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Ein deutſches Familienblatt mit Iluſtrationen. Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 18 Sgr. zu beziehen.
Kann im Wege des Buchhandels auch
III. Jahrgang.—
Ausgegeben am 9. Februnr 1867. Der Jahrgang läuſt vom October 1866 bis dahin 1867.
in Monatsheften bezogen werden.
1867 N 19.
Das Geheimniß des Fürſtenhauſes. Novelle von Georg Hiltl. (Fortſetzung.)
Pater Wolff, der Jeſuit.
Der Abend dunkelte herein. Ein großes viereckiges Gemach in einem Hauſe der Brüderſtraße zu Berlin war durch die Strahlen der untergehenden Sonne erleuchtet, welche von der Fläche des Spreefluſſes zurückprallten und mit doppelter Schärfe durch die geöffneten Fenſter fielen. Das Zimmer befand ſich im Hinterhauſe des großen Ge⸗ bäudes, deſſen Vorderfronte in der Brüderſtraße lag, deſſen Hinter⸗ gebäude aber nur durch einen ſchmalen Gang von dem Spreefluſſe getrennt waren, der hier in der Nähe durch eine Schleuſe geſtellt werden konnte.
Das Innere des Zimmers entſprach allen Anforderungen, welche große Herren zu jener Zeit an eine bequeme und prächtige Ein⸗ richtung machen konnten. Große ſeidene Vorhänge hingen vor den
Fenſtern und Thüren, dunkeleichene Schränke, mit Büchern und Sel⸗
tenheiten gefüllt, ſtanden an den Wänden umher. Breite Goldleiſten, mit ſchönem Schnitzwerk umrankt, theilten dieſe Wände in verſchie⸗ dene Fächer, und aus den Ecken ſprangen reich vergoldete Conſolen hervor, welche werthvolle antike Büſten trugen.
Seſſel mit geſchwungenen Lehnen und breit auseinanderſtehen⸗ den Armruhen luden zum Sitzen ein. Ueber dem Kamine prangte ein Spiegel aus venetianiſchem Glaſe in ſchwerem Metallrahmen und untex demſelben war in Marmor auf ſilbernem Fußgeſtelle die Büſte Kaiſer Leopolds des Erſten zu ſehen. In der Ecke neben dem Kamin tickt eine mächtige Uhr in dem reich ausgelegten Gehäuſe, deſſen Füße geſchwänzte Tritonen bildeten. Koſtbare Oelgemälde italieniſcher Meiſter zierten die Wände an verſchiedenen Stellen.
Zu jenenzAlbendſtunde befand ſich in dem beſchriebenen Zimmer
ein feiner, einßach, aber reich gekleideter Mann, in welchem jeder, der mit den Perſö von Gödens e Audienzſaale! getroffen hat.*
Baron Freytag ſchien alle anderen Geſchäfte beſeitigt zu haben und ſich nur mit einem, nämlich mit Warten, zu befaſſen. Er be⸗
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annt haben würde, den der Leſer bereits in dem vor der Bibliothek im kurfürſtlichen Luſtgarten an⸗
ichkeiten des Hofes bekannt war, den Baron Freytag
trachtete ſeine Gemälde, holte ein Buch aus den Spinden, betaſtete einige antike Figuren und blickte dann wieder auf die Uhr, zuweilen ſteckte er ſeinen Kopf zum Fenſter hinaus, und dann zog er ihn bald wieder hinein und murmelte:„Immer noch nicht!“
Unterdeſſen wurden die Strahlen, welche ſich auf dem Waſſer brachen, ſchwächer und blaſſer, die Schatten der Spinden und Möbel in dem Zimmer länger, der Himmel draußen dunkler. Der Baron klingelte ſeinem Diener und befahl, das Licht in Bereitſchaft zu halten, denn die Tage hatten noch nicht ihre größte Länge erreicht. Als der Diener mit der Kerze erſchien, ließ der Baron die Fenſter ſchließen und befahl dem Lakaien, ſich zu entfernen. Es wurde ſtille in dem Gemach.
Nach einiger Zeit aber vernahm der Wartende deutlich Ruder⸗ ſchläge, dann war es, als ſtoße ein Boot gegen Holz; der Baron eilte ſchnell zum Fenſter, öffnete es und blickte hinaus. Er gewahrte in der That einen kleinen Kahn, der, von der Gertraudenbrücke her⸗ kommend, an die Holzſchälung gefahren und dort befeſtigt ward. Ein Mann ſtieg aus. Er trug einen dunklen Mantel, welcher ihn bis zum Knöchel verhüllte, einen runden Hut und ſchien mit der Localität wohl bekannt, denn ſobald er auf der Holzgallerie angekommen war, ging er feſten Schrittes bis zur Hinterthüre des Gebäudes, klopfte hier an und verſchwand in der geöffneten Thüre.
Einige Minuten ſpäter pochte es an die Thür, welche von dem Zimmer des Barons in die Nebengemächer führte.„Herein,“ rief der Baron. Der erſte Kammerdiener trat in das Zimmer.„Mathias, bringſt Du ihn?“—„Der Hochwürdige iſt dicht hinter mir.“ Ohne die Einladung des Barons abzuwarten, trat der aus dem Kahn ge⸗ ſtiegene Mann in das Gemach, warf den Mantel ab, den Hut in ſeinen Nacken und ſagte:„So, da bin ich, habt guten Abend!“ Die Kerze beſchien das intelligente Geſicht des Pater Wolff.„Seid will⸗ kommen in dieſen Räumen, ehrwürdiger Herr,“ ſagte Freytag, „macht es Euch bequem.“
Pater Wolff, der übrigens ganz weltliche Kleidung trug, warf ſich mit Grazie und Ungezwungenheit in den nächſten Seſſel. Ihr


