſtorben; am Leichenbegängniß betheiligten ſich, wie es üblich iſt, die meiſten Nota⸗ bilitäten, die Tagesblätter brachten den üblichen Nekrolog; aber damit war auch alles geſchehen, und die große Stadt flutete und lärmte, arbeitete und amüſirte ſich wie vorher.

Peter von Cornelius war ein großer und berühmter, aber kein populärer Künſtler; ſeine Schöpfungen errangen die Gunſt und den Lohn der Großen, die Anerkennung und Bewunderung von Kennern und Gelehrten, aber ins Herz und Gedächtniß des Volkes ſind ſie nicht gedrungen und werden ſie kaum dringen. Das war nicht ſeine Schuld, aber ſein Schickſal, das Schickſal des genialen ernſten Geiſtes, der einſam auf den Höhen der Menſchheit wandelte, im Wollen und Schaffen nur ſeinem Genius folgte und den Beifall der Menge ver⸗ ſchmähte. Sein Leben und Wirken war wie aus einem Guſſe, ein vielleicht nicht abgeſchloſſenes, aber planvolles und ſich conſequent ge⸗ ſtaltendes Ganze; ſchon früh erkannte er ſeinen Beruf und ſeine eigentliche Beſtimmung und dann verfolgte er die einmal betretene Bahn ſonder Wanken und Schwanken, bis der Tod ihm Halt gebot. Dieſes lange, thätige und reiche Leben iſt, in gedrängten Zügen zu⸗ ſammengefaßt, das folgende..

Peter Cornelius wurde in Düſſeldorf am 23. September 1783 von katholiſchen Eltern geboren. Die Mutter, die ihn mit Liebe er⸗ zog, war fromm, aber durchaus nicht bigott, ebenſowenig der Vater, der Prieſter werden ſollte, jedoch ſich zum Maler ausbildete und dann das Amt eines Inſpectors an der dortigen Gemäldegalerie erhielt. Er hatte ſieben Kinder zu ernähren und ſein Einkommen war gering.

Auf die wiſſenſchaftliche Ausbildung des Knaben konnte nur ſehr

mäßige Sorgfalt verwendet werden, lange blieb die Bibel das einzige Buch, das er las, aber wieder und immer wieder las. Daneben er⸗

wachte ſein künſtleriſches Talent. Schon mit zehn Jahren ſchnitt Peter Sithouetten aus, Perſonen und Scenen aus der bibliſchen Ge⸗ ſchichte. Schon früh war er, Pinſel und Palette reinigend, um den Vater beſchäftigt, ſchon früh zeichnete er nach Stichen von Marc Antonio und Volpati auf der Tafel, und bald verſuchte er ſich in eigenen Compoſitionen, namentlich in Schlacht⸗ und Jagdſtücken, wobei ihm in der Galerie die Gemälde des ungebändigten Rubens, die Amazonenſchlacht und das Bacchusfeſt, die heilige Dreieinigkeit und das jüngſte Gericht als Vorbild dienten. Schon damals behagte ihm am meiſten das Gedränge nackter, rieſenhafter Geſtalten.

Als er dann die dortige Akademie beſuchte, war der damalige Director Langer ſein Lehrer, der jedoch Peters Talent nicht erkannte. Vielmehr rieth er der Mutter, als dieſe 1799 ihren Gatten verlor, den 16jährigen Knaben zu einem Goldſchmied in die Lehre zu geben; indes Mutter wie Sohn ließen ſich durch ſolchen Rath nicht irre machen. Peter, nun ganz auf ſich ſelber angewieſen, ſuchte ſeinen und der Familie Unterhalt durch Zeichnungen für Kalender und Stammbücher, Malen von Kirchenfahnen und Portraits zu erwerben. Als 19 jähriger Jüngling erhielt er den Auftrag, in der Kathedrale Neuß, nahe bei Köln, das Gewölbe grau in grau zu malen, nach An⸗ gabe des Canonikus Wallraff. Es wurde ihm nicht die Zeit gegönnt, nicht die Beſoldung gewährt, um mehr als flüchtige Entwürfe anzu⸗ fertigen. Er malte die Geſchichte des Reiches Gottes in Gruppen, die bei aller Unvollkommenheit nicht den Charakter des Gewaltigen verleugnen. Für kurze Zeit ſiedelte Cornelius nach Frankfurt am Main über. Goethes Vaterſtadt begeiſterte ihn zu den Zeichnungen des Fauſt. Es war die erſte ſelbſtändige Leiſtung, mit der er vor das Publicum trat, und zugleich eine meiſterhafte. In gelungenen Kupferſtichen widmete er ſie dem Dichter, der aber an den in jeder Art kleineren Compoſitionen von Retzſch größeres Behagen fand. Jene ſind von ſprühender Genialität, ſie dichten an dem Stoffe mit, dieſe wollen nicht mehr, als in gefälliger Form ſich dem Worte fügen, ſagt Auguſt Hagen in ſeinemDie deutſche Kunſt in unſerm Jahr⸗ hundert, ein Buch, das von Berliner Kritikern viel benutzt, aber ſelten genannt wird.

Im Jahre 1811 pilgerte Cornelius, 28 Jahre alt, nach Rom,

arm, aber reich an weitausſehenden Entwürfen. Hier fand er Over- beck, die Brüder Veit, die Brüder Schadow und den älteren Koch, mit welchen er bald enge Freundſchaft ſchloß. Sie ſchlugen in einem alten Kloſter St. Iſodoro ihre Wohnung auf und lebten hier, jeder einſam in ſeiner Zelle arbeitend, als fromme Kloſterbrüder, die das kärgliche Mahl in der gemeinſchaftlichen Küche eigenhändig berei⸗ teten. Dieſe Abſonderung erregte Spott, man nannte ſie, Naza rener,